# taz.de -- +++ Nachrichten zum Ukrainekrieg +++: Kein Strom in Tschernobyl
       
       > Die Verbindung zum AKW in Tschernobyl ist gekappt. Die Internationale
       > Atomenergiebehörde sieht keine Gefahr. Das radioaktive Material könne
       > weiter sicher gelagert werden.
       
 (IMG) Bild: Reparaturarbeiten am explodierten ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl, 1988
       
       ## Stromversorgung im AKW Tschernobyl unterbrochen
       
       Die Stromversorgung in der stillgelegten Atomanlage Tschernobyl ist nach
       ukrainischen Angaben unterbrochen worden. Die Notfallgeneratoren seien
       angeschaltet worden, teilte die staatliche Kommunikationsbehörde am
       Mittwoch mit. Durch den Stromausfall könnten Anlagen für die Kühlung von
       Atommaterial gefährdet seien. Wodurch die Stromversorgung gekappt wurde,
       war zunächst unklar.
       
       Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba ließ wissen, dass das
       zuständige Stromnetz beschädigt sei. Er rief zu einer Waffenruhe auf, um
       Reparaturarbeiten vornehmen zu können. Die Atomanlage wird seit vergangener
       Woche von russischen Soldaten kontrolliert. Der ukrainische
       Stromnetzbetreiber Ukrenerho teilte mit, laut der Atomaufsicht hätten die
       Diesel-Generatoren Treibstoff für einen 48-stündigen Betrieb. Wenn es
       keinen Strom gebe, könnten die Messwerte für sichere Strahlungswerte nicht
       überprüft werden.
       
       Zuvor hatte die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) bekannt gegeben,
       keine Verbindung mehr zu den Überwachungsgeräten im ehemaligen ukrainischen
       Atomkraftwerk Tschernobyl zu haben. Das radioaktive Material kann laut der
       IAEA trotz des Stromausfalls weiterhin sicher gelagert werden. Die
       Stromversorgung sei zwar grundsätzlich ein wesentlicher Sicherheitsfaktor,
       schrieb die Organisation am Mittwoch auf Twitter. In Tschernobyl seien die
       abgebrannten Brennelemente jedoch in ausreichend großen Kühlbecken, die
       auch ohne Elektrizität genug Wärme ableiten würden, hieß es. „In diesem
       Fall sieht die IAEA keine kritische Auswirkung auf die Sicherheit.“
       (ap/rtr/dpa)
       
       ## Polen bekräftigt Willen zur Lieferung von Kampfjets
       
       Polen hat seine Bereitschaft bekräftigt, seine in Russland hergestellten
       Kampfflugzeuge über die Nato der Ukraine zur Verfügung zu stellen.
       Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte am Mittwoch, es handele sich
       jedoch um eine Entscheidung, die von allen Nato-Mitgliedern getroffen werde
       müsse, da sie die allgemeine Sicherheit betreffe. „Polen ist keine Seite in
       diesem Krieg (…) und die Nato ist keine Seite in diesem Krieg“, sagte
       Morawiecki bei einem Besuch in Wien. „Eine so schwerwiegende Entscheidung
       wie die Übergabe von Flugzeugen muss einstimmig und unmissverständlich von
       der gesamten Nordatlantischen Allianz getroffen werden.“ Die Gespräche zu
       diesem Thema würden fortgesetzt.
       
       Die Ukraine hat die USA und andere westliche Länder darum gebeten,
       Kampfjets bereitzustellen. Polen reagierte am Dienstag mit dem Angebot,
       seine Flugzeuge auf eine US-Militärbasis in Deutschland zu verlegen – in
       der Erwartung, dass die Flugzeuge dann an ukrainische Piloten übergeben
       würden. Das Pentagon teilte daraufhin mit, es habe von dem Plan keine
       Kenntnis gehabt. Dieser sei unhaltbar. (ap)
       
       ## Kabinett beschließt Wegfall der EEG-Umlage im Strompreis
       
       Strom soll ab diesen Sommer günstiger werden. Das Bundeskabinett beschloss
       am Dienstag in Berlin das Ende der Finanzierung der sogenannten EEG-Umlage
       über den Strompreis und brachte dazu eine Formulierungshilfe für einen
       Gesetzentwurf auf den parlamentarischen Weg. Ab dem 1. Juli wird diese
       Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Energie- und
       Klimafonds finanziert, damit Endverbraucher – Privatleute ebenso wie die
       Wirtschaft – entlastet werden.
       
       Stromanbieter werden verpflichtet, die Preise entsprechend zu senken.
       Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärte mit Blick auf die
       stark steigenden Energiepreise: „Die Abschaffung der EEG-Umlage kann den
       Druck etwas mindern. Wir müssen aber angesichts der jetzt exorbitant
       gestiegenen Preise über weitere Entlastungen reden.“ Details dazu nannte er
       nicht. Die Finanzierung der EEG-Umlage über den Strompreis sollte laut
       Koalitionsvertrag erst ab Januar 2023 abgeschafft werden. Wegen der
       Preisanstiege in dem Bereich wurde das Vorhaben vorgezogen. (epd)
       
       ## McDonald's schließt in Russland 850 Filialen zeitweise
       
       Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine schließt die
       Fast-Food-Kette McDonald's ihre 850 Filialen in Russland bis auf Weiteres.
       Alle Geschäfte dort würden vorübergehend eingestellt, die Gehälter der rund
       62.000 örtlichen Mitarbeiter aber weiter gezahlt, erklärte das Unternehmen
       am Dienstag.
       
       McDonald's sei in dem Land seit mehr als 30 Jahren vertreten und habe dort
       inzwischen täglich „Millionen russische Kunden“. Aufgrund der Werte des
       Unternehmens könne man jedoch „das unnötige menschliche Leid, das sich in
       der Ukraine zuträgt, nicht ignorieren“, erklärte McDonald's-Chef Chris
       Kempczinski in einer vom Unternehmen veröffentlichten E-Mail an die
       Mitarbeiter. Auch alle Angestellten in der Ukraine würden voll weiter
       bezahlt, betonte er.
       
       McDonald's machte zunächst keine Angaben dazu, unter welchen Umständen die
       zeitweise Schließung der Restaurants in Russland wieder aufgehoben werden
       könnte. In seinem Schreiben betonte Kempczinski, McDonald's „verurteilt
       Angriff und Gewalt und betet für Frieden“. Zahlreiche westliche Unternehmen
       haben ihre Geschäfte in Russland wegen des Kriegs und den harten Sanktionen
       vieler Staaten gegen Moskau bereits eingestellt oder zumindest zeitweise
       ausgesetzt. Darunter auch die Kaffeehaus-Kette Starbucks. Die Lieferung von
       Produkten und der Betrieb von Cafés würden gestoppt, teilt der US-Konzern
       mit. Auch Coca Cola und Pepsi ziehen sich aus Russland zurück. (dpa)
       
       ## Belagerung führt in Mariupol zu katastrophalen Zuständen
       
       In der von russischen Invasoren belagerten Großstadt Mariupol spielen sich
       knapp zwei Wochen nach Kriegsbeginn verzweifelte Szenen ab. Viele Menschen
       waren am Mittwoch seit Tagen ohne fließendes Wasser, Heizung, Kanalisation
       und Telefonverbindungen. Einige brachen auf der Suche nach Essbarem in
       Geschäfte ein, andere schmolzen Schnee, um Wasser zu haben. „Es gibt
       nichts, keine Haushaltsgegenstände. Das Wasser wird nach dem Regen von den
       Dächern gesammelt“, sagte der Leiter des Roten Kreuzes von Mariupol, Alexej
       Bernzew.
       
       Die Lage in Mariupol sei katastrophal, sagte Vize-Ministerpräsidentin Iryna
       Wereschtschuk. Tausende drängten sich in Kellern, die unter dem Einschlag
       russischer Granaten erzitterten. Sie warteten auf Nachrichten über
       Evakuierungsmöglichkeiten. Wegen der Stromausfälle konnten viele nur mit
       ihren Autoradios Neuigkeiten empfangen. Nachrichten zu beschaffen und
       weiterzugeben sei zu einer der wichtigsten Aufgaben seiner Organisation
       geworden, sagte Bernzew. „Manchmal sind Informationen für die Menschen
       wichtiger als Nahrung.“
       
       Die Stadt mit rund 430.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist eingekreist.
       Ein Versuch, Zivilisten zu evakuieren und dringend benötigte Medizin,
       Nahrung und Wasser nach Mariupol zu bringen, scheiterte am Dienstag.
       Ukrainische Regierungsbeamte erklärten, russische Streitkräfte hätten den
       Konvoi beschossen. Russland bestreitet das. (ap)
       
