# taz.de -- Hetzplakate an der Wohnungstür: Nachbarn bedrohen Schwarze Familie
       
       > In dem links-bürgerlichen Hamburger Stadtteil Ottensen bedrohten Nachbarn
       > eine Schwarze Familie, ein Kinderwagen ging in Flammen auf.
       
 (IMG) Bild: Der benachbarte Fußballverein Altona 93 unterstützt die angegriffene Familie
       
       Eine Schwarze Familie ist in dem zu Hamburg-Altona gehörenden Stadtteil
       [1][Ottensen] aus ihrer Nachbarschaft bedroht worden. „Sie waren erst vor
       ein paar Monaten eingezogen“, sagt Klaus-Peter Berndt von der Linken
       Altona, aber von Anfang an seien sie von mehreren Seiten rassistisch
       angegangen worden. „Sie sagen, wir seien Tiere, ich käme aus dem Busch“,
       erzählte die Mutter der Hamburger Morgenpost. Inzwischen ist sie mit den
       Kindern abgetaucht.
       
       An ihrer Wohnungstür fand die Familie Plakate vor mit Slogans wie „Das Pack
       erschießen oder zurück nach Afrika prügeln“, dazu das Logo der AfD. Ein
       Bild zeigt einen leeren Abschiebeflieger mit der Botschaft „Es sind noch
       Plätze frei“. Auf die Fußmatte der Familie wurde Müll gekippt, und in der
       Nacht zum Montag brannte vor der Haustür in der Griegstraße der Kinderwagen
       ab. Der Reporter des Hamburger Abendblatts fand nur noch einen „Haufen
       Asche und ein verkohltes Metallgestell“ vor.
       
       Für Ärger bei der Nachbarschaft sorgte wohl, dass eines der Kinder nicht
       zur Kita gegangen und „sehr lebhaft“ gewesen sei, so Linken-Mann
       Klaus-Peter Berndt, der von der Geschichte selbst über soziale Netzwerke
       erfahren hat. „Aber das rechtfertigt doch nicht so was!“
       
       Die Instagram-Gruppe ottensen.hamburg berichtete von dem Vorfall mit einer
       „Triggerwarnung“, in drei Tagen gab es 119 Kommentare: „hatte die Hoffnung
       das wir sowas hinter uns gelassen haben, aber offensichtlich leider nicht“,
       schreibt ein User, und eine andere wünscht „Ganz viel Kraft an die
       Familie!“
       
       Die Linke in Altona hat zusammen mit anderen Parteien, Geschäftsleuten,
       Stadtteilkitas und Kirchengemeinden am Freitag um 16 Uhr [2][zu einer Demo
       aufgerufen], die vom Bahnhof Altona aus durch Ottensen ziehen soll, Motto:
       „Ottensen bleibt bunt – Alle zusammen gegen Faschismus!“
       
       ## Unterstützung vom Vermieter
       
       Dabei ist auch der Fußballverein Altona 93, der in der Griegstraße sein
       kleines Stadion mit Vereinsheim hat. Es ist eine ruhige Straße, keine
       protzigen Altbauwohnungen, eher einfacher Rotklinker. Die Wohnung der
       angegriffenen Familie gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga, die
       angekündigt hat, die Familie bei der Suche nach einer anderen Wohnung zu
       unterstützen und, falls sich der Verdacht gegen Nachbarn bestätigen sollte,
       mietrechtlich gegen diese vorzugehen.
       
       Unter dem mehrsprachigen Motto „Come together – Wir stehen zusammen“ gibt
       es am Sonntag um 14 Uhr eine weitere Kundgebung, zu der migrantische
       Organisationen aus der Black Community aufrufen. Treffpunkt ist die Ecke
       Friesenweg/Griegstraße, gegenüber dem Fußballplatz von Altona 93.
       
       Der Verein hat den Aufruf zur Kundgebung [3][auf seine Homepage gestellt].
       „Solche Angriffe nehmen wir nicht schweigend und tatenlos hin“, steht da,
       „wir lassen die Betroffenen nicht alleine!“ Laut NDR, der als erster im dem
       Fall berichtete, ermittelt die Polizei wegen Hasskriminalität. Der
       Staatsschutz ist eingeschaltet.
       
       8 Feb 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Ottensen/!t5007839
 (DIR) [2] https://www.linksfraktion-hamburg.de/rassistischer-uebergriff-in-ottensen-linke-ruft-zu-demonstration-auf/
 (DIR) [3] https://www.facebook.com/Altona93/?locale=de_DE
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Wiese
       
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