# taz.de -- Die Union nach der Wahlniederlage: Reif für die Opposition
       
       > Armin Laschet und seine Union tun sich noch schwer damit, ihre Niederlage
       > einzugestehen. Dabei ist das Signal des Wahlausgangs unmissverständlich.
       
 (IMG) Bild: Laschet in einer Reihe mit Adenauer, Kohl und Merkel? Das Wahlergebnis sagt etwas anderes
       
       Das Publikum, also wir, musste mit Verdruckstheit rechnen, mit Reaktionen
       der Verstörung, die sich in einem delirierenden, hysterischen Gelächter
       zeigen. Das wäre für Menschen, die gerade eine katastrophische Niederlage
       erlitten haben, normal: Dieser Moment, in dem sich jede Einsichtsfähigkeit
       in ein schlimmes Schicksal nicht zeigen will. So in etwa mussten wir auch
       erwarten, dass sich Politiker*innen der Union zeigen, etwa ihr
       Spitzenmann Armin Laschet.
       
       CDU und CSU haben am Sonntag ein Votum attestiert bekommen, das sie als
       abgehalftert, müde und abgestraft wie nie zeigt. Das steigerte sich noch,
       als bekannt wurde, dass selbst Wahlkreise, die als Festungen galten,
       verloren gingen – sehr oft an die SPD, in Sachsen an die AfD, in Thüringen
       sogar an den Außenseiter Frank Ullrich (SPD), der half, uns Hans-Georg
       Maaßen zu ersparen.
       
       Stattdessen sahen wir Laschet im Kreise der Spitzenkandidierenden bei
       ARD/ZDF als [1][ein Ausbund an Leugnung der Niederlage]. Seiner Niederlage
       – auch körperlich vortäuschend, seine Partei habe gerade einen
       Regierungsauftrag bekommen. Er hatte ja keine Wahl: Würde er sich demütig
       als Kopf des Desasters bekennen, würde er damit seine politische Biografie
       für weitgehend beendet erklären. Für ihn geht es ums Ganze, das treibt ihn,
       was sonst.
       
       Er musste die Rolle geben, die bei Monty Python der Schwarze Ritter
       innehatte und der, nachdem er besiegt wurde, nur ein: „[2][Einigen wir uns
       auf unentschieden]“, herausbringt. Die CDU/CSU gibt sich eben so:
       unbesiegbar. Sie ist die (bundesdeutsche) Macht schlechthin, alle anderen
       für illegitim haltend, weil nur sie und mit ihr (so geäußert von vielen,
       nur von dem Sachsen [3][Michael Kretschmer] nicht) „Zukunft“ sei.
       
       Fast alle sagten: [4][Zuerst das Land, dann die Partei] (Kanzleramtschef
       Helge Braun). Das ist: alles Lüge, ob dieses Größenwahns anwidernde,
       antidemokratische Unwahrheit: Der Union ging und geht es nur um sich
       selbst. Sie braucht Erholung – und zwar in der Opposition.
       
       27 Sep 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=p47bJyx51X8
 (DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=YMZ6FvpvleA
 (DIR) [3] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-michael-kretschmer-sieht-keinen-regierungsauftrag-fuer-cdu-a-1fef50e5-d47c-4760-8e62-08c093499c34
 (DIR) [4] https://www.deutschlandfunk.de/bundestagswahl-das-sagen-die-parteien-zu-den-ergebnissen.2897.de.html?dram%3Aarticle_id=503540
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Feddersen
       
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