# taz.de -- Nach Hackerangriff auf IT-Firma Kaseya: Alles offline ist nicht die Lösung
       
       > Eine Cyber-Attacke legt Supermärkte und Datenbanken lahm. Ein Grund,
       > Digitales an und für sich zu verdammen, ist das nicht.
       
 (IMG) Bild: Brauchen wir wieder mehr Offline-Systeme? Die Frage ist falsch gestellt, findet unsere Autorin
       
       Eine Hacker:innen-Gruppe greift [1][einen IT-Dienstleister an], Supermärkte
       müssen schließen, Firmen kommen nicht an ihre Daten und schon steht die
       Frage im Raum: Brauchen wir wieder mehr Offline-Systeme?
       
       Ja. Und nein. Eine gute Digitalisierungsstrategie würde eine sorgfältige
       Analyse und Abwägung verlangen, wo und welche Systeme digital und online
       laufen sollten – und welche besser nicht. Eine pauschale Antwort im Sinne
       von „Möglichst viel ans Netz hängen“ ist dabei ebenso Unsinn wie ein
       pauschales „Möglichst viel muss offline laufen“. So hat eine Abwägung unter
       anderem zu berücksichtigen, ob bei einem Angriff sensible Daten betroffen
       wären – etwa im Gesundheitssektor.
       
       Im Handel gibt es dagegen gute Gründe, nicht mehr flächendeckend auf die
       handbediente Registrierkasse zu setzen. Zum Beispiel die Planung des
       Warenbestandes: Wird Verkauftes automatisch ausgebucht, lassen sich leere
       Regale oder überfüllte Lager viel besser vermeiden. Gerade im
       Lebensmittelhandel ist das ein Faktor, der Verschwendung reduziert.
       
       Ein digitales Warenwirtschaftssystem ist ebenfalls Voraussetