# taz.de -- Liveticker zur Bundestagswahl zum Nachlesen: Direktmandate sichern Linke Einzug
       
       > Die Linke balanciert zwar weiterhin auf der Fünf-Prozent-Hürde, trotzdem
       > ist sie sicher drin. Scholz kündigt an, eine „gute, pragmatische“
       > Regierung bilden zu wollen.
       
 (IMG) Bild: Glückliche Mienen zum nicht so glücklichen Abend? Die Linken-Spitzenkandidat*innen
       
       • Das war der taz-Liveticker zur Bundestagswahl 2021, zu den Wahlen in
       Berlin und der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Morgen geht es auf
       taz.de weiter mit Analysen, Kommentaren und Rechenspielen. Alle Texte zur
       Bundestagswahl finden Sie [1][auch in unserem Schwerpunkt.]
       
       • Bleibt die Frage um die Nachfolge von Angela Merkel. Annalena Baerbock
       für die Grünen ist raus, Armin Laschet will es für die CDU und CSU noch
       werden und Olaf Scholz sieht sich und die SPD als Sieger*innen der Wahl.
       Grafiken zu Sitzverteilungen und Hochrechnungen [2][können Sie hier sehen.]
       
       • Neben eigenen Recherchen und der Live-Kommentierung von
       taz-Redakteur*innen wurde im Liveticker auch Material der
       Nachrichtenagenturen dpa, reuters und afp verwendet.
       
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       22.40 Uhr Der taz-Liveticker macht nun Schluss für heute. Morgen früh geht
       es weiter mit News, Analysen und Kommentaren zur Bundestagswahl, den Wahlen
       in Berlin und der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Danke fürs
       Dranbleiben!
       
       22.24 Uhr 📣 „Die Auftragslage scheint bombastisch. Der Abend wird auch
       nicht kürzer und die Gesprächsangebote stapeln sich. Lindner will mit den
       Grünen reden, Habeck mit der FDP, Scholz und Laschet sprechen auch gerne
       mit- und übereinander. Und alle sind ganz mächtig stolz dabei.“ (Tanja
       Tricarico)
       
       22.23 Uhr 🎥 Die Abschlussworte der beiden Leiter:innen der
       Bildungsstätte Anne Frank [3][im taztalk] sind eindeutig. Saba-Nur Cheema
       erklärt hoffnungsvoll: „Eine Regierung ohne CDU wäre großartig“. Außerdem
       haben sie eine Kampagne gestartet mit dem Namen „Kein Geld für die AfD“.
       Auch Meron Mendel äußerte sich hier klar: „Die AfD und ihre Stiftung sollte
       nicht von Steuergeldern finanziert werden.“
       
       ## Linke dank Direktmandaten im Bundestag
       
       22.20 Uhr, Bundestagswahl Die Wahlergebnisse der Linken sind auf
       Bundesebene… katastrophal. Trotzdem haben sie sich den Einzug in den
       Bundestag gesichert: durch Direktmandate in mindestens drei Wahlkreisen. In
       Berlin zeichnen sich trotz Einbußen Direktmandate für [4][Gregor Gysi]
       (Wahlkreis Treptow-Köpenick) und Gesine Lötzsch (Lichtenberg) ab, die im
       Zwischenergebnis klar vor ihren Konkurrenten liegen. 2017 hatte die Linke
       in der Bundeshauptstadt noch vier Direktmandate gewonnen. Im Wahlkreis
       Leipzig II liegt Sören Pellmann nach Auszählung fast aller Stimmen deutlich
       vor Paula Piechotta von den Grünen. Bei mindestens drei Direktmandaten muss
       eine Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen, damit sie auch mit
       Listenkandidaten in den Bundestag einzieht.
       
       22.15 Uhr, Wahlen in Berlin Erste Zahlen für den [5][Volksentscheid
       Deutsche Wohnen & Co enteignen]. Nach mehr als 20 Prozent ausgezählter
       Wahllokale stimmen 56,9 Prozent der Berliner Wähler*innen für die
       Vergesellschaftung von etwa 250.000 Berliner Wohnungen, 39 Prozent dagegen.
       
       ## Neue Hochrechnungen aus Berlin: SPD knapp vor Grünen
       
       22.12 Uhr, Wahlen in Berlin Bei den aktuellen Hochrechnungen von ARD und
       ZDF sieht es nach einem sehr knappen Sieg der SPD gegen die Grünen aus. Die
       Sozialdemokraten kommen auf knapp über 22 Prozent, die Grünen auf Werte um
       20 Prozent. Die CDU bleibt drittstärkste Kraft mit etwa 17 Prozent. Die
       Linke kommt nur auf knapp 14 Prozent. AfD (etwa 8 Prozent) und FDP (rund um
       7 Prozent) bilden das Ende der Tabelle.
       
       22.02 Uhr 🎥 „Für mehr als die Hälfte der Wähler:innen ist das Thema
       [6][Gerechtigkeit während der Pandemie] ein unglaublich wichtiges gewesen“,
       sagt die Soziologin Sylke van Dyk. „Diese Interessen finden aber keine
       Mehrheit in den Ergebnissen der Wahl.“
       
       21.47 Uhr 📣 „Bisschen maue Auftragslage gerade. Hat Martin Sonneborn schon
       gesagt, dass er einen klaren Auftrag hat? Hat Karl Lauterbach schon gesagt,
       dass er einen klaren Auftrag hat? Und Angela Merkel?“ (Doris Akrap)
       
       Potsdam-Duell: Scholz vor Baerbock 
       
       21.46 Uhr, Bundestagswahl SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zieht als
       Abgeordneter für den Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II –
       Teltow-Fläming II in den Bundestag ein. Scholz liegt nach Auszählung fast
       aller Stimmen mit 34,0 Prozent uneinholbar vor der Grünen-Kanzlerkandidatin
       Annalena Baerbock (18,8 Prozent). Während Scholz dort deutlich mehr
       Erststimmen holt als seine Partei (27,0 Prozent), schneidet Baerbock
       schlechter ab als die Grünen (19,0). Scholz gehörte dem Bundestag seit 2011
       nicht mehr an.
       
       ## Lauterbach bekommt wohl Direktmandat
       
       21.44 Uhr, Bundestagswahl Es sieht gut aus für den Gesundheits-SPDler
       [7][Karl Lauterbach]: In seinem Wahlkreis (Leverkusen – Köln IV) wurden
       bereits 69 von 123 Wahlbezirken ausgezählt, Lauterbach streicht 44 Prozent
       der Stimmen ein. Damit liegt er weit vor Serap Güler,
       CDU-Integrationsstaatssekretärin, die nur auf 16,7 Prozent der Stimmen
       kommt.
       
       21.39 Uhr, Bundestagswahl Die Grünen wollen sich auf ihre Kernanliegen
       verständigen mit einem kleinen Verhandlerteam, schreibt taz-Grünenexperte
       Ulrich Schulte.
       