       ## Deutsche-Bank-Ökonomen erwarten bis zu sieben Prozent Inflation
       
       Mehr Inflation, weniger Wachstum: Die Ökonomen der Deutschen Bank haben
       ihre Konjunkturprognosen für Deutschland wegen der russischen Invasion in
       der Ukraine geändert. „Angesichts des massiven Energiepreisanstiegs infolge
       des Ukraine-Krieges haben wir unsere Inflationsprognose abermals deutlich
       auf 5,5 Prozent hochgesetzt“, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten
       Vorhersage. Bislang waren die Ökonomen lediglich von 4,2 Prozent
       ausgegangen, nachdem die Preise bereits 2021 um 3,1 Prozent gestiegen
       waren. Im schlimmsten Fall könnten diese sogar um etwa 6,5 bis 7,0 Prozent
       steigen, „weil die Öl- und Gaslieferungen zumindest vorübergehend
       unterbrochen werden“. 2023 soll die Teuerungsrate dann auf etwa 3,5 Prozent
       zurückgehen.
       
       Der Ukraine-Krieg hat auch Folgen für das Wirtschaftswachstum. Das
       Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr nur zwischen 2,5 und 3,0 Prozent
       zulegen, so die Experten um Deutschland-Chefvolkswirt Stefan Schneider.
       Bislang waren sie von plus 4,0 Prozent ausgegangen. Realeinkommen, Exporte
       und Investitionen dürften sich schwächer entwickeln als bislang angenommen,
       was teilweise durch höhere Staatsausgaben kompensiert werde. Laufe es ganz
       schlecht, könnte sogar nur ein Wachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent
       herausspringen.
       
       Einen drastischen Einbruch erwarten die Ökonomen im Russland-Geschäft.
       „Aufgrund der Sanktionen und des Rückzugs internationaler Unternehmen
       werden die deutschen Exporte nach Russland wahrscheinlich um rund 75
       Prozent einbrechen“, so die Prognose. Allerdings war der Anteil der
       Ausfuhren nach Russland an den gesamten deutschen Exporten bereits nach der
       Annexion der Krim 2014 auf nur noch gut zwei Prozent geschrumpft. Daher
       sollten lediglich rund 1,75 Prozent des gesamten deutschen Exportvolumens
       verloren gehen. (rtr)
       
       ## Selenski dankbar für Öl-Importverbot sowie Proteste
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat den USA für das
       Importverbot für Öl aus Russland gedankt. „Ich bin Präsident (Joe) Biden
       persönlich für diese Entscheidung dankbar. Jeder Cent, der an Russland
       gezahlt wird, verwandelt sich in Kugeln und Geschosse, die in andere
       souveräne Staaten fliegen“, sagte er in einer am Dienstagabend
       veröffentlichten Videobotschaft. Er danke auch dem britischen Premier Boris
       Johnson, dass Großbritannien ab Ende 2022 kein russisches Öl mehr einführen
       will. „Die Welt glaubt nicht an die Zukunft Russlands.“
       
       Selenski hob den Mut von Russen hervor, die für die Ukraine auf die Straße
       gehen. „Sie kämpfen jeden Tag für uns und für sich selbst.“ Die russische
       Bürgerrechtsorganisation Owd-Info zählte seit Beginn des Krieges am 24.
       Februar bereits mehr als 13.400 Festnahmen bei Anti-Kriegs-Demonstrationen
       in Russland. „Der Krieg muss enden“, sagte Selenski. „Wir müssen uns an den
       Verhandlungstisch setzen.“ In 13 Tagen Krieg seien auch mehr als 50
       ukrainische Kinder getötet worden. „Ich werde das nie verzeihen.“ (dpa)
       
       ## Moskau will nicht den Sturz der Regierung in Kiew
       
       Russland strebt nach Angaben des Außenministeriums in Moskau nicht den
       Sturz der ukrainischen Regierung an. In den Verhandlungen mit Vertretern
       der Regierung in Kiew über eine Beilegung des Konflikts seien „einige
       Fortschritte erzielt worden“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums,
       Maria Sacharowa, am Mittwoch. Die russischen Truppen hätten nicht den
       Auftrag, „die aktuelle Regierung zu stürzen“.
       
