# taz.de -- DFB-Trainer vor Duell gegen Costa Rica: „Es wird immer besser“
       
       > Hansi Flick fühlt sich wohl als Bundestrainer. Vor der Partie gegen Costa
       > Rica will er sich mit Scheitern oder Kantersiegen nicht befassen.
       
 (IMG) Bild: Hansi Flick hat derzeit Spaß am Training des deutschen Teams
       
       [1][Hansi Flick] ist noch nie einer gewesen, der mit den Aufgeregtheiten
       des Fußballgeschäfts viel anfangen konnte. Dem grellen Scheinwerferlicht
       ist er lange als der scheinbar ideale Prototyp des Assistenztrainers aus
       dem Weg gegangen, bevor ihn der FC Bayern in einer Notlage zum Chef
       beförderte, er binnen kürzester Zeit alle erdenklichen Titel abräumte und
       in den Trainerolymp emporschoss.
       
       Vor dem letzten und entscheidenden Gruppenspiel gegen Costa Rica wurde dann
       Flick auf der Pressekonferenz in Doha erstmals mit Gedankenspielen
       konfrontiert, die sich um seinen möglichen jähen Absturz drehten. Ob er
       denn bestätigen könne, dass er unabhängig vom Spielausgang nach dem
       Donnerstag noch Bundestrainer bleiben werde?
       
       Flick lachte leicht und verwies auf die Zahlen in seinem Kontrakt mit dem
       DFB (Vertragsende 2024). Seinerseits könne er das bestätigen. Die
       Spannbreite der Fragen illustrierte gut, zwischen welchen Welten sich Flick
       während dieser WM bewegt. Die Journalisten aus Costa Rica erkundigten sich
       besorgt, ob ein 8:0-Sieg für den Bundestrainer nicht erstrebenswert sei,
       weil die Deutschen dann unabhängig vom Ausgang der Partie zwischen Spanien
       und Japan im Achtelfinale ständen. Ein solches Vorhaben wäre „vermessen und
       respektlos“, beruhigte Flick. „Wir sind froh, wenn wir das Spiel gewinnen.“
       Er erwarte, dass das Spiel „sehr, sehr schwer“ werde.
       
       Nach der [2][Auftaktniederlage gegen Japan] wurde Flick kritisiert, er habe
       falsch gewechselt und die Deutschen ihrer benötigten Stärken beraubt; nach
       dem Remis gegen Spanien wurde er dagegen für seine Wechsel gelobt, weil die
       entscheidenden Kräfte freigesetzt worden seien. Wer spielt und wer nicht
       spielt, das dürfte bei kaum einem anderen Team derzeit so argwöhnisch
       beäugt werden wie beim deutschen.
       
       Was die bisherigen Turniererfahrungen für die Aufstellung gegen Costa Rica
       bedeuten, wollte Hansi Flick nicht wirklich verraten. Er räumte ein, dass
       die Achse Gündoğan–Kimmich–Goretzka gut funktioniert habe und das
       durchaus auch gegen Costa Rica vorstellbar sei. Wichtig war ihm aber auch
       zu erwähnen, dass der dafür rausrotierte Kai Havertz erkältet und nicht
       völlig fit gewesen sei. Und die Versuche der Medienvertreter, Leroy Sané
       und [3][Niclas Füllkrug] in die Startelf zu reden, tat Flick als netten
       Versuch ab. Bei derart konkreter Wissbegierde wollte er lieber über seine
       Empfindungen sprechen. „Ich habe im Training das Gefühl, es wird immer
       besser.“
       
       Lediglich zu einer Personalie wurde er deutlich. Was er vom WM-Debüt der
       Schiedsrichterin Stéphanie Frappart bei so einem wichtigen Spiel halte,
       wollte die ebenso besorgte britische Boulevardpresse wissen. Flick sagte:
       „Ich habe zu hundert Prozent Vertrauen. Sie hat es aufgrund ihrer Leistung
       verdient.“
       
       30 Nov 2022
       
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