# taz.de -- Hohe Energiepreise: Dramatisch unterschätzt
       
       > Die Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen kommen viel zu spät. Und
       > Endverbraucher:innen von Energie werden mit der Krise ganz allein
       > gelassen.
       
 (IMG) Bild: Gas: Gefährlich teuer
       
       Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat angekündigt, neben der
       Industrie auch kleine und mittlere Unternehmen angesichts der extrem
       steigenden Energiepreise unter die Arme zu greifen. Das ist richtig. Aber
       die Ankündigung kommt spät, denn viele Betriebe fahren ihre Produktion
       bereits herunter. Es ist ein Indiz dafür, dass in den vergangenen Wochen
       etwas mächtig schiefgelaufen ist im Bundeswirtschaftsministerium.
       
       Die Verantwortlichen haben die Wucht der Energiepreiskrise dramatisch
       unterschätzt und versäumt, rechtzeitig gegenzusteuern. Jetzt greift die
       Furcht vor immensen wirtschaftlichen Schäden um sich. [1][Greift die
       Bundesregierung beherzt ein, kommen die Unternehmen vielleicht mit einem
       blauen Auge davon.] Private Energieverbraucher:innen sind
       ungeschützt.
       
       Die [2][300 Euro brutto für Beschäftigte und die anderen bisherigen
       Maßnahmen] reichen nicht aus, um die steigenden Preise für Energie zu
       kompensieren. Immer wieder kursieren Beispiele für die Vervielfachung von
       monatlichen Abschlagszahlungen auf viele Hundert Euro im Monat – denn das
       geschieht, etwa wenn Verbraucher:innen befristete Verträge hatten, weil
       sie über Internetportale billige Anbieter gewählt haben.
       
       Und genau das haben Politik und Verbraucherschützer:innen in der
       Vergangenheit geraten. Wer dem gefolgt ist, hat jetzt ein möglicherweise
       existenzbedrohendes Problem. Auch für die übrigen ist es schwierig. Die
       Preissprünge sind durch [3][Energiesparen] nicht kompensierbar.
       
       Die Bundesregierung unternimmt zu wenig, um Bürger:innen vor dem
       finanziellen Fiasko zu schützen. Was aus dem angekündigten Strompreisdeckel
       wird, ist völlig ungewiss. Andere Länder wie Spanien oder Belgien sind
       längst tätig geworden, während Deutschland auf Entscheidungen auf EU-Ebene
       wartet. Und von einem Gaspreisdeckel will die Regierung nichts wissen.
       Dabei ist er das beste Instrument, um Wirtschaft und Privatleute halbwegs
       unbeschadet durch die Krise zu bringen. Frappierend ist, dass der
       konservativen Regierung in Großbritannien das klar ist, der rot-grün-gelben
       in Deutschland aber nicht.
       
       14 Sep 2022
       
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