       21.37 Uhr 🎥 „Ich habe gehört, [8][Kretschmann] hat seine Wäsche schon für
       ein paar Wochen gepackt“, so die Einschätzung des
       Baden-Württemberg-Korrespondeten Benno Stieber zu den
       Koalitionsverhandlungen. Notfalls würde er auch wohl auch die
       Neujahrsansprache interimsmäßig übernehmen.
       
       ## Gute Neuigkeiten: Maaßen nicht im Bundestag
       
       21.34 Uhr, Bundestagswahl Hans-Georg Maaßen hat in seinem Südthüringer
       Wahlkreis 196 den Einzug in den Bundestag klar verpasst. Fast alle
       Wahlbezirke sind dort bereits ausgezählt – es führt der
       Biathlon-Olympiasieger und SPD-Kandidat Frank Ullrich mit rund 33,6 Prozent
       der Stimmen. Maaßen, „umstrittenes“ Parteimitglied der CDU und ehemaliger
       Bundesverfassungsschutzchef, lieferte sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen
       mit Gesinnungsfreund Jürgen Treutler von der AfD, kam dann aber doch noch
       auf Platz 2 (22,3 Prozent). Über die Landesliste der CDU ist Maaßen
       übrigens auch nicht abgesichert.
       
       21.30 Uhr, Bundestagswahl Vor lauter Tickern kommt man ja gar nicht zum
       Nachdenken darüber, was man von den Ergebnissen hält. Aber was ist
       eigentlich, [9][wenn Christian Lindner wirklich Finanzminister werden
       sollte]…?
       
       ## Direktmandat für Merz
       
       21.21 Uhr, Bundestagswahl Der Hochsauerlandkreis hat bewiesen, dass er
       diffus düstere Gestalten mag und hat Friedrich Merz – bekannt aus CDU und
       Blackrock – ein Direktmandat beschert. Nach Auszählung fast aller
       Stimmbezirke kommt er auf 40,5 Prozent der Erststimmen und setzt sich damit
       ab vom SPD-Kandidaten Dirk Wiese (32,2 Prozent). In der CDU-Hochburg
       schneidet Merz damit deutlich besser ab als seine Partei, die 33,5 Prozent
       der Zweitstimmen erreicht. Und deutlich schlechter als sein Vorgänger
       Patrick Sensburg, der 2017 noch 48,0 Prozent erreicht hatte.
       
       ## Altmaier verliert Direktmandat an Maas
       
       21.22 Uhr, Bundestagswahl Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat
       Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das Direktmandat im
       Wahlkreis Saarlouis abgenommen. Maas kommt im einzigen Duell zweier
       Bundesminister nach Auszählung von 17 der 18 Gemeinden auf 36,8 Prozent der
       Erststimmen und legt um 4,7 Prozentpunkte zu, wie der Landeswahlleiter
       mitteilt. Altmaier, der Sieger von 2017, rutscht von 38,1 auf 28,0 Prozent
       ab. Altmaier kandidiert auch auf Platz zwei der saarländischen
       CDU-Landesliste.
       
       20.21 Uhr 📣 „Je später der Abend, desto schöner die Hochrechnung“, heißt es
       im ZDF. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen an diesem historischen
       Wahlabend.“ (Tanja Tricarico)
       
       ## Linken-Kandidat:innen in drei Wahlkreisen vorn
       
       21.19 Uhr, Bundestagswahl Die Linkspartei ist offenbar auch dann im
       Bundestag vertreten, wenn sie an der 5-Prozent-Hürde scheitert. Denn
       mittlerweile liegen ihre Kandidat:innen in drei Wahlkreisen deutlich
       vorne. Im Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick hat Gregor Gysi aktuell mehr
       als doppelt so viele Stimmen wie die SPD-Kandidatin auf Platz 2. In
       Berlin-Lichtenberg liegt Gesine Lötzsch ebenfalls deutlich vor einer
       SPD-Konkurrentin. Zwar wird die Linke zwei weitere Berliner Wahlkreise, in
       denen sie 2017 noch vorn lag, an die SPD beziehungsweise die CDU verlieren.
       Aber im Wahlkreis Leipzig Süd liegt nach Auszählung fast aller Stimmen der
       Linken-Kandidat Sören Pellmann klar vorn. Wenn eine Partei drei Wahlkreise
       gewinnt, darf sie auch Kandidat:innen über die Landeslisten in den
       Bundestag entsenden, wenn sie nicht 5 Prozent der Zweitstimmen holt.
       
       21.17 Uhr Die AfD zieht ein zweites Mal in den Bundestag ein. Nun steht
       ihrer parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung staatliche Förderung, also
       Steuergelder in Millionenhöhe, zu, schreibt taz-Autor Mereon Mendel.
       
       21.10 Uhr 🎥 taz-Redakteur Stefan Reinecke auf die Frage, wie es denn um die
       Zukunft der Linkspartei stehe: „Wie lange haben wir hier Zeit? Bis morgen
       früh?“ Und fügt hinzu: „Wenn da 'nen Plakat hängt ‚[10][12 Euro Mindestlohn
       – SPD'] und daneben ‚13 Euro Mindestlohn – Die Linke‘, dann wähl ich SPD,
       weil dann wird's wenigstens was“, analysiert taz-Redakteur Stefan Reinecke
       den Untergang der Linkspartei. Das sei „die Quittung der Verweigerung einer
       Weichenstellung.“
       
       21.07 Uhr 📣 „Eine 17. Neujahrsansprache von Kanzlerin Angela Merkel ist
       nicht auszuschließen. Tja, never change a running system.“ (Tanja
       Tricarico)
       
       21.05 Uhr 📣 “‚Ich fühle mich überfordert‘, sagt Lindner. Endlich,
       Ehrlichkeit. Kommt bestimmt auch bei den Grünen gut an. Für den FDP-Chef
       sind die ja nicht uninteressant. Jamaika liegt in der Luft.“ (Tanja
       Tricarico)
       
       ## Laschet: Es geht nicht um eine „arithmetische Mehrheit“
       
       21.03 Uhr, Bundestagswahl Für den Fall, dass die Union nicht stärkste Kraft
       im Bundestag wird, hat [11][Laschet] sich schon mal eine Argumentation für
       die Kanzlerschaft zurechtgelegt: „Nicht immer war die Partei auf 1 auch
       die, die den Kanzler stellte.“ Es gehe bei einem künftigen Bündnis nicht um
       eine „arithmetische Mehrheit“. Die große Aufgabe der demokratischen
       Parteien sei es, die größten Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. „Ich wünsche
       mir eine Regierung, wo auch jeder Partner vorkommt, wo auch jeder sichtbar
       ist – keine Regierung, wo allein der Kanzler mit seinen Punkten glänzen
       kann“, sagte er. Unterschiedliche politische Positionen müssten so
       zusammengeführt werden, dass man gerne eine Koalition bilde. „Das war in
       der Großen Koalition am Ende so nicht mehr der Fall.“
       