       Die Regierung in Moskau wolle ihre Ziele eines neutralen Status der Ukraine
       durch Gespräche erreichen und hoffe, dass die nächste Verhandlungsrunde mit
       der Ukraine bedeutendere Fortschritte erzielen werde. Rund 140.000 Menschen
       seien aus der Ukraine nach Russland geflohen. Russlands Militär ist am 24.
       Februar in das Nachbarland einmarschiert, dies wird von der Führung in
       Moskau als „militärischer Sondereinsatz“ bezeichnet. (rtr/afp)
       
       ## Russland droht Westen mit harten Strafmaßnahmen
       
       Russland droht dem Westen mit harten Gegenmaßnahmen nach den Sanktionen
       wegen der Ukraine-Invasion und gerät zugleich wirtschaftlich immer stärker
       unter Druck. „Russlands Reaktion wird schnell, überlegt und empfindlich für
       diejenigen sein, die sie betrifft“, zitiert die russische
       Nachrichtenagentur RIA den Leiter der Abteilung für wirtschaftliche
       Zusammenarbeit im Außenministerium, Dmitri Biritschewski, am Mittwoch. Es
       werde an Maßnahmen gearbeitet, die in alle Richtungen gingen. Details
       wurden zunächst nicht bekannt. US-Präsident Joe Biden hatte zuvor ein
       Einfuhrverbot für russisches Öl und Gas verhängt. Der Westen hat unter
       anderem bereits Sanktionen erlassen, die das russische Finanzsystem und
       insbesondere die Notenbank in Moskau ins Visier nehmen. (rtr)
       
       ## Rubel im freien Fall
       
       Präsident Wladimir Putin unterzeichnete unterdessen ein Gesetz, das Mittel
       aus einem nationalen Vermögensfonds für den Ankauf von Staatsanleihen und
       Aktien freigibt. Zudem wurde eine sogenannte „Kapitalamnestie“ erlassen:
       Das bedeutet, dass am Fiskus vorbei ins Ausland gebrachtes Geld wieder nach
       Russland zurückkehren kann, ohne dass Strafen oder Steuern drohen.
       
       Der russische Rubel setzte infolge des westlichen Embargos derweil seinen
       Sinkflug fort: Im Moskauer Handel stieg der Dollar zur russischen Devise um
       rund 15 Prozent auf 119,99 Rubel. Händler bezeichnen das Handelsgeschehen
       als extrem illiquide. Der Handel mit Aktien und Derivaten ist in Moskau
       seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine – die Russland eine
       militärische Sonderoperation nennt – in weiten Teilen von der Zentralbank
       stillgelegt worden. (rtr)
       
       ## Evakuierungsversuch in Mariupol und anderen Städten
       
       Die Ukraine versucht, über sechs Fluchtkorridore Zivilisten aus belagerten
       Städten herauszubringen. Dies betreffe auch die Hafenstadt Mariupol im
       Süden, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna
       Wereschtschuk, in einer Videoaufnahme. Die ukrainischen Truppen seien
       bereit, in den betroffenen Gebieten von 09.00 Uhr bis 21.00 Uhr (Ortszeit,
       08.00 Uhr bis 20.00 Uhr MEZ) das Feuer einzustellen, um den Abtransport der
       Menschen zu ermöglichen.
       
       Wereschtschuk ruft die russischen Streitkräfte auf, ihre Verpflichtung zur
       Feuerpause ebenfalls zu erfüllen. Zivilisten in Sumy im Nordosten der
       Ukraine verlassen derweil den zweiten Tag in Folge über einen
       Fluchtkorridor die belagerte Stadt. Bürgermeister Olexandr Lysenko sagt im
       Fernsehen, die Menschen hätten damit begonnen, in ihren Privatfahrzeugen
       aus der Stadt zu fahren, nachdem der Korridor eingerichtet worden sei.
       (rtr)
       
       ## EU beschließt Sanktionen gegen russische Oligarchen
       
       Die 27 EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden Kriegs gegen die
       Ukraine auf eine erneute Ausweitung der Sanktionen gegen Russland und
       dessen Partnerland Belarus verständigt. Wie die Ratspräsidentschaft am
       Mittwoch in Brüssel mitteilte, sollen weitere Oligarchen und deren
       Angehörige auf eine Liste von Personen kommen, deren Vermögenswerte in der
       EU eingefroren werden und die nicht mehr einreisen dürfen. Zudem sind ein
       Verbot für die Ausfuhr von Schifffahrtsausrüstung sowie der Ausschluss
       dreier belarussischer Banken aus dem Kommunikationsnetzwerk Swift
       vorgesehen.
       
       Auf den von der Ukraine geforderten Stopp von Energieimporten aus Russland
       konnten sich die EU-Staaten auch nach einem entsprechenden Beschluss der
       USA weiter nicht verständigen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte dazu
       am Montag erklärt: „Die Versorgung Europas mit Energie für die
       Wärmeerzeugung, für die Mobilität, die Stromversorgung und für die
       Industrie kann im Moment nicht anders gesichert werden.“ An diesem
       Donnerstag und Freitag dürfte dies Thema bei einem Sondergipfel der
       EU-Staats- und Regierungschefs werden.
       
       Die bislang verhängten Sanktionen zielen darauf ab, der russischen
       Zentralbank die Geschäftstätigkeit zu erschweren und bestimmte
       Industriesektoren von der Versorgung mit Hightech abzuschneiden. Zudem
       wurde der Luftraum über der EU für Flugzeuge aus Russland komplett
       gesperrt. Hunderte Personen und Dutzende Organisationen kamen neu auf die
       EU-Sanktionsliste. Der förmliche Beschluss zur Ausweitung der Sanktionen
       wird nach Angaben des derzeitigen französischen EU-Ratsvorsitzes im
       schriftlichen Verfahren erfolgen. Danach können sie im EU-Amtsblatt
       veröffentlicht werden und in Kraft treten. (dpa)
       
       ## Laut UNHCR über 2 Millionen Menschen geflüchtet
       
       Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind nach Angaben des
       Flüchtlingshilfswerkes UNHCR schätzungsweise 2,1 bis 2,2 Millionen Menschen
       aus der Ukraine geflohen. Ein Ende des Exodus sei nicht abzusehen, teilt
       die Organisation der Vereinten Nationen mit.
       
       Die meisten Flüchtlinge gehen nach Polen. Jetzt sei es eher an der Zeit zu
       versuchen, an den Grenzen zu helfen, als über eine Aufteilung der
       Flüchtlinge auf die einzelnen Länder zu sprechen, sagt
       UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. Vor allem Moldau, das kein
       EU-Mitglied sei, sei in der gegenwärtigen Lage besonders anfällig. (rtr)
       
       ## Ratingagentur Fitch stuft Russland als „unmittelbar vor Zahlungsausfall“
       ein
       
       Die US-Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Russlands erneut
       herabgestuft. Die Agentur stufte das Risiko, dass Russland seine
       Staatsschulden nicht mehr zurückzahlen könnte, in der Nacht zum Mittwoch
       als „unmittelbar bevorstehend“ ein. Fitch begründete die neue Bewertung mit
       „Entwicklungen, die Russlands Bereitschaft zur Rückzahlung der
       Staatsschulden weiter untergraben haben“.
       
       Die großen Ratingagenturen hatten Russlands Bonität bereits Anfang März auf
       Ramschniveau abgesenkt. Der Westen hat Russland wegen dessen Angriffskrieg
       in der Ukraine mit harten Finanzsanktionen belegt und der russischen
       Zentralbank den Zugriff auf den größten Teil seiner riesigen
       Devisenreserven im Ausland blockiert. Am Dienstagabend hatte die russische
       Zentralbank den Devisenhandel in Russland ausgesetzt, um die extreme
       Abwertung des Rubel und die Kapitalflucht aus dem Land zu bremsen. (afp)
       
       ## Pentagon lehnt polnisches Angebot zur Übergabe von Kampfjets ab
       
       Das Pentagon hat ein Angebot Polens zur sofortigen Übergabe all seiner
       Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 an die USA zur Nutzung durch die Ukraine
       zurückgewiesen. Der Vorstoß werfe für die Nato ernste Bedenken auf und sei
       nicht tragbar, erklärte das US-Verteidigungsministerium in Washington am
       Dienstag. Pressesprecher John Kirby erklärte, die USA würden mit Polen und
       den anderen Nato-Verbündeten weiter über das Thema und die damit
       verbundenen „schwierigen logistischen Herausforderungen“ sprechen.
       
       Die polnische Regierung hatte zuvor erklärt, sie sei zur sofortigen
       Übergabe all ihrer 28 Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 an den
       US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland bereit. Sie setzte sich
       damit für eine Regelung ein, die dem ukrainischen Militär die Nutzung der
       Flugzeuge erlauben würde. Ukrainische Piloten sind für Kampfflugzeuge aus
       sowjetischer Zeit wie die MiG-29-Jets ausgebildet.
       
       Die polnische Regierung erklärte, Warschau ersuche die USA, Polen im
       Gegenzug gebrauchte Flugzeuge mit entsprechenden Einsatzfähigkeiten zu
       liefern. Die Regierung rief andere Staaten mit MiG-29-Flugzeugen auf, es
       Polen gleichzutun. Auch die Nato-Mitglieder Bulgarien und Slowakei haben
       noch derartige Maschinen sowjetischer Bauart. Die Staatssekretärin im
       US-Außenministerium Victoria Nuland äußerte sich überrascht. Ihres Wissens
       nach sei der Plan der Polen nicht mit der US-Regierung abgesprochen
       gewesen, sagte sie. (ap)
       
       ## 🐾 US-Importstopp für russisches Öl
       
       „US-Präsident Joe Biden hat wegen des russischen Angriffskriegs gegen die
       Ukraine am Dienstag per Verfügung ein Importverbot für Öl aus Russland
       erlassen. Der Importstopp ziele auf eine „Hauptschlagader der russischen
       Wirtschaft“, sagte Biden bei einem kurzfristig angekündigten Auftritt im
       Weißen Haus in Washington. Er betonte, der Schritt sei mit den europäischen
       Verbündeten abgesprochen und werde in den USA parteiübergreifend
       unterstützt.“ Lesen Sie hier mehr im [1][Bericht der taz
       USA-Korrespondentin Eva Oer] über das Importverbot für Öl aus Russland.
       (taz)
       
       ## Großbritannien beschlagnahmt russisches Flugzeug
       
       Nach der Ankündigung von neuen Sanktionen gegen Russland beschlagnahmte
       Großbritannien ein russisches Flugzeug. Derzeit befinde sich die Maschine
       in Farnborough am Boden, erklärt Verkehrsminister Grant Shapps. „Es ist
       sehr wichtig, dass wir die Gesetze zur Verfügung haben, um dies zu
       ermöglichen.“ In der vergangenen Nacht habe er zudem ein Gesetz
       unterzeichnet, das einige der Schlupflöcher schließe, wenn es darum gehe,
       das Eigentum an einigen dieser Flugzeuge herauszufinden, sagt Shapps der
       BBC. Für russische Flugzeuge war es bereits zu einer Straftat erklärt
       worden, im Vereinigten Königreich zu fliegen oder zu landen. (rtr)
       
       ## Humanitärer Korridor aus Sumy bleibt offen
       
       Der humanitäre Korridor aus der ukrainischen Stadt Sumy soll nach Angaben
       der Regionalbehörden auch diesen Mittwoch aufrecht erhalten bleiben. Am
       Dienstag hätten etwa 5.000 Menschen in Bussen über den Korridor die im
       Nordosten gelegene Stadt verlassen. Außerdem hätten sich etwa 1.000 Autos
       auf den Weg in die ukrainische Stadt Poltawa gemacht, teilte der
       Regionalgouverneur mit. Der Fluchtkorridor zwischen Sumy und Poltawa war
       der einzige, der am Dienstag funktionierte. (rtr)
       
       ## IWF will Soforthilfe für Ukraine genehmigen
       
       Das Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird am
       Mittwoch voraussichtlich zusätzliche 1,4 Milliarden Dollar als Soforthilfe
       für die Ukraine genehmigen. Die Mittel kämen zu den 700 Millionen Dollar
       hinzu, die der IWF im Dezember bereits an die Ukraine ausgezahlt habe,
       sowie zu den 2,7 Milliarden Dollar an Notfallreserven, die das Land im
       Rahmen einer IWF-Zuweisung im August erhalten habe, sagte die
       geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgiewa. (rtr)
       
       [2][Hier lesen Sie] die Nachrichten zum Ukrainekrieg vom Dienstag, 6. März.
       
       9 Mar 2022
       
       ## LINKS
       
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       weitreichend.
       
 (DIR) Wider den russischen Einmarsch: Selenski will sich nicht beugen
       
       Die Ukraine schießt drei russische Kampfjets ab, bleibt aber machtlos gegen
       den Beschuss vieler Städte. Zivilist:innen bleibt nur die Flucht.