# taz.de -- Studie über ukrainische Geflüchtete: Viele wollen bleiben
       
       > Rund ein Drittel der nach Deutschland geflohenen Ukrainer*innen will
       > nach Kriegsende nicht zurückkehren. Zu schaffen macht vielen noch die
       > Sprache.
       
 (IMG) Bild: Geflüchtete im März 2022 nach ihrer Ankunft am Berliner Hauptbahnhof
       
       Berlin taz | Über ein Drittel der Geflüchteten aus der Ukraine möchte
       vorerst in Deutschland bleiben, ein weiteres Drittel zumindest bis
       Kriegsende. [1][Das zeigen die Ergebnisse der Studie „Geflüchtete aus der
       Ukraine in Deutschland – Flucht, Ankunft und Leben“], die am Donnerstag in
       Berlin vorgestellt wurden. An der Untersuchung waren unter anderem das
       Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und das Deutsche Institut
       für Wirtschaftsforschungwurden beteiligt. 11.000 Menschen wurden befragt.
       
       Während der Großteil der Geflüchteten angab, körperlich gesund zu sein,
       stellten die Forschenden fest, dass viele der Geflüchteten unglücklich
       sind. Auf einer Skala von 1 (unglücklich) bis 10 (glücklich) liegt der
       Durchschnitt bei den Geflüchteten nur bei 5,8. Es zeige sich zudem, dass
       Geflüchtete, die für immer in Deutschland bleiben wollen, zufriedener sind
       als jene, bei denen dies nicht der Fall ist.
       
       Auch das Wohlbefinden der geflüchteten Kinder falle im Vergleich zu anderen
       in Deutschland lebenden Kinder niedrig aus. Es sei deutlich zu sehen,
       „[2][dass Krieg und Flucht Spuren hinterlassen haben, die weiter
       nachwirken“], sagte Nina Rother vom Forschungszentrum im Bamf.
       
       Mit einem Frauenanteil von 80 Prozent ist die Fluchtbewegung aus der
       Ukraine weiblich geprägt. Knapp die Hälfte von ihnen lebt außerdem mit
       minderjährigen Kindern in einem Haushalt. Durch die Generalmobilmachung in
       der Ukraine bleibt den meisten Männern bis heute die Ausreise verwehrt.
       
       ## Großes Interesse an Sprachkursen
       
       Rund ein Viertel der erwerbsfähigen ukrainischen Männer, die trotzdem nach
       Deutschland gekommen sind, haben hier einen Job. Der entsprechende Anteil
       bei den Frauen liegt bei 16 Prozent. „Wir bewerten das als relativ hoch“,
       sagte Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
       Mit steigender Sprachkompetenz werde sich der Anteil der Erwerbstätigen
       voraussichtlich deutlich erhöhen, prognostizierte er.
       
       Bisher gaben aber nur 4 Prozent der Befragten an, gute Sprachkenntnisse zu
       haben. 82 Prozent haben keinerlei Deutschkenntnisse. Jedoch sei es positiv,
       dass etwa die Hälfte der Ukrainer*innen einen Sprachkurs besuche, so
       Brücker.
       
       Doch die Teilnahme an solchen Kursen, wie auch die Suche nach einer
       Arbeitsstelle hängt von den Möglichkeiten zur Kinderbetreuung ab. Katharina
       Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, wies
       darauf hin, dass deshalb Unterstützungsangebote besonders auf Frauen mit
       Kindern angepasst werden müssen.
       
       Wenig überraschend: Laut der Studie kommen die nach Deutschland geflohenen
       Ukrainer*innen in großen Teilen aus Regionen, die besonders stark vom
       Krieg betroffen sind, wie etwa Kyjiw oder der Ost-und Südukraine. Ab Januar
       soll es eine weitere Erhebung geben.
       
       15 Dec 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bib.bund.de/Publikation/2022/pdf/Gefluechtete-aus-der-Ukraine-in-Deutschland-Flucht-Ankunft-und-Leben.html?nn=1222094
 (DIR) [2] /Flucht-aus-der-Ukraine/!5888411
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Paula Gaess
       
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