       ## Frustration bei Jan Korte
       
       20.53 Uhr, Bundestagswahl Jan Korte ist Fraktionsgeschäftsführer der Linken
       und ganz offensichtlich stark frustriert. Bei den Hochrechnungen zur
       Bundestagswahl kommt seine Partei nur auf rund 5 Prozent und muss damit um
       den Einzug in den Bundestag bangen. „Das ist in jeder Hinsicht beschissen,
       das ist ein katastrophales Ergebnis“, sagte Korte im ZDF. Nun müsse man
       darüber nachdenken, was falsch gelaufen sei und sich die Frage stellen:
       „Was haben wir eigentlich versemmelt in den letzten Jahren.“
       Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch räumt ein, dass in den vergangenen
       Jahren Fehler gemacht worden seien. „Ein weiter so kann es nicht geben.“
       
       20.51 Uhr 🎥 Viele spannende Gäste und Einschätzungen im [12][taztalk.
       Besser nicht verpassen.]
       
       20.46 Uhr 🎥 taz-Redakteur Stefan Reinecke spricht angesichts der aktuellen
       Hochrechnungen von einem „leichten Rutsch nach Links.“ [13][Lesen Sie hier
       auch seine Analyse des SPD-Wahlergebnisses.]
       
       Maaßen verfehlt Direktmandat 
       
       20.45, Bundestagswahl, [14][Hans-Georg Maaßen] wird nicht in den Bundestag
       einziehen. Nach Auszählung von 94 Prozent aller Wahlbezirke im Thüringer
       Wahlkreis Suhl kommt der für die CDU kandidierende ehemalige
       Verfassungsschutzpräsident nur auf gut 22 Prozent der Erststimmen.
       Uneinholbar vorne liegt der einstige Biathlet Frank Ullrich (SPD), der auf
       rund 33 Prozent der Erststimmen kommt. Bei den Zweitstimmen liegt in dem
       Wahlkreis die AfD auf Platz 1. Weil aber offenbar viele AfD-Wähler:innen
       dem auch unter extrem Rechten populären Maaßen ihre Erststimme gegeben
       haben, kommt der AfD-Kandidat sogar nur auf Platz 3.
       
       20.40 Uhr 🎥 Grünen-Experte Ulrich Schulte ist sich nicht sicher, ob die
       Wahlparty der Grünen in der Columbiahalle Berlin-Kreuzberg wirklich gut
       wird. Die Basis der Grünen sei „deutlich linker als Winfried Kretschmann“.
       Eine Stimme im taz-Kantinen Publikum sagt: „Na hoffentlich.“
       
       ## Baerbock will mit Habeck gemeinsam in Koalitionsverhandlungen
       
       20.36 Uhr, Bundestagswahl Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena
       Baerbock, sieht das Wahlergebnis ihrer Partei zwiegespalten. „Das ist nicht
       nur Grund zur Freude“, sagt Baerbock angesichts des verfehlten Wahlziels,
       stärkste Partei zu werden. Zugleich sei mit dem Zugewinn an Stimmen der
       „klare Auftrag verbunden, für eine Erneuerung in diesem Land zu sorgen“.
       Zudem macht Baerbock klar, dass sie zusammen mit ihrem
       [15][Co-Bundesvorsitzenden Robert Habeck] als Team in die
       Koalitionsverhandlungen gehen wird.
       
       20.32 Uhr Und auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich auf Twitter bei
       den Wähler*innen bedankt. Es müsse wieder mehr Respekt in unserer
       Gesellschaft herrschen, schreibt der Kanzleranwärter.
       
       20.31 Uhr Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich nun auch auf
       Twitter bei den vielen Wählerinnen bedankt. Das Ziel der Kanzlerinnenschaft
       habe man nicht erreicht, die nächste Regierung müsse aber dennoch eine
       Klimaregierung sein.
       
       ## Neues aus der Elefantenrunde: Scholz will schnell sein
       
       20.31 Uhr, Bundestagswahl Scholz will „möglichst schnell“ eine Regierung
       bilden, eine „gute pragmatische Regierung“. Ob Christian Lindner sich da
       angesprochen fühlt? Nach vier Wochen Verhandlung hatten sie das Ding 2017
       einfach platzen lassen. Mal sehen, wer bei Scholz' Angebot am schnellsten
       HIER schreit: Baerbock oder Laschet?
       
       ## Große Verluste für CDU/CSU und Linke
       
       20.27 Uhr, Bundestagswahl Die neuen Hochrechnungen von ZDF und ARD
       verheißen nichts Gutes für die Linke. Gerade mal auf 5 Prozent kommt die
       Partei, mehr als 4 Prozentpunkte weniger als bei der vergangenen
       Bundestagswahl. Auch die Union muss heftige Verluste hinnehmen. 8
       Prozentpunkte verlieren sie im Vergleich zu 2017. Positiv entwickelt es
       sich hingegen für die SPD (25,5 Prozent, also 5 Prozentpunkte mehr) und die
       Grünen, die zwar nicht auf die 17 Prozent kommen, bei denen das
       Meinungsforschungsinstitut Forsa sie noch am Freitag gesehen hat, aber
       immerhin auf rund 14 Prozent.
       
       20.22 Uhr Bei der SPD-Berlin geht auf der Wahlparty ordentlich die Post ab…
       das ist wohl der „Giffeyeffekt“, kommentiert taz-Berlin-Leiter Bert Schulz:
       
       ## Neue Hochrechnung aus Berlin
       
       20.16 Uhr, Wahlen in Berlin Knappes Rennen in der Hauptstadt. In neuen
       Hochrechnungen von ZDF und ARD geht einiges durcheinander. Beim ZDF liegt
       die SPD mit 22,8 Prozent vorn, bei der ARD die Grünen mit 22,9 Prozent.
       Einig sind sich beide Sender allerdings, dass CDU und Linke starke Verluste
       einbüßen, wenn auch nicht so sehr wie die AfD. Die hat ihr Ergebnis im
       Vergleich zur letzten Abgeordnetenhauswahl halbiert hat.
       
       ## AfD sieht trotz Verlust keine Niederlage
       
       20.11 Uhr, Bundestagswahl Die AfD hat laut Hochrechnungen von ARD und ZDF
       fast zwei Prozentpunkte verloren. Für den Bundessprecher der Rechten ist
       das aber offenbar kein großes Ding. „Das ist kein großer Sieg, aber auch
       keine Niederlage“, sagt Meuthen im ZDF. Dabei kommt die Partei nur auf
       knapp 11 Prozent und ist damit aktuell auf dem vorletzten Platz. Die Linke
       bibbert nach wie vor um den Einzug in den Bundestag.
       
