# taz.de -- Energiekonzern RWE fordert Subventionen: Wasserstoff nur mit Staatskohle
       
       > Der Konzern RWE ist nur bereit, in grünen Wasserstoff zu investieren,
       > wenn die Regierung subventioniert. Langfristig will er ohne Hilfe
       > auskommen.
       
 (IMG) Bild: Energiekonzern RWE: mit fossilen Energien Kasse machen und bei erneuerbaren Hilfe vom Staat fordern
       
       Berlin afp | Der [1][Energiekonzern RWE] hält einem Medienbericht zufolge
       Investitionen in grüne Wasserstofftechnologie nur für vertretbar, wenn die
       Regierung dafür Subventionen zur Verfügung stellt. Der Essener Konzern
       könne im Moment ohne staatliche Hilfen keine klimafreundlichen
       Wasserstoffprojekte anstoßen, „denn wir werden kein Vorhaben freigeben, das
       sich nicht rechnet“, sagte das für das Wasserstoffgeschäft zuständige
       Vorstandsmitglied Sopna Sury der Süddeutschen Zeitung.
       
       Ohne Subventionen gehe es einfach nicht, das sei wie in den Anfangsjahren
       von Wind- und Solarstrom, betonte Sury, Chief Operating Officer Hydrogen
       bei der Konzerntochter RWE Generation. „Da haben wir zehn, 15 Jahre
       gebraucht, um die Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu drücken,
       sodass keine Fördermittel mehr nötig sind. Beim grünen Wasserstoff sind wir
       nun erst zweieinhalb Jahre dabei.“
       
       Klimafreundlich hergestellter grüner Wasserstoff soll künftig Erdgas, Kohle
       und Öl in Chemiefabriken oder Stahlhütten, Kraftwerken oder
       Schiffsantrieben ersetzen. Dafür veröffentlichte die [2][Bundesregierung
       vor drei Wochen eine aktualisierte und ehrgeizigere Nationale
       Wasserstoffstrategie.] Demnach soll die Produktionskapazität von grünem
       Wasserstoff in Deutschland bis 2030 auf zehn Gigawatt steigen.
       
       Skeptiker fürchten allerdings, dass [3][grüner Wasserstoff in Deutschland
       zu teuer sein könnte], sodass Industriebranchen in Staaten abwandern, wo
       der Energieträger billiger ist. Sury erwartet hingegen, dass die Kosten
       auch in Deutschland weit genug sinken würden: „Das wird passieren, genauso
       wie es beim Wind- und Solarstrom passiert ist.“
       
       Langfristig werde der Ausbau der erneuerbaren Energien die Stromkosten der
       Elektrolyseure drücken, zugleich würden die Herstellungskosten für diese
       Anlagen fallen. Doch die Produzenten der Elektrolyseure würden nur
       investieren, wenn es genügend Aufträge gebe, sagte Sury. „Daher sind
       Fördermittel für Wasserstoffprojekte so wichtig.“
       
       17 Aug 2023
       
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