# taz.de -- Pläne zum Ende der Coronamaßnahmen: Die Zeit ist reif
       
       > Die Lockerungspläne von Bund und Ländern wirken auf den ersten Blick
       > gewagt. Aber sie sind richtig – zumal einige Maßnahmen ohnehin kaum mehr
       > sinnvoll sind.
       
 (IMG) Bild: Bald wieder möglich: Shopping ohne 2G – hier die Szene einer Einkaufsstraße in Münster
       
       Auf den ersten Blick sieht es nach einem gewagten Vorhaben aus: Auf dem
       Höhepunkt der Omikron-Welle, zu einem Zeitpunkt, an dem etwa jeder
       zwanzigste Deutsche mit dem Coronavirus infiziert ist, planen Bund und
       Länder die Abschaffung wesentlicher Schutzmaßnahmen: Bis zum 20. März
       sollen schrittweise Kontaktbeschränkungen, Zugangskontrollen im
       Einzelhandel und Zuschauerlimits bei Großveranstaltungen gelockert werden,
       so sieht es [1][ein Beschlussentwurf für den Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch
       vor].
       
       Bei vielen, die die Bedrohung durch das Virus bisher sehr ernst genommen
       haben, dürfte diese Ankündigung angesichts der unklaren weiteren
       Entwicklung für Unverständnis sorgen. Doch wie so oft lohnt ein genauerer
       Blick. Und der lässt die Pläne durchaus nachvollziehbar erscheinen. Zum
       einen sind – unter anderem durch die Impfungen – trotz der Rekordinzidenzen
       die Zahlen von Hospitalisierungen und Coronatoten niedrig geblieben.
       
       Zum anderen mehren sich derzeit die Zeichen, [2][dass die Omikron-Welle
       ihren Höhepunkt bereits überschritten hat] – ziemlich genau zum
       prognostizierten Zeitpunkt. Für die nächsten Wochen ist darum mit einer
       deutlichen Entspannung der Lage zu rechnen. Umgesetzt werden dürfen die
       Öffnungsschritte natürlich nur, wenn diese Erwartung eintritt – aber das
       ist im Beschlussentwurf auch so vorgesehen.
       
       Zudem erscheinen jene Maßnahmen, die Bund und Länder als Erstes aufheben
       wollen, ohnehin zweifelhaft. Dass private Kontakte auch unter vollständig
       Geimpften nach wie vor auf zehn Personen beschränkt sind, dürfte kaum
       jemandem bekannt sein. Eine Abschaffung dieser Regel, die zudem überhaupt
       nicht überprüft wird, ändert in der Praxis also kaum etwas.
       
       ## 2G schützt kaum
       
       Auch [3][die 2G-Regel im Einzelhandel], die den Zugang zu vielen Geschäften
       auf Geimpfte und Genesene beschränkt, scheint überholt, seit klar ist, dass
       die Impfung bei Omikron zwar weiterhin gut gegen schwere Verläufe schützt,
       aber sehr viel weniger gegen die Infektion selbst. Dass 2G kaum
       zusätzlichen Schutz bietet, zeigt sich auch daran, dass in den
       Bundesländern, wo die Regel früh wieder gekippt wurde, die Entwicklung der
       Fallzahlen nicht schlechter war als anderswo.
       
       Sinnvoll ist es dagegen, zunächst an der Maskenpflicht in geschlossenen
       Räumen festzuhalten, denn zumindest gute Masken bieten weiterhin Schutz vor
       einer Ansteckung. Wer sich darüber hinaus durch eine Reduzierung seiner
       Kontakte noch stärker schützen will, kann das auch in Zukunft in vielen
       Bereichen tun. Einen Grund, das für alle vorzuschreiben, gibt es aber
       hoffentlich bald nicht mehr.
       
       14 Feb 2022
       
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