       20.03 Uhr 📣 „Jetzt schon wieder Bock auf Inzidenzzahlen,
       Hospitalisierungsraten und Impfquoten.“ (Doris Akrap)
       
       Lindner will Jamaika 
       
       20.02 Uhr, Bundestagswahl Kaum holt die FDP etwas mehr als 11 Prozent, will
       sie dringend mit in die Regierung. Ober-Liberaler Christian Lindner sagte
       im ZDF, dass er mit allen demokratischen Parteien verhandeln möchte. Am
       liebsten ist ihm aber wohl die Jamaika-Koalition (schwarz-gelb-grün) wegen
       der „größten inhaltlichen Übereinstimmungen“. Auf die Frage, ob er die
       Koalitionsverhandlungen wie vor vier Jahren nochmals platzen lassen würde,
       antwortet er, dass der Satz („Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch
       zu regieren“) von damals noch immer gilt. Aber: „Wenn Gutes bewirkt werden
       kann, darf man die Regierung des Landes nicht anderen überlassen.“
       
       20.00 Uhr, Bundestagswahl Viel Text, viele Zitate, immer wieder der
       laaaaaaaange Abend. Werfen wir doch mal einen Blick auf die Grafiken – zum
       Beispiel klicken Sie sich hier durch den Koalitionsrechner für das Berliner
       Abgeordnetenhaus.
       
       19.52 Uhr 🎥 Ulrike Winkelmann, Chefredakteurin der taz, hat eine lebhafte
       Vorstellung davon, was die Koalitionsverhandlungen kulinarisch
       bereithalten: „Sie werden sich um Mitternacht gammelige Mettbrötchen
       reichen müssen, um das durchzuhalten. Ich war mal mit dabei. Es war
       furchtbar.“
       
       19.50 Uhr 📣 „Bullshit-Bingo-Reloaded: Es ist heute nicht der Abend über
       politische Verantwortung zu sprechen. Und noch einer: Da muss mehr drin
       sein. Weil's so schön war, noch den hier: Alle, die miteinander sprechen,
       müssen das auf Augenhöhe tun. Ein Klassiker darf natürlich auch nicht
       fehlen: Ein Weiter-so darf es nicht geben.“ (Tanja Tricarico)
       
       ## Scholz will Regierung bilden
       
       19.46 Uhr, Bundestagswahl Im ZDF hat [16][Olaf Scholz] versichert, er sei
       dankbar über den voraussichtlichen Ausgang dieser Wahl. „Das ist ein klares
       Signal, das die Wählerinnen und Wähler gesetzt haben.“ Er fühle sich „sehr
       verpflichtet“, eine Regierung zustandezubringen. Dies sei ganz
       offensichtlicher der Wähler*innen-Wille.
       
       19.43 Uhr 🎥 taz-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann gibt im taztalk eine
       Einschätzung darüber ab, was in den nächsten Stunden und Tagen passieren
       wird: „Bei der Union wird ein Kettensägenmassaker beginnen.“
       
       ## Maaßen in seinem Wahlkreis wohl nur auf Platz 3
       
       19.36 Uhr, Bundestagswahl Fun-Fact aus dem Wahlkreis Suhl: Nach Auszählung
       der Hälfte der Stimmen liegt die AfD bei den Zweitstimmen klar vorn. Weil
       aber offensichtlich viele AfD-Wähler*innen ihre Erststimme an
       [17][CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen] gegeben haben, rutscht ihr
       Direktkandidat auf Platz 2 – hinter den der SPD. Und Maaßen bleibt trotz
       AfD-Support nur Platz 3.
       
       19.34 Uhr 🎥 In der taz-Kantine konfrontieren die Moderator*innen den
       Berliner CDU-Kandidaten Kai Wegner mit dem miesen Wahlergebnis. Seine
       ernüchternde Antwort: Das werde heute noch „ein langer Abend.“
       
       19.33 Uhr 📣 „Vom Zukunftsteam zur Zukunftskoalition. Nicht wirklich
       einfallsreich, liebe Union. Zukunftsmäßig sieht's eh nicht gut aus. Und
       überhaupt: wo waren eure Experten eigentlich in den vergangenen Tagen.
       Haben wohl Experimente gemacht?“ (Tanja Tricarico)
       
       19.30 Uhr, Bundestagswahl „Verglichen mit den ersten paar Traumwochen sind
       die Grünen am Wahlabend recht unsanft in der Realität gelandet“, analysiert
       taz-Grünen-Experte [18][Ulrich Schulte in einer ersten Schnellanalyse.]
       
       19.25 Uhr 🎥 Die taz Chefredakteurin Barbara Junge zieht den ersten Schluss
       des Abends. Die Grünen hätten „Klasse und Klima nicht vernünftig zusammen
       thematisiert“. Es stelle sich die Frage, wer am Ende den CO2-Preis zahle.
       Die AfD habe „Federn gelassen im Wahlkampf“, stellt Moderator und
       taz-Redakteur Jan Feddersen fest.
       
       ## Gemischte Gefühle bei den Grünen
       
       19.15 Uhr, Bundestagswahl Und bei den Grünen? Vor allem Freude. Und große
       Lust, das Land zu gestalten. „Wir brauchen eine Klimaregierung. Das ist das
       Ergebnis dieser Bundestagswahl“, sagt [19][Annalena Baerbock] vor ihrer
       Partei. Viel Geklatsche und Gejohle. Trotzdem räumt Baerbock ein, dass die
       Partei ihr Wahlziel verfehlt hat. Man habe als führende Kraft das Land
       gestalten wollen, sagt sie am Wahlabend. „Wir wollten mehr. Das haben wir
       nicht erreicht, auch aufgrund eigener Fehler zu Beginn des Wahlkampfs in
       der Kampagne – eigener Fehler von mir.“ Diesmal habe es nicht gereicht,
       doch die Partei habe einen Auftrag für die Zukunft.
       
       19.14 Uhr 📣 „Laschet sagt, er will die Regierung bilden. Scholz sagt, er
       will der nächste Kanzler werden. Wer entscheidet denn nun dieses
       Kopf-an-Kopf-Rennen? Die Auszählung der Stimmen? Nur bedingt. Am Ende
       müssen sich vor allem FDP und Grüne einig werden, wen von den beiden sie
       wählen wollen. Oder es gibt schon wieder eine Groko.“ (Gereon Asmuth)
       
       19.12 Uhr Wenn du versuchst, sauer auf die ARD und zu sein, dich aber
       ständig in Ingo Zamperonis saphirblauen Augen verlierst....
       
