# taz.de -- Bremer Bürgerschaftswahl 2023: Grüne Verlierer
       
       > Die Grünen erleiden bei der Bremenwahl Verluste. Dabei hatten Umfragen
       > für die Partei lange Ergebnisse mit mehr als 20 Prozent vorausgesagt.
       
 (IMG) Bild: Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer gab sich am Wahlabend enttäuscht
       
       Bremen taz | Am Ende war das Ergebnis der Grünen bei der Bremenwahl so
       enttäuschend, wie es letzte Umfragen vorausgesagt hatten. Nach ersten
       Prognosen bekam die Partei [1][12 Prozent der Stimmen]. Bei der Wahl vor
       vier Jahren waren es noch 17,4 Prozent, damals das zweitbeste Ergebnis im
       Stadtstaat. Nur 2011 hatten die Grünen noch mehr Wählerzuspruch bekommen:
       22,5 Prozent der Stimmen.
       
       Spitzenkandidatin Maike Schaefer erntete auf der Grünen-Wahlparty dennoch
       Applaus. Die 51-Jährige wollte aber „nicht schönreden“, dass das Ergebnis
       „enttäuschend“ sei. Ihrer Partei habe das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD
       und CDU geschadet. Auch aus Berlin habe Rückenwind gefehlt.
       Grünen-Bundeschef Omid Nouripour nannte das Ergebnis ebenso „enttäuschend“.
       
       Für die Bremer Grünen gibt es jetzt nur eine Machtoption: weiterregieren
       mit SPD und Linken. Für Schwarz-Grün reicht es wohl nicht. 2019 hatten sich
       die Grünen noch aussuchen können, mit wem sie regieren wollen – und
       entschieden sich für Rot-Grün-Rot. Zuvor schon regierten sie drei
       Legislaturperioden mit der SPD allein.
       
       In Umfragen lagen die Grünen noch bis März zwischen 19 und 21 Prozent. Der
       Zeitpunkt des Absturzes spricht dafür, dass die Bremer Grünen für die
       Heizungspläne des grünen Bundesumweltministers Robert Habeck abgestraft
       wurden. Bis dahin wurde die rot-grüne-rote Klimapolitik in Bremen nicht nur
       von der eigenen Klientel wohlwollend aufgenommen. Die trägt auch die
       Handschrift der promovierten Biologin Schaefer, die vier Jahre das Bremer
       Superministerium zu Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und
       Wohnungsbau geführt hat.
       
       ## Schaefer sorgte zuletzt für Wirbel
       
       Zuletzt aber wurde Schaefer dafür verantwortlich gemacht, dass diese Wahl
       für die Grünen absehbar nicht so erfolgreich verlaufen würde.
       Fundamentalistischen Grünen-Mitgliedern gehen die Maßnahmen ihrer Behörde
       nicht weit genug. Andere schäumen, wenn ihnen Schaefer die Freiheit nimmt,
       [2][überall wie gewohnt Auto zu fahren].
       
       Kurz vor der Wahl dann der [3][Affront mit der Brötchentaste]: Seit dem 1.
       April ist in Bremen das 20-minütige Kurzzeitparken nicht mehr kostenlos,
       angeblich auf Drängen von Schaefer – was für ordentlich Aufregung sorgte.
       Die Spitzenkandidatin sagte dazu am Wahlabend: „Veränderungen sind nie
       leicht. Das merken wir am Wahlergebnis.“
       
       14 May 2023
       
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