# taz.de -- Neue Ideen für den Klimaschutz: 400 Seiten fürs Klima
       
       > Die Neufassung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) ist
       > fast fertig. Die Ziele, die es erreichen soll, sind deutlich höher
       > gesteckt.
       
 (IMG) Bild: Soll bald viel weniger CO2 enthalten: Himmel über Berlin
       
       Berlin taz | Mit einer Abschlussveranstaltung in der Kulturbrauerei ist am
       Donnerstagabend die Neuauflage des Berliner Energie- und
       Klimaschutzprogramm (BEK 2030) auf den Weg gebracht worden. Ein
       Fachkonsortium, das die Weiterentwicklung des erstmals 2018 in Kraft
       getretenen Maßnahmenpakets steuerte, übergab einen fast 400-seitigen
       Bericht an Berlins Klimaschutz-Staatssekretärin Silke Karcher.
       
       Der Beteiligungsprozess zur Fortschreibung des Programms für die Jahre 2022
       bis 2026 war im vergangenen September gestartet worden. Er beinhaltete
       Fachforen, Workshops und öffentliche Veranstaltungen, aber auch zwei Phasen
       der Online-Beteiligung auf der Plattform mein.berlin.de. Die zweite dieser
       Phasen fand zwischen Februar und März statt; nach Angaben der
       Senatsverwaltung für Klimaschutz wurden dabei rund 1.000 inhaltliche
       Beiträge verfasst.
       
       Die gut 70 Maßnahmen, die das Fachkonsortium zur Aufnahme ins BEK
       empfiehlt, betreffen die Handlungsfelder Energie, Gebäude, Verkehr,
       Wirtschaft sowie private Haushalte und Konsum. Ihre Umsetzung soll es
       ermöglichen, Berlins neue Ziele zur Reduktion von Kohlendioxid (CO2) zu
       erreichen, die mit der [1][Novelle des Berliner Energiewendegesetzes vor
       fast einem Jahr verschärft] wurden.
       
       Demnach müssen die Emissionen nun schon 2030 um mindestens 70 Prozent unter
       das Niveau von 1990 sinken. Noch hat die Hauptstadt erst wenig mehr als 40
       Prozent Reduktion erreicht. In den vergangenen Jahren stiegen die
       CO2-Emissionen teilweise sogar wieder an – namentlich im Verkehrssektor,
       der fast ein Drittel zu den gesamten Emissionen beiträgt.
       
       ## Starker Handlungsdruck
       
       Die Senatsverwaltung bezeichnet diese Ziele in einer Mitteilung als
       „ambitioniert“, sie erzeugten in jedem Bereich einen starken
       Handlungsdruck. „Wir können dies nur schaffen, wenn wirklich auf allen
       politischen Ebenen ambitionierte Klimaschutzpolitik betrieben wird“, sagte
       Staatssekretärin Karcher bei der Veranstaltung am Donnerstag. AktivistInnen
       etwa vom Volksbegehren Berlin 2030 klimaneutral [2][gehen die Ziele dagegen
       längst nicht weit genug].
       
       Ausgearbeitet wurden die BEK-Empfehlungen von MitarbeiterInnen der Berliner
       Energieagentur (BEA), des Consultingunternehmens DIW Econ und des Wuppertal
       Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Sie müssen nun von der
       Senatsverwaltung in eine Beschlussvorlage für den Senat gegossen werden.
       Wenn dieser zustimmt, berät auch das Abgeordnetenhaus noch über die
       Neufassung des Programms.
       
       Konkret handelt es sich bei den vorgeschlagenen Maßnahmen um so
       unterschiedliche Projekte wie die Prüfung von Windkraft-Standorten
       innerhalb der Landesgrenzen, die Einrichtung eines Runden Tischs zur
       besseren Vereinbarung von Klima- und Denkmalschutz, die Ausweitung von
       Tempo 30 auf die gesamte Stadt oder die Entwicklung einer Klima-App für
       alle KonsumentInnen.
       
       17 Jun 2022
       
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