# taz.de -- Sicherheitsprobleme bei Babboe: Bye-bye, Bike
       
       > Nach zahlreichen Meldungen muss der populäre Produzent Babboe seine
       > Modelle zurückrufen. Auch in Deutschland gibt es Konsequenzen.
       
 (IMG) Bild: Lastenräder der Marke Babboe in München
       
       Amsterdam taz | Einst galten sie als Ikea-Version und Trendsetter eines in
       den Niederlanden besonders populären Verkehrs- und Transportmittels: die
       [1][Lastenfahrräder] der Marke Babboe. Nach einer Erfolgsgeschichte von
       anderthalb Jahrzehnten hat der Betrieb nun ein ernsthaftes Problem: wegen
       anhaltender Berichte über Rahmenbrüche verfügte die Niederländische Essens-
       und Warenaufsicht (NVWA) Mitte der Woche einen sofortigen Verkaufsstop. Das
       Unternehmen muss nun mehrere Modelle zurückrufen.
       
       Wie der niederländische Sender RTL Niews berichtet, geht die Zahl
       entsprechender Meldungen in die Hunderte. Babboe sei mit diesen nicht
       sorgfältig umgegangen und habe entgegen der gesetzlichen Verpflichtung
       keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen. Laut der NVWA hätten diese Fälle
       untersucht und ihr umgehend gemeldet werden müssen. Babboe könnten nun
       strafrechtliche Konsequenzen drohen, so der öffentlich-rechtliche TV-Sender
       NOS.
       
       Verkauft werden dürften die populären Modelle erst wieder, wenn Babboe
       deren Sicherheit vollständig dokumentieren könne. Bisher seien keine
       schweren Unglücke gemeldet worden. Da diese aber durchaus hätten passieren
       können, habe Babboe die Sicherheit von Erwachsenen und Kindern aufs Spiel
       gesetzt. Aus deren Untersuchungen ab Ende 2023 geht hervor, „dass Babboe in
       den letzten Jahren eine große Anzahl an Berichten über gebrochene Rahmen
       erhielt“, so eine Mitteilung auf der Webseite der Behörde.
       
       Unglücke mit einem Lastenrad, auf niederländisch bakfiets genannt, könnten
       zu „sehr schweren Verletzungen“ führen, vor allem wenn Kinder in
       verkehrsreichen Situationen aus dem Transport-Behälter fielen, heißt es
       weiter. Genau dieses Szenario ist in niederländischen Städten ein
       alltägliches Risiko. Der Siegeszug der Lastenräder, früher von Bäckern oder
       Krämern für ihren Betrieb verwendet, begann nach der Jahrtausendwende, als
       Eltern sie als Transportmittel für ihre Kinder entdeckten.
       
       ## Betroffen ist auch der Handel in Deutschland
       
       Gerade der tägliche Weg zur Schule und teils auch zurück findet zu den
       Stoßzeiten statt, wenn manche zentralen Verbindungsstraßen in Amsterdam
       oder Utrecht an Autobahnen für Fahrräder erinnern. Durch die Entwicklungen
       auf dem Zweiradmarkt der letzten Jahre ist dieser Verkehr komplexer und
       seine Risiken diverser geworden, denn neben bakfietsen gehören auch
       elektrische Fahrräder und Fat Bikes längst zum festen Verkehrsbild.
       
       Betroffen ist auch der Handel in Deutschland: Das Unternehmen habe
       vorsorglich entschieden, den Verkauf sämtlicher Babboe-Lastenfahrräder
       vorübergehend einzustellen, [2][schrieb es auf seiner deutschen Webseite].
       Die Rückrufaktion werde derzeit vorbereitet und die Eigentümer von
       Babboe-Modellen würden schnellstmöglich informiert werden.
       
       Babboe, inzwischen Teil der Accell-Gruppe, begann 2005 damit, dass „eine
       Gruppe von Eltern den Wunsch hatte, ein bezahlbares Lastenrad auf den Markt
       zu bringen“, so die Eigendarstellung. Wegen dieses Ansatzes haftet Babboe
       innerhalb der Branche auch ein Ikea-Image an. Auf der Website kündigt man
       an, der Aufsichtsbehörde schnellstmöglich die benötigten Informationen zu
       liefern, um den Verkauf wieder zu beginnen.
       
       16 Feb 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Lastenrad/!t5016300
 (DIR) [2] https://www.babboe.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tobias Müller
       
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