# taz.de -- Kosten für Mobilität: Weniger Ausgaben in der Pandemie
       
       > Im Coronajahr 2020 gaben private Haushalte weniger Geld für Mobilität
       > aus. Was nach dem 9-Euro-Ticket kommt, ist weiterhin unklar.
       
 (IMG) Bild: Busfahrt zu Beginn der Pandemie in Berlin
       
       Berlin taz | Homeoffice, Lockdown und die Angst vor Ansteckung: In der
       Coronakrise sind die [1][Ausgaben der Bürger:innen für den öffentlichen
       Verkehr deutlich gesunken]. Im Schnitt gaben private Haushalte im Jahr 2020
       für Fahrten mit Bussen, Bahnen oder Taxis 24 Euro im Monat aus, teilte das
       Statistische Bundesamt Destatis am Dienstag mit. Einberechnet sind in diese
       Zahlen auch Fahrten im Fernverkehr. Die Ausgaben lagen um 9 Euro unter
       denen des letzten Vor-Corona-Jahres 2019. Das entspricht einem Rückgang von
       27 Prozent.
       
       In der Coronakrise sind zwar viele Bürger:innen vom ÖPNV auf das Auto
       umgestiegen. Doch auch die Ausgaben für private Pkw sind im ersten
       Coronajahr gesunken, allerdings relativ gesehen weniger stark. Für den
       Unterhalt und die Nutzung von Pkw gaben die Bürger:innen ein Vielfaches
       des Gelds aus, was sie für Fahrten mit dem öffentlichen Nah- und
       Fernverkehr zahlten: Im Jahr 2020 war es mit durchschnittlich 185 Euro etwa
       für Kraftstoff, Parkgebühren, Ersatzteile, Wartung, Steuer und Versicherung
       rund achtmal so viel. Die Differenz zu 2019 lag bei rund 22 Euro, das sind
       11 Prozent weniger.
       
       Das [2][Bundesamt für Statistik] zog angesichts der Daten eine direkte
       Verbindung zum 9-Euro-Monatsticket, das noch bis Ende August gilt.
       „Vorschläge wie ein bundesweit gültiges Klimaticket für 69 Euro im Monat
       oder ein Jahresticket für 365 Euro machen deutlich, dass die Kosten ein
       entscheidendes Kriterium sind“, teilte es mit. [3][Wie es nach Auslaufen
       des 9-Euro-Tickets weitergeht], ist unklar.
       
       Der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) hat ein bundesweit gültiges
       69-Euro-Monatsticket ins Spiel gebracht. CSU-Chef Markus Söder, die
       Linkspartei sowie Umwelt- und Sozialverbände fordern ein
       365-Euro-Jahresticket. Eine Anschlussregelung muss schnell beschlossen
       werden, damit die Verkehrsunternehmen sie umsetzen können. Damit Bund und
       Länder mehr Zeit gewinnen, um sich auf eine Anschlussregelung zu
       verständigen, fordert der VDV die Verlängerung des 9-Euro-Tickets um zwei
       Monate. Aus den Reihen der Regierungsparteien kamen zu dem Vorstoß sowohl
       zustimmende als auch ablehnende Stimmen. „Die Diskussion läuft weiter“,
       sagte ein VDV-Sprecher der taz.
       
       26 Jul 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nahverkehr-leidet-unter-Coronakrise/!5784560
 (DIR) [2] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2022/PD22_30_p002.html
 (DIR) [3] /Nachfolge-fuer-9-Euro-Ticket/!5866833
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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