# taz.de -- Mittelater-Hörspiel „Grëul“: Das Spiel mit dem Aberglauben
       
       > In der Fantasy-Hörspielserie „Grëul“ wird ein Mädchen von zwei Mönchen
       > tot aufgefunden. Steckt ein Monster dahinter?
       
 (IMG) Bild: Dranbleiben lohnt sich – es gruselt
       
       Fromme Menschen sind keine Heiligen. Das gilt heute genauso wie vor 1.000
       Jahren. Genau dort, im Mittelalter, setzt die Fantasy-[1][Hörspielserie
       „Grëul“] des WDR an.
       
       Zugegeben, bahnbrechend klingt die Geschichte zunächst nicht. In Quill,
       einem kleinen Dorf im Zirnertal, wird die 16-jährige Tochter des Schmieds
       von zwei jungen Mönchen tot aufgefunden. Ihr Körper ist mit Wunden übersät.
       Schnell verbreitet sich das Gerücht, ein Monster aus einer uralten Legende
       sei zum Leben erweckt worden.
       
       [2][Aber das Dranbleiben lohnt sich.] Denn nach einer etwas schleppenden
       ersten Folge nimmt das Hörspiel an Fahrt auf und entwickelt sich zu einer
       viel komplexeren Geschichte als zunächst erwartet. Nur Abt Aegidius weiß,
       was wirklich mit Ortrud geschehen ist. Doch er vertuscht den Mord und
       spielt mit dem Aberglauben der Dorfbewohner*innen, um sie zum „wahren“
       Glauben zu bekehren. Natürlich geht es Aegidius dabei um seine Macht.
       
       Wer auf eine magische Welt mit Elfen, Drachen und Zauberern hofft, wird
       enttäuscht sein. Stattdessen erinnert „Grëul“ an Umberto Ecos Roman
       [3][„Der Name der Rose“] über eine Reihe mysteriöser Todesfälle in einem
       mittelalterlichen Kloster, die der Franziskanermönch William von
       Baskersville aufzuklären versucht.
       
       ## Den Fantasy-Faktor betonen
       
       Ebenso vielversprechend klingt die Liste der Synchronsprecher*innen,
       darunter bekannte Schauspieler*innen wie Axel Prahl, Katharina
       Wackernagel, Julia Koschitz, Bjarne Mädel und Joachim Król. Ab und zu sind
       ihre Stimmen kaum voneinander zu unterscheiden, was aber der Spannung
       keinen Abbruch tut.
       
       Das fanden auch die Hörer*innen der ersten acht Folgen und wählten die
       WDR-Produktion beim „Ohrcast“ zum [4][„Hörspiel des Jahres 2022“]. Jetzt
       sind vier weitere Folgen erschienen, die den Fantasy-Faktor stärker betonen
       und das Rätsel lösen. Und auch die katholische Kirche bekommt endlich ihr
       Fett weg.
       
       1 Feb 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.ardaudiothek.de/sendung/greul-fantasy-hoerspiel-serie/10869833/
 (DIR) [2] /Serienfinale-von-Game-of-Thrones/!5596465
 (DIR) [3] /Der-Name-der-Rose-als-Serie/!5597632
 (DIR) [4] /Orpheus-Hoerspiel-von-Felix-Kubin/!5064715
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Clara Löffler
       
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