# taz.de -- Denkmal für ermordete Sinti und Roma: Umstrittene S21 kann kommen
       
       > Der Senat gibt grünes Licht für Tunnelprojekt unter dem Tiergarten.
       > Scharfe Kritik kommt von einem Sinti- und Roma-Funktionär.
       
 (IMG) Bild: Das Denkmal für die während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma wurde vom israelischen Bildhauer Dani Karavan entworfen
       
       Berlin taz | Nach langen Diskussionen über die Streckenführung hat sich der
       schwarz-rote Senat am Dienstag auf eine konkrete Variante für den Bau der
       S-Bahn-Linie 21 zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz festgelegt.
       Strittig war vor allem [1][die Nähe zum Denkmal der während der NS-Zeit
       ermordeten Sinti und Roma Europas] im Tiergarten. Laut Verkehrssenatorin
       Manja Schreiner (CDU) ist das nun aus 55 Varianten ausgesuchte Szenario
       „12H“ jenes, das für möglichst wenig Beeinträchtigung sorgt.
       
       Schreiner verhehlte nicht, dass sich in den Diskussionen nicht alle
       Kritiker überzeugen ließen: Der Zentralrat der Sinti und Roma habe sich
       „sehr konstruktiv“ gezeigt, bei anderen sei die Haltung „sehr kritisch“
       gewesen. „Wir werden damit nicht jeden befriedigen können, aber der
       Eingriff wird so gering wie möglich sein“, sagte Schreiner. Sie will nach
       eigenen Worten alle weiter in das Projekt einbinden.
       
       Sehr kritisch äußerte sich in einer Pressemitteilung der Landesvorsitzende
       des Verbands Deutscher Sinti und Roma von Baden-Württemberg, Daniel Strauß:
       „Die ohne weitere Aussprache oder auch nur Information erfolgte Ankündigung
       aus dem Haus der Verkehrssenatorin, den Bau der S21 trotz aller Absprachen
       ohne einen Prozess der Einbindung aller Betroffenen voranzutreiben, ist ein
       erschütterndes Zeugnis eines bislang ungeahnten mangelnden Bewusstseins für
       die [2][Verbrechen des Nationalsozialismus] in unserem Lande.“
       
       Der Senatsbeschluss vom Dienstag bedeutet nicht, dass die Bauarbeiten an
       diesem zweiten Bauabschnitt sofort starten – der erste führt vom Westhafen
       zum Hauptbahnhof. Erst folgt nun das Planfeststellungsverfahren, Baubeginn
       könnte laut Verkehrssenatorin Schreiner 2029 sein.
       
       19 Dec 2023
       
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 (DIR) Stefan Alberti
       
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