# taz.de -- Jesuitenpater holte Essen aus Müll: „Containern“-Ermittlungen beendet
       
       > Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht mehr gegen den Jesuitenpater, der
       > Essen aus Müll von Supermärkten gerettet hatte. Der Priester protestiert.
       
 (IMG) Bild: Pater Alt mit seiner „Beute“: Der Jesuit zeigt Ende Dezember aus dem Müll gerettete Lebensmittel
       
       Berlin taz | Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat das
       Ermittlungsverfahren wegen Containerns gegen den Jesuitenpater [1][Jörg
       Alt] eingestellt, der aus Supermarkt-Mülltonnen Lebensmittel „gerettet“
       hatte. Die Behörde teilte am Donnerstag mit, sie dürfe keine Anklage
       erheben, „da nicht geklärt werden konnte, welche konkreten Waren aus
       welchen Lebensmittelmärkten der Beschuldigte entwendet hatte“. Der Pater
       kritisierte die Einstellung, weil er mit dem Verfahren weiter darauf
       aufmerksam machen wollte, dass [2][Containern strafbar] ist und die Politik
       mehr gegen den Klimawandel unternehmen müsse.
       
       Alt hatte den Ermittlern zufolge Ende Dezember 2021 „medienwirksam“
       behauptet, auf dem Gelände mehrerer Supermärkte Lebensmittel aus
       Abfallbehältern entwendet und dabei mindestens auf einem Müllplatz auch
       einen Container mit einem Dreikantschlüssel geöffnet zu haben. Die
       Staatsanwaltschaft ermittelte deshalb wegen des Verdachts auf besonders
       schweren Diebstahl. Der Pater hatte die Lebensmittel öffentlich verteilt
       und sich selbst angezeigt.
       
       Der Jesuit erklärte nun, die Polizei habe sehr wohl einen Supermarkt
       ermittelt, wo er containert habe. „Eine Fotografin der Nachrichtenagentur
       epd hat das fotografiert“, sagte Alt der taz. „Auch verstehe ich den
       Ausdruck ‚mangels Tatnachweis‘ insofern nicht, da ich mich ja in allen
       Anklagepunkten ‚schuldig‘ bekannt habe. Ich kann dies nur so deuten, dass
       der Freistaat Bayern ein hochnotpeinliches Verfahren um jeden Preis aus der
       Welt schaffen will.“ Seine Forderungen seien noch nicht erfüllt,
       kritisierte der Pater: Containern müsse entkriminalisiert, große
       Supermärkte dazu verpflichtet, nicht verkaufte Lebensmittel zu spenden, und
       der „Einstieg in eine klimawandelresiliente Landwirtschaft“ gemacht werden.
       Alt engagiert sich auch bei der Initiative „Letzte Generation“, die
       ähnliche Forderungen erhebt.
       
       In Deutschland werden Schätzungen zufolge ein Viertel bis ein Drittel aller
       Nahrungsmittel weggeworfen, obwohl weltweit rund 800 Millionen Menschen
       hungern. Die [3][verschwendeten Lebensmittel] verursachten nach Angaben des
       Umweltbundesamts von 2017 circa 4 Prozent aller deutschen Treibhausgase.
       
       12 May 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Jesuitenpater-ueber-Essensverschwendung/!5825609
 (DIR) [2] /Jesuitenpater-ueber-Essensverschwendung/!5825609
 (DIR) [3] /Ziviler-Widerstand/!5846789
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Lebensmittelverschwendung
 (DIR) Containern
 (DIR) Landwirtschaft
 (DIR) Nürnberg
 (DIR) GNS
 (DIR) IG
 (DIR) Klima
 (DIR) Letzte Generation
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Containern
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Jesuitenpater geht ins Gefängnis: Vater, der du bist in Haft
       
       In Nürnberg geht der Jesuitenpater Jörg Alt für 25 Tage ins Gefängnis. Er
       weigert sich, eine Geldstrafe wegen einer Klimablockade zu zahlen.
       
 (DIR) Krieg beschäftigt Bewegung: Pause für Klimaprotest
       
       Die „Letzte Generation“ will ihre Blockadeaktionen einige Wochen aussetzen.
       Grund ist der Ukraine-Krieg, der auch Fridays for Future beschäftigt.
       
 (DIR) Jesuitenpater über Essensverschwendung: „Containern entkriminalisieren“
       
       Pater Jörg Alt begrüßt, dass Agrarminister Özdemir Essensspenden
       erleichtern will. Wer Essen vor dem Müll rette, dürfe nicht bestraft
       werden.
       
 (DIR) Minister Özdemir zu Lebensmittel-Spenden: Strafen wegen Containerns „absurd“
       
       Gegen Verschwendung: Agrarminister Özdemir setzt sich für einfachere
       Lebensmittel-Spenden ein. Der Handel solle abgelaufene Ware spenden anstatt
       wegwerfen.