# taz.de -- Bester animierter Kurzfilm bei den Oscars: What is love?
       
       > „The Windshield Wiper“ gewinnt in der Kategorie Bester animierter
       > Kurzfilm. Er fängt in bunten, kurzen Szenen viele Facetten der Liebe ein.
       
 (IMG) Bild: Oscar für den Kurzfilm „The Windshield Wiper“: Produzent Leo Sanchez und Regisseur Alberto Mielgo
       
       Zwei Menschen stehen vor einem Supermarkt-Kühlregal. Beide halten ihr
       Smartphone in der einen, den Einkaufskorb in der anderen Hand. Beide
       greifen nach einer Packung Milch. Sie blicken sich nicht an, swipen auf den
       Handybildschirmen potenzielle Partner:innen nach links oder rechts.
       Dabei bemerken sie gar nicht, dass die Person, die sie gerade nach rechts
       gewischt und somit „gematcht“ haben, direkt neben ihnen steht.
       
       Die Szene ist aus dem diesjährigen Gewinner der Kategorie Bester animierter
       Kurzfilm [1][der Acadamy Awards]. Der spanische Filmemacher und Künstler
       Alberto Mielgo führte bei der farbgewaltigen Collage moderner Liebe Regie.
       Er verwebt sowohl optisch als auch thematisch das Digitale mit dem
       Analogen: Scheinbar banale Chatnachrichten werden vor das Bild eines
       Satelliten, der über die Erde schwebt, geworfen; der Match aus dem
       Supermarkt wartet später im Film mit einem Rosenstrauß vor einer
       graffitibesprühten Eingangstüre zu einem Altbau.
       
       „What is love?“ ist die Eingangsfrage, die ein Mann im Anzug vor seinem
       vollen Aschenbecher ins Leere stellt. In 15 Minuten öffnet der Filmemacher
       verschiedene Erzählstränge und reiht Szenen aus unterschiedlichen
       Beziehungen – oder dem, was Beziehung werden könnte – in Comic- und
       [2][Videospiel-Ästhetik] aneinander.
       
       ## Romantische Gesten für die Schaufensterpuppe
       
       Statt durch stringente Handlung entsteht der rote Faden in „The Windshield
       Wiper“ durch die ambivalente Stimmung der kurzen, teils nur wenige Sekunden
       langen Einstellungen. Erst schaut man einem Paar am Strand beim
       schweigsamen Hin-und-Herreichen einer Zigarette zu, dann den beiden
       Tindernden aus dem Supermarkt beim Swipen, schließlich einem Wohnungslosen,
       wie er vor dem Mode-Schaufenster in einer Großstadt mit einer Puppe
       spricht, als wolle er ihr Herz zurückgewinnen.
       
       Der Spanier Mielgo, der unter anderem bei einer Folge der 2019 erschienenen
       Netflix-Serie „Love, Death & Robots“ Regie führte, überzeugt in seinem
       Kurzfilm durch starke, kontrastreiche Farben und schafft es, die
       Komplexität und Facetten von Partnerschaft im Jahr 2022 in scheinbar
       kleinen Momenten und mit wenig Dialog auf die Leinwand zu bringen.
       
       „The Windshield Wiper“. Regie: Alberto Mielgo. Spanien/USA 2021, 15 Min.
       
       28 Mar 2022
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klaudia Lagozinski
       
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