# taz.de -- 9-Euro-Fonds wird fortgeführt: Sonneborn fährt ticketlos
       
       > Die Initiative 9-Euro-Fonds, die Mitgliedern die Strafen für Fahren ohne
       > Fahrschein erstattet, wird von der Partei übernommen. Das sichert das
       > Projekt.
       
 (IMG) Bild: 9-Euro-Tickets statt Porsche
       
       Berlin taz | Der [1][9-Euro-Fonds] wird unbegrenzt fortgeführt. Die
       Initiator:innen, eine Gruppe von Einzelpersonen, geben das Projekt dafür an
       die Satirepartei Die Partei um deren [2][Vorsitzenden Martin Sonneborn]
       weiter. Der im September gestartete Fonds soll es Menschen ermöglichen,
       nach Auslaufen des 9-Euro-Tickets weiterhin den öffentlichen Nahverkehr zu
       nutzen.
       
       „Dadurch, dass der 9-Euro-Fonds Teil der Partei wird, ist er besser
       geschützt gegen rechtliche Angriffe“, sagt Leo Maurer, einer der
       Initiatoren, im Gespräch mit der taz. Damit könne „dauerhaft sichergestellt
       werden, dass Menschen ihr erhöhtes Beförderungsentgelt bezahlt wird“.
       
       Der Fonds funktioniert wie eine Versicherung. Wer Mitglied wird und
       monatlich 9 Euro zahlt, kann sich eventuelle Strafen für das Nutzen des
       städtischen Nahverkehrs ohne Ticket erstatten lassen.
       
       Ursprünglich sollte der Fonds nur als Zwischenlösung dienen, bis der Bund
       ein Anschlussticket anbietet. Die Einigung des Bundes auf ein
       49-Euro-Ticket, die an diesem Donnerstag ansteht, sei jedoch etwas anderes.
       Damit „begräbt die Ampel den Erfolg des 9-Euro-Tickets“, so Maurer.
       
       Martin Sonneborn hatte sich selbst an die Initiatoren gewandt und eine
       Übernahme angeboten. Er sagt: „Wir freuen uns, dass wir Parteigelder einem
       gutem Zweck zuführen können und dass wir über die Parteienfinanzierung SPD,
       CDU, Grüne und FDP an den Kosten beteiligen können.“
       
       Der Fonds werde zukünftig durch die Partei und deren Mitarbeiter
       fortgeführt. „Angesichts steigender Preise und Inflation stehen wir den
       Menschen zur Seite, die sich keine Fahrscheine leisten können“, erklärt
       Sonneborn – „so lange, bis es 9-Euro-Porsches gibt“.
       
       ## Größere Nachfrage erwartet
       
       Den Preis von 9 Euro bezeichnete Maurer als politischen Preis, dessen
       Finanzierung bislang auch durch die Einnahme von Spenden sichergestellt
       wurde. [3][In den ersten beiden Monaten sind laut Maurer 8.000 Menschen dem
       Fonds beigetreten]. 462 Mal wurde ein erhöhtes Beförderungsentgelt
       übernommen. Durch die Reichweite der Partei rechnen die Initiator:innen
       in Zukunft mit einer noch größeren Nachfrage.
       
       13 Oct 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /9-Euro-Fonds/!5878562
 (DIR) [2] /Sonneborn-und-Latour-ueber-Die-Partei/!5798107
 (DIR) [3] /Alternatives-9-Euro-Ticket/!5878847
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Erik Peter
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Martin Sonneborn
 (DIR) Die Partei
 (DIR) 9-Euro-Ticket
 (DIR) Öffentlicher Nahverkehr
 (DIR) Schwerpunkt Europawahl
 (DIR) 9-Euro-Ticket
 (DIR) 9-Euro-Ticket
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) „Die Partei“ vor der EU-Wahl: Wahlkampf in der DDR
       
       Ex-Berufssatiriker Martin Sonneborn will wieder ins EU-Parlament einziehen.
       Alleine will er „den Scheiß“ für Die Partei aber nicht machen.
       
 (DIR) Alternatives 9-Euro-Ticket: Ein erfolgreicher Zug
       
       Bereits nach drei Tagen hat der 9-Euro-Fonds 3.000 Mitglieder. Sollten sie
       ohne Fahrschein kontrolliert werden, zahlt der Fonds.
       
 (DIR) 9-Euro-Fonds: Weiterfahren für 9 Euro
       
       Eine Kampagne setzt das 9-Euro-Ticket selber fort. Wer mitmacht, kriegt
       eventuelle Strafen für ticketloses Fahren erstattet.