# taz.de -- Corona-Planung für den Herbst: Nur Stochern im Nebel möglich
       
       > Der Berliner Senat fände eine Rückkehr zur allgemeinen Maskenpflicht gut.
       > Aber was nach dem Sommer wirklich nötig ist, ist völlig offen.
       
 (IMG) Bild: Sie lässt sich auch freiwillig aufsetzen: Die Corona-Schutzmaske, hier mit Minister Karl Lauterbach
       
       Eine Maskenpflicht nicht nur in Bus und Bahn wie derzeit, sondern auch
       generell in öffentlich zugänglichen Räumen und vor allem beim Einkaufen:
       Das ist im Kern das, worüber der rot-grün-rote Senat [1][in dieser Woche
       mit Blick auf die anzunehmende nächste Corona-Welle im Herbst diskutiert
       hat]. Das klingt nicht nach viel, ist aber trotzdem nicht zu kritisieren:
       Denn für alles andere fehlt die Grundlage – niemand weiß, was da nach den
       [2][Sommerferien] wie stark oder schwach anrollen wird.
       
       Das beste Beispiel dafür ist der gegenwärtige Anstieg der
       Ansteckungszahlen, in Berlin am Freitag auf eine [3][Inzidenz von 472,6]
       und damit den höchsten Wert seit dem Frühjahr. Das ist so hoch, dass
       Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) am Dienstag vor Journalisten von
       einer „Sommerwelle“ sprach. Die ist weithin unerwartet gekommen und auch
       entgegen der Annahme, bei warmen Temperaturen seien die Menschen viel mehr
       draußen und dadurch weniger Ansteckungsrisiken ausgesetzt. Eine solche
       Welle sollte es erst im Herbst wieder geben.
       
       Dass Gote sich trotzdem nicht beunruhigt zeigte, liegt daran, dass sich die
       Zahl deren, die mit oder wegen Corona ins Krankenhaus müssen, weiter im
       handhabbaren Bereich bewegt – mutmaßlich wegen der auch nicht
       ungefährlichen, aber weniger heftigen Omikron-Variante.
       
       Probleme macht das gerade mehr jenen Unternehmen, bei denen der plötzliche
       Ausfall von – wenn auch nicht schwer – Corona-erkrankten Mitarbeitern samt
       Isolation drastische Folgen haben kann. Ein einigermaßen reibungsfreier
       [4][Ferienstart nächste Woche am Flughafen BER] – das verdeutlichte
       beispielsweise Flughafenchefin Aletta von Massenbach am Donnerstag – hängt
       auch davon ab, wie viele Mitarbeiter bis dahin wegen Corona ausfallen oder
       eben nicht.
       
       Ob Omikron aber auch im Herbst noch vorherrschen oder von einer
       aggressiveren Variante abgelöst sein wird, ist offen. Welche Maßnahmen
       nötig sind, wird sich erst dann zeigen. Was aber jetzt schon jeder und jede
       tun kann, ist freiwillig auch dort eine Maske zu tragen, wo es – noch –
       nicht vorgeschrieben ist, wo aber alle hin müssen, auch die für Corona
       besonders Anfälligen: Im Supermarkt und in sonstigen Geschäften.
       
       ## Jetzt freiwillig tun, was im Herbst wohl wieder Pflicht wird?
       
       Bei Kultur- und Sportveranstaltungen mag es eine individuelle Entscheidung
       sein, in einen Konzertsaal oder in eine Halle zu gehen oder wegen
       Ansteckungsfahr darauf zu verzichten. Für den Lebensmitteleinkauf gilt das
       nicht und auch nicht für Behördengänge. Warum also nicht freiwillig jetzt
       schon machen, was im Herbst wieder Pflicht werden wird?
       
       Über eineinhalb Masken-Stunden in einem stickigen Konzertsaal ließe sich
       diskutieren, aber die Maske für ein paar Einkaufsminuten aufzusetzen,
       sollte wirklich kein Problem und ein einfaches Zeichen von Solidarität mit
       denen sein, die mit Corona – egal ob im Körper oder im Kopf – weniger gut
       klar kommen.
       
       2 Jul 2022
       
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