       Laschet will „Gegensätze überwinden“ – unter Unions-Führung 
       
       19.10 Uhr, Bundestagswahl In seiner Ansprache vor der Partei hat Armin
       Laschet ganz richtig erkannt, dass der Ausgang der Wahl noch nicht sicher
       ist. Er bereitet sich auf einen langen Abend vor. Außerdem sagte er, dass
       „alle Demokraten“ Gegensätze überwinden müssten. Klingt nach einem Plädoyer
       für eine GroKo? Wohl eher nicht: „Eine Stimme für die Union ist eine Stimme
       gegen eine linksgeführte Bundesregierung.“ Laschet wünscht sich wohl eine
       Partner*innenschaft mit FDP und Grünen und arbeitet schon jetzt gegen
       einen möglichen Putsch nach den miesen Wahlergebnissen unter seiner
       Führung.
       
       19.05 Uhr 📣 „Ich finde nicht sehr lustig, wie egal allen die
       Briefwähler*innen (noch lange nicht ausgezählt) und
       Berlinwähler*innen (es fehlen immer noch Stimmzettel) sind. Fände aber
       lustig, wenn es zum Prognosengate kommt. Pusht die Hashtags #Prognosengate
       und #InBerlinfehlenimmernochWahlzettel
       
       „Ein klarer Regierungsauftrag“: Auch Armin Laschet kennt den Unterschied
       zwischen Prognose und Ergebnis nicht. 
       
       „Wir haben einen Auftrag“: Auch Annalena Baerbock kennt den Unterschied
       zwischen Prognose und Ergebnis nicht. 
       
       „Morgen Abend werden wir beraten, mit wem wir Gespräche führen“: Auch
       Manuela Schwesig kennt den Unterschied zwischen Prognose und Ergebnis
       nicht. 
       
       „Die FDP hat eines ihrer besten Ergebnisse erzielt“: Auch Christian Lindner
       kennt den Unterschied zwischen Prognose und Ergbenis nicht. 
       
       „Das ist ein Auftrag“: Auch Olaf Scholz kennt den Unterschied zwischen
       Prognose und Ergbenis nicht.“ #Prognosengate
       #InBerlinfehlenimmernochWahlzettel. (Doris Akrap) 
       
       CDU sackt in NRW, CSU in Bayern ab 
       
       19.03 Uhr, Bundestagswahl Die CDU im Heimatland des Kanzlerkandidaten Armin
       Laschet hat der ARD zufolge ähnlich stark verloren wie die CSU im
       Heimatland von Markus Söder. Die CDU verliert danach in NRW ebenso sechs
       Prozentpunkte wie die CSU in Bayern. In NRW kommt die CDU nach ersten
       Prognosen auf 27 Prozent, die CSU in Bayern auf 32,5 Prozent.
       
       19.01 Uhr 🎥 „Ist der Stuhl noch frei?“ Jetzt werden dem Ticker Wahlcamp
       schon die Sitze geklaut. Die taz-Kantine füllt sich langsam, um 19 Uhr
       startet das [20][taz talk Wahl-Special]. Einschaltbefehl! 📺️ ➡️
       
       18.59 Uhr 📣 „Der Abend wird noch lang, der Abend wird noch lang, der Abend
       wir noch lang, der Abend wird noch lang. Gefühlte 100 Mal schon gehört in
       den letzten 50 Minuten. Ja, was denn sonst bei dem Ergebnis.“ (Tanja
       Tricarico)
       
       18.50 Uhr, Bundestagswahl Hier die ersten Hochrechnungen vom ZDF für die
       Bundestagswahl! SPD: 25,8 Prozent // CDU 24,2 Prozent // Grüne 14,7 Prozent
       // FDP 11,8 Prozent // AfD 10,1 Prozent // Linke 5,0 Prozent – Wie schon in
       den Prognosen sieht die ARD das Rennen zwischen Union und SPD aber knapper.
       Dort kommt die SPD auf 24,9 Prozent und die Union auf 24,7 Prozent. Auch
       schätzt die ARD die AfD stärker ein: bei 11,3 Prozent.
       
       ## Wagenknecht unglücklich
       
       18.45 Uhr, Bundestagswahl Sarah Wagenknecht, Linken-Politikerin stellt sich
       in der ARD den miesen Prognosen für ihre Partei. Eine „bittere Niederlage“
       sei das Ergebnis. Wichtig sei die Fehleranalyse und die hat Wagenknecht
       anscheinend schon selbst vorgenommen: in der Coronapolitik nicht mit
       eigener Stimme gesprochen zu haben. Die Linke bangt nun also um ihren
       Einzug in den Bundestag und ihre Anführerin hat schon ein Virus als Ausrede
       gefunden.
       
       18.42 Uhr 🎥 „Meine These für den starken Zulauf bei den Berliner Grünen ist
       ja, dass die Straßen voll waren am Freitag“, sagt Simone Schmollack,
       Ressortleiterin vom taz-Regieressort im taztalk mit Jan Feddersen. Fridays
       for Future streikte mit [21][Zehntausenden Teilnehmenden vorm Bundestag].
       
       18.41 Uhr 🎥 Sie wollen Analysen und Stimmen aus der taz auch noch im
       Videoformat? Die gibt es ab 19 Uhr im taztalk. [22][Zum Stream geht es
       hier.]
       
       18.39 Uhr 📣 „Verstehe wirklich nicht, wie die [23][Berliner Grünen] so
       abgehen können? Was jetzt wichtig wäre: Zahlen darüber, wieviel Wahlzettel
       genau jetzt noch in Berlin fehlen? So viele wie es Lastenräder in der Stadt
       gibt? So viele wie es Wohnungslose in der Stadt gibt? So viele wie es
       Matratzenraussteller, Graffitikünstler, Ohnefahrkartefahrer,
       Currywurstbuden gibt?“ (Doris Akrap)
       
       ## Alle Grafiken im Überblick
       
       18.38 Uhr Wer, wie viel, was? In unserem [24][Longread zur Bundestagswahl]
       finden Sie immer die aktuellsten Prognosen und Hochrechnungen (noch warten
       wir drauf). Ganz entspannt zum Durchscrollen und Rumklicken. Das Ganze gibt
       es übrigens auch für die [25][Abgeordnetenhauswahl in Berlin] und die
       Landtagswahl in [26][Mecklenburg-Vorpommern].
       
       18.33 Uhr, Berlin-Wahlen Was bedeuten die aktuellen Prognosen für Berlin?
       [27][Alles dazu finden Sie im Berlin-Ticker.]
       
       18.29 Uhr 📣 „Wichtigste Frage jetzt: Hat [28][Martin Sonneborn] das
       Direktmandat von Christian Ströbele (Friedrichshain-Kreuzberg) schon
       gewonnen? Wenn nicht, sollte irgendjemand mal den Wahlleiter fragen, ob ihm
       irgendjemand Kuckucks- oder Rolexuhren, Kuverts mit Geldscheinen oder
       Präsentkörbe vor die Tür gelegt hat.“ (Doris Akrap)
       
       18.27 Uhr 📣 „Auf die Prognosen folgt wie immer das Bullshit-Bingo. So etwa:
       Das ist ein schwerer Schlag für uns, Wir werden uns intensiv mit dem
       Ergebnis befassen, Jetzt müssen wir nach vorn schauen, Wir werden das
       Ergebnis zunächst gründlich analysieren, Alle Optionen werden geprüft, Wir
       schauen uns die Stituation an. Sicher ist: Da kommt noch mehr in den
       nächsten Stunden.“ (Tanja Tricarico)
       
       18.23 Uhr, Bundestagswahl Im taz-Haus wird jetzt schon fleißig in die
       Tasten gehauen und die ersten Prognosen werden vom Politikressort
       analysiert. Tobias Schulze, taz-Inlandsressortleiter, sieht eine deutliche
       Verschiebung von Mitte-Rechts nach Mitte-Links:
       
       18.21 Uhr 📣 „Die AfD verliert im Bund. Und in Mecklenburg-Vorpommern. In
       Berlin halbiert sich sogar ihr Stimmenanteil. Geht doch. Aber dafür, dass
       die extrem rechten Populisten im Wahlkampf keine Rolle spielten, kein Thema
       hatten und nicht mal richtig für Stunk sorgen konnten, sind die braunen
       Balken in der Grafiken hier immer noch viel zu hoch.“ (Gereon Asmuth)
       
       18.16 Uhr, Bundestagswahl Kurze Schockstarre in der CDU-Zentrale. Am
       meisten freut man sich, dass es für Rot-Rot-Grün wohl nicht reichen wird,
       schreibt CDU-Expertin und taz-Redakteurin Sabine am Orde:
       
       18.16 Uhr 📣 „40 Prozent der Wähler:innen sind 60 Jahre und älter. Die
       Boomer-Generation hat den Aufbruch verhindert. Vom wind of change blieb
       kaum was übrig.“ (Tanja Tricarico)
       
       ## Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union
       
       18.15 Uhr, Bundestagswahl Laut den ersten Prognosen wird es sehr knapp
       zwischen SPD und Union. Bei der ARD liegen beide Parteien bei 25 Prozent.
       Das ZDF sieht aber zwei Prozentpunkte Unterschied: Die SPD kommt dort auf
       26, die CDU auf 24 Prozent.
       
       18.09 Uhr, Wahl in Mecklenburg-Vorpommern 
       
       Hier kommen die ersten Prognosen der ARD für die Landtagswahl in
       Mecklenburg-Vorpommern! SPD 37 Prozent // AfD 18,5 Prozent // CDU 14
       Prozent // Linke 10 Prozent // Grüne 7 Prozent // FDP 6,5 Prozent
       
       Wenn das Endergebnis ähnlich ausfällt, würde das einen enormen Zuwachs für
       die SPD bedeuten: mehr als 6 Prozentpunkte. Grüne und FDP wären wieder im
       Landtag vertreten und AfD und CDU wären stark geschwächt im Vergleich zur
       letzten Wahl.
       
       18.08 Uhr, Wahlen in Berlin Hier kommen die ersten Prognosen der ARD für
       das Abgeordnetenhaus von Berlin! Grüne 23,5 Prozent // SPD 21,5 Prozent //
       CDU 15 Prozent // Linke 14,5 Prozent // AfD 7 Prozent // FDP 7,5 Prozent
       
       Größte Gewinnerin wären demnach die Grünen, die über 8 Prozentpunkte mehr
       hätten als bei der letzten Wahl. Die AfD hingegen würde ihr letztes
       Ergebnis halbieren. Das freut!
       
       18.05 Uhr 📣 „Jubel im taz-Haus. Tazeins-Kollegin Julia Boek freut sich über
       eine stabile SPD in Mecklenburg-Vorpommern – und damit eine weitere Runde
       mit Manuela Schwesig.“ (Tanja Tricarico)
       
       18.02 Uhr 📣 „Rot-Grün-Rot ist tot. Jetzt steht die Groko-Ampel auf Jamaika.
       Ich würde mich nicht festlegen wollen, welche dieser drei übriggeblieben
       Koalitionsoptionen in ein paar Monaten regieren wird. Nur eins ist leider
       sicher: Der Klimawandel hat die Wahl gewonnen.“ (Gereon Asmuth)
       
       ## Prognose um 18 Uhr
       
       18.00 Uhr, Bundestagswahl Hier kommen die ersten Prognosen der ARD für den
       Bundestag! SPD 25 Prozent // CDU/CSU 25 Prozent // Grüne 15 Prozent // FDP
       11 Prozent // AfD 11 Prozent // Linke 5 Prozent
       
       17.59 Uhr📣 „Countdown zum Machtverfall? In Sachen Kompetenz hat sich
       Laschet auch am Wahltag nun wirklich nicht bekleckert. Was kommt da auf die
       Republik zu?“ (Tanja Tricarico)
       
       17.55 Uhr 📣 „Welcher Spitzenpolitiker prescht um 17.59 Uhr vor und
       verkündet das amtliche Endergebnis? Vorprescherobermeister Markus Söder?
       Altkanzlerin Angela Merkel? Das Bundesland Thüringen? „Die Kinder“? „Die
       Zukunft“? „Das Klima“?“ (Doris Akrap)
       
       ## Vertauschte Wahlzettel in Berliner Wahllokalen
       
       17.51 Uhr, Wahlen in Berlin Wegen vertauschter Wahlzettel ist es am Sonntag
       in einigen Berliner Wahllokalen zu Verzögerungen gekommen. Stimmzettel für
       die Bundestagswahl sollen aber nicht fehlen, schreibt der Bundeswahlleiter
       auf Twitter.
       
       17.41 Uhr, Bundestagswahl Jede Stimme zählt? Von wegen! [29][Dorothea
       Hahn], USA-Korrespondentin der taz, hat ihren Stimmzettel am 18. September
       bei der Post in New York als internationalen Express-Brief aufgegeben.
       Seither verfolgt sie seinen Weg (mit Hilfe der Tracking-Nummer) zum
       Wahlbüro. Die letzte Nachricht kam am Freitag, 23. September, um 16.59 Uhr.
       Da war die deutsche Zollabfertigung ihres Stimmzettels abgeschlossen.
       Seither tut sich nichts mehr. Eine Fehlinvestition in Höhe von 66,95
       Dollar. Der nächste Bundestag kommt ohne ihre Stimme zustande.
       
       17.36 Uhr, Wahlen in Berlin In Berlin wird es heute dreifach spannend, da
       kommt man mit den Nachrichten kaum hinterher. Gut, dass die
       taz-Berlin-Redaktion die entscheidenden Fragen für die Hauptstadt im Blick
       hat und nochmal genau aufschlüsselt. [30][Hier geht es zum
       Berlin-Liveticker.] Einen Überblick über die Spitzenkandidat*innen
       gibt es außerdem in unserer Bildergalerie.
       
       17.28 Uhr 📣 „[31][Corona], volle Wahllokale, die letzten Spätsommertage.
       Viele Menschen hatten auf die Wahl per Brief gehofft. Schade nur, wenn die
       Unterlagen nicht rechtzeitig ankamen. Auch die Info, wer keine
       Briefwahlunterlagen bis Samstag 12 Uhr erhalten hat, muss sich für das
       Voting im Wahllokal anmelden, ging offenbar bei etlichen Wahlberechtigten
       unter. Wer das leider verpasst hat, hat keine Chance zur Wahlurne zu gehen.
       Der Grund: Die Wahlen laufen immer noch analog ab, per Strichliste im
       Wahllokal. Datenzusammenführung ist Zukunftsmusik. Wer immer auch gewinnt –
       der Digit-Schub muss auch mal die Bundesrepublik erreichen.“ (Tanja
       Tricarico)
       
       ## Feuerwehr rettet Urnenwahl in Berliner Mensa
       
       17.25 Uhr, Wahlen in Berlin In Berlin-Mitte brauchen manche Wahllokale ein
       bisschen Hilfe, um wirklich starten zu können. Wahllokal 102 und 106 liegen
       beide im Gebäude der Mensa Nord und waren zu Beginn des Wahlsonntags
       verschlossen. Die elektrische Schließanlage hat Probleme bereitet und das
       Wahlteam kam einfach nicht rein. Zum Glück hatte die Feuerwehr Zeit und
       einen Notschlüssel.
       
       17.22 Uhr, Bundestagswahl Früh aufstehn, wer ein Kanzler sein will? Olaf
       Scholz hat in seinem Wahlkreis in Potsdam heute schon sehr früh gewählt und
       war somit der erste der drei Kanzlerkandidat*innen an der Wahlurne.
       Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock [32][wählte in diesem
       Wahlkreis, beide treten dort als Direktkandidat*innen] an: „Wir
       erhoffen uns natürlich noch ein paar Stimmen mehr mit Blick auf die
       Umfrageergebnisse, damit wir einen echten Aufbruch in diesem Land schaffen
       können“, sagte Baerbock nach der Stimmabgabe.
       
       17.19 Uhr 📣 „Wie lautet die größte Frage von allen um 18.01 Uhr? Na
       logisch: Was nun? Fünf brandheiße Tipps, wie es weitergehen könnte:
       
       1. Armin Laschet wird Wiesnwirt beim ersten Oktoberfest nach Corona. // 2.
       Christian Lindner wird Chef eines Autohauses seiner Wahl in Schwedt. // 3.
       Annalena Baerbock wird Lektorin bei Ullstein. // 4. Olaf Scholz wird
       Schlafwagenschaffner auf der Route Belgrad- Bar. // 5. Alice Weidel wird
       Demokratiebeauftragte in China.“ (Doris Akrap)
       
       Weltkriegsbombe stört Wuppertaler Wahl nicht 
       
       17.15 Uhr, Bundestagswahl Am Samstagabend ist in Wuppertal eine
       Weltkriegsbombe gefunden worden, die noch am Wahlsonntag entschärft werden
       musste. Schon in der Nacht waren Menschen in einem Umkreis von 250 Metern
       um die Bombe angehalten, ihre Häuser verlassen. Rundherum liegen außerdem
       fünf Wahllokale. Während der Entschärfung am Sonntagvormittag sollten sie
       deswegen nicht besucht werden, auch wenn sie die restliche Zeit geöffnet
       waren. Am Sonntagmittag vermeldete die Stadt dann die Entschärfung der
       Bombe. „Die Wahllokale sind geöffnet und uneingeschränkt erreichbar“, hieß
       es in einer Mitteilung. Zuvor hatte eine Stadtsprecherin betont, dass die
       zwischenzeitliche Beeinträchtigung keine Auswirkung auf die Bundestagswahl
       insgesamt in Wuppertal haben werde, schließlich sei nach der Entschärfung
       noch genug Zeit zum Wählen.
       
       17.10 Uhr, Bundestagswahl Millionen Menschen dürfen an diesem Sonntag nicht
       wählen – weil sie keinen deutschen Pass haben. taz-Redakteurin Franziska
       Schindler hat mit fünf Menschen über den heutigen Tag gesprochen und was es
       mit ihnen macht, [33][von politischer Teilhabe ausgeschlossen zu sein].
       
       17.05 Uhr, Mecklenburg-Vorpommern Wer zittert und hofft heute bei der
       Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern? Die Kandidat*innen im
       Schnellcheck in unserer Bildergalerie:
       
       16.53 Uhr, Bundestagswahl Was wollen die eigentlich? In der Serie „Die Wahl
       für…“ hat die taz alle Wahlprogramme durchforstet und versucht
       herauszufinden, was die Parteien unter anderem für Mieter:innen, Erb:innen,
       für Betroffene rechter Gewalt, für Sexarbeiter:innen oder
       Handwerker:innen im Angebot haben. Alle Texte der Reihe finden Sie
       hier.
       
       Aiwanger veröffentlicht verfrüht Nachwahlbefragungen 
       
       16.43 Uhr, Bundestagswahl [34][Hubert Aiwanger], stellvertretender
       bayrischer Ministerpräsident hat auf Twitter Exit Polls veröffentlicht – um
       kurz nach 16 Uhr. Kombiniert hat er die Zahlen – die wir an dieser Stelle
       nicht wiederholen – mit dem Aufruf: „Die letzten Stimmen bitte jetzt noch
       an uns Freie Wähler!“ Das Problem: Exit Polls, also Prognosen durch
       Nachwahlbefragungen, dürfen niemals vor dem Ende einer Wahl veröffentlicht
       werden, weil dadurch das Wahlverhalten all jener Menschen beeinflusst
       werden kann, die noch nicht an der Urne waren. Im [35][Bundeswahlgesetz
       §32] heißt es dazu: „Die Veröffentlichung von Ergebnissen von
       Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe über den Inhalt der Wahlentscheidung
       ist vor Ablauf der Wahlzeit unzulässig.“ Aiwanger hat den Tweet inzwischen
       gelöscht.
       
       16.40 Uhr 📣 „In Berlin mussten die Wähler:innen teils stundenlang
       warten, bevor sie abstimmen konnten. Die einen sehen das als Fest der
       Demokratie. Die scheint so hip wie sonst nur eine Nacht im Berghain. Ich
       befürchte, es ist genau das Gegenteil: eine sehr schlecht vorbereitete
       Wahl. Offenbar hat niemand daran gedacht, dass es etwas länger in den
       Wahlkabinen dauert, wenn man seinen Kreuze für Bundestag, Abgeordnetenhaus,
       Bezirksparlament und Volksentscheid machen muss. Kein Wunder, dass es sich
       dann berlintypisch staut.“ (Gereon Asmuth) 
       
       16.38 Uhr, Bundestagswahl Viele Menschen mit sogenannter geistiger
       Behinderung waren von Wahlen in Deutschland bisher ausgeschlossen. Klaus
       Winkel hat zehn Jahre dafür gekämpft, dass sich das ändert – in diesem Jahr
       darf er erstmals seine Stimme abgeben. [36][taz-Redakteurin Manuela Heim
       hat ihn kurz vor der Wahl besucht].
       
       16.32 Uhr 📣 „Die ersten Wahlergebnisse sind da: aus der Schweiz! [37][Bei
       einer Volksabstimmung] votierten deutlich mehr als 60 Prozent für die Ehe
       für alle. Das freut sicher auch Alice Weidel. Die kann nun ihre dort
       lebende Partnerin heiraten.“ (Gereon Asmuth)
       
       Wahlzelte im Flutgebiet 
       
       16.30 Uhr, Bundestagswahl Nach der [38][Hochwasserkatastrophe Mitte Juli]
       in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen läuft die Wahl in diesem Jahr in
       einigen Wahlkreisen ein wenig anders ab. Statt in die üblichen Wahllokale,
       etwa ins Dorfhaus in Swisttal zu pilgern, gehen die Wähler*innen nun in
       Zelte. Denn einige der Gebäude sind vom Hochwasser noch immer zu beschädigt
       oder werden aktuell saniert. Ob die Grünen in diesen Kreisen besser
       abschneiden als in den vergangenen Jahren?
       
       Laschet faltet falsch 
       
       16.28 Uhr, Bundestagswahl Huch, da hat sich der CDU-Kanzlerkandidat aber
       vertan. Am Vormittag ging Armin Laschet mit seiner Frau ins Wahllokal in
       einer katholischen (natürlich!) Grundschule in Aachen und machte fleißig
       seine Kreuzchen – [39][die auch noch jeder sehen konnte]. Ach Armin, ist
       das deine erste Wahl? Er faltete falsch und wendete seine Stimme gut
       sichtbar für Kameras und Pressevertreter*innen nach außen. Der
       Bundeswahlleiter hat sich schon dazu geäußert. Fazit: nicht korrekt, aber
       auch nicht ungültig. Und es sei ja ohnehin absehbar gewesen, was Laschet
       wählt.
       
       ## Lange Schlangen vor den Urnen
       
       16.27 Uhr, Wahlen in Berlin In Berlin mussten manche Wähler*innen
       besonders lange warten, bis sie ihre Kreuzchen machen konnten. Gegenüber
       der taz berichteten einzelne Bürger*innen aus Friedrichshain etwa von
       Wartezeiten bis zu einer Stunde. Die Gründe sind vielfältig. Besonders die
       schiere Anzahl [40][der Wahlzettel dürfte in Berlin einiges an Zeit
       fressen]. Dort wird nicht nur über den Bundestag abgestimmt, sondern auch
       das Abgeordnetenhaus, zwölf Bezirksparlamente und das Volksbegehren
       „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“. Hinzu kommt aber auch, dass in Berlin
       einige Wahlhelfer*innen doch noch abgesprungen sind und dass in
       einzelnen Wahllokalen in Friedrichshain/Kreuzberg und
       Charlottenburg/Wilmersdorf laut der Nachrichtenagentur dpa Stimmzettel zur
       Abgeordnetenhauswahl vertauscht wurden. Wer aber auch um 18 Uhr noch in der
       Schlange steht, darf trotzdem wählen. Keine Sorge!
       
       16.25 Uhr 📣 „Das Ergebnis der Bundestagswahl wird historisch. Weil die
       Union so tief fällt wie nie, weil die Grünen mehr Stimmen bekommen als je
       zuvor. Vor allem aber, weil wir zwar ein Ergebnis, aber keine Entscheidung
       bekommen. Vier bis fünf Koalitionen werden eine rechnerische Mehrheit
       bekommen. 2017 waren es nur zwei. Und da hat die Regierungsbildung schon
       Monate gedauert. Eigentlich müsste es diesmal [41][parallele
       Koalitionsverhandlungen] geben.“ (Gereon Asmuth)
       
       Umfragen vor der Wahl in Berlin 
       
       16.20 Uhr, Wahlen in Berlin In den Umfragen vor der Wahl sieht es so aus,
       als gäbe es vor allem eine Gewinnerin: die Grünen. Linke, AfD und CDU
       verlieren dafür. Die CDU könnte – falls die Wahl tatsächlich ähnlich
       ausgeht wie die Umfragen – sogar auf ihr schlechtestes Ergebnis in Berlin
       jemals kommen. Trotzdem gilt eine Koalition aus SPD und CDU als ebenso
       wahrscheinlich wie eine Fortsetzung der aktuellen Rot-Rot-Grünen Koalition.
       Wenn Sie selbst mal rumprobieren wollen, welche Bündnisse alle drin wären,
       oder auch einfach gerne noch mehr Balken sehen wollen, lesen Sie gerne
       unseren Longread zu den Umfragewerten in Berlin.
       
       16.10 Uhr, Bundestagswahl Mit der Wahl am Sonntag dürfte der Bundestag
       nicht nur seinen Platz als zweitgrößtes Parlament der Welt verteidigen. Der
       Abstand zum Rekordhalter, dem Nationalen Volkskongress in China, könnte
       sogar noch schrumpfen. Einiges spricht dafür, dass der Berliner Reichstag
       so vielen Abgeordneten wie noch nie einen Platz wird bieten müssen. Woran
       das liegt und warum eine umfassende Wahlrechtsreform scheiterte, lesen Sie
       [42][hier].
       
       16.05 Uhr, Bundestagswahl Welche Personen sind heute aus den Parteien
       interessant, wer steht für was? Eine Bildergalerie für den
       Kandidat*innen-Schnellcheck:
       
       16.00 Uhr Hallo liebe Leserinnen und Leser. Gerade noch beim
       [43][Berlin-Marathon über die Linie geschleppt] und schon geht es los mit
       dem taz-Liveticker. Von nun an bis in die tiefen Abendstunden bleiben Sie
       mit uns informiert über alle wichtigen Nachrichten zur Bundestagswahl, den
       Wahlen in Berlin und der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
       
       Wir sind für Sie mit einem großen Team in der taz und auf unterschiedlichen
       Wahlpartys im Einsatz und freuen uns, dass Sie dabei sind. Neben einem
       Nachrichtenüberblick werden an dieser Stelle auch taz-Redakteur*innen
       kommentieren 📣 und wir werden den [44][taztalk] 🎥 begleiten.
       
       26 Sep 2021
       
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       ## AUTOREN
       
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 (DIR) Johannes Drosdowski
 (DIR) Linda Gerner
 (DIR) Denis Gießler
       
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