# taz.de -- Konzerttipps für Berlin: Alles schön und gut
       
       > A.S. Fannings kommt mit darkem Folk, die Thumpasaurus mit sinnstiftendem
       > Funk. Und das Londoner Trio Still House Plants mit spröder Schönheit.
       
 (IMG) Bild: Die Geschichte der Welt nochmal neu erzählen: Thumpasaurus
       
       Wem der frühsommerliche Aktionismus da draußen schon zuviel Aufregung und
       Hysterie mit sich bringt, kann sich am Freitag von einem dunklen Bariton
       ein bisschen in Melancholie erden lassen: dem des Songwriters A.S. Fanning.
       Der Dark-Folkie aus Irland bringt genau das richtige für alle, denen Nick
       Cave zu nah am Kitsch segelt und denen auch Stuart Staples von den
       Tindersticks zu schwelgerisch unterwegs ist.
       
       Das Ganze kommt recht literarisch befrachtet daher, textlich zielsicher in
       Richtung Post-Apokalypse. Support kommt von Louis Brennan, auch er fühlt
       sich in eher desperaten Gefilden heimisch. Zu erleben in der [1][Kantine am
       Berghain] (26. 5., 21 Uhr, Tickets zum Vorverkaufspreis für 15,03 Euro
       [2][gibt es hier]).
       
       [3][An gleicher Stelle gibt es am Dienstag eine Art Gegenprogramm]. Da wird
       die Geschichte der Welt nochmal neu erzählt, allerdings mit dem Funk als
       ihrem sinnstiftendes Zentrum – nicht etwa dem Unsinn, wie er in der Bibel
       oder vergleichbaren Publikationen steht.
       
       [4][Die 5-köpfige Combo] namens Thumpasaurus hat sich an einer
       Musikhochschule in Südkalifornien kennengelernt und nach Band- und
       Kompositionserfahrungen zwischen Jazz, Folk, Rock und Klassik festgestellt:
       Alles schön und gut, aber am Anfang war eben doch die Funkiness.
       Beziehungsweise „der Thump, der Ur-Groove des Universums“ – nach dem sie
       ihre trotz Retro-Appeal einigermaßen zeitgenössischen Sound ausrichten
       (Kantine am Berghain, 30.5., 20 Uhr, [5][Tickets VVK 23,70 Euro]).
       
       Zwischen so viel Sumpf und Pathos braucht es ein bisschen schöne Sprödheit
       als Gegengewicht. Das gibts am Samstag im West Germany. Das Londoner Trio
       Still House Plants steckt neben Repetition auch Ecken und Kanten in die
       dengelnden Melodien. Dabei beweisen sie trotzdem ein eigenwilliges Herz für
       Pop, so dass das, was da dauernd auseinanderfällt, irgendwie wieder
       zusammenfindet.
       
       Die zweite Band des Abends heißt 13YC, was für 13 Year Cicada seht.
       Ebenfalls ein Trio, das neben eifriger Sampelei auch Bass, Schlagzeug und
       Synth dabei hat. Ihren Jazz-Hintergrund haben die drei Berliner:innen
       dabei hinter sich gelassen, wohl auch, weil ihnen in der Szene der
       DIY-Spirit fehlte (West Germany, Skalitzer Str. 133, 27. 5., 21 Uhr, kein
       VVK, nur AK).
       
       [6][Am Mittwoch lohnt ein Ausflug ins Silent Green], zu Eli Keszler, der
       dort neben Kate NV und bela aus Korea auftreten wird. Zu seinem letzten,
       wirklich schönen Soloalbum „Icons“ ließ sich der Schlagzeuger, Komponist
       und Elektroakustiker vom Leben in New York im Pandemiemodus inspirieren,
       von seinen Streifzügen durch die leere, entschleunigte Stadt, die dann ab
       und an in einen Panikmodus verfiel. Es scheint ja alles schon so weit weg
       (31. 5., 21 Uhr, [7][Tickets kosten im Vorverkauf 15 Euro]).
       
       Ausnahmsweise ein Ausblick auf das nachfolgenden Wochenende, denn so ein
       Festivaltag muss ja gemeinhin ein bisschen geplant werden. Nach einer
       5-jährigen Abstinenz meldet sich das kleine, feine und schon deshalb
       vermisste Festival Down By The River zurück.
       
       [8][Auf zwei Bühnen im lauschigen Garten des://about blank] spielen
       insgesamt acht Acts; etwa die Blaskapelle Brass Riot, pünktlich zum
       Albumrelease ihres Debüts. Das Trio lässt sich irgendwo zwischen Punk und
       Jazz verorten, und hat auf FFF-Demos einigen Fame gesammelt.
       
       Oder die aus dem ukrainischen Odessa stammende Band Chillera, die nach Surf
       und Sommer klingt. Und BauSTELLE aus Weimar ist zwar solo, aber mit
       reichlich Rave-Druck unterwegs. Es gibt einiges zu entdecken, kommt also
       bitte in den Garten (Markgrafendamm 24c, 3. 6., 14 Uhr, [9][Tickets im
       Vorverkauf für 19,80 Euro]).
       
       24 May 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.berghain.berlin/de/event/76894/
 (DIR) [2] https://t.rausgegangen.de/tickets/as-fanning-kantine-am-berghain
 (DIR) [3] https://www.berghain.berlin/de/event/76591/
 (DIR) [4] https://thumpasaurus.com/
 (DIR) [5] https://www.eventim.de/event/thumpasaurus-berghain-16501846/?affiliate=GMD
 (DIR) [6] https://www.silent-green.net/programm/detail/2023/5/31/eli-keszler-x-kate-nv
 (DIR) [7] https://tickets.silent-green.net/event/eli-keszler-x-kate-nv-x-bela?filterCountry=&filterCity=&backUrl=https%3A%2F%2Ftickets.silent-green.net%2Forganizer%2Fsilent-green&lang=de
 (DIR) [8] https://sgmbs1.wixsite.com/dbtrfestival
 (DIR) [9] https://www.koka36.de/down-by-the-river-festival-12_ticket_156181.html
       
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 (DIR) Stephanie Grimm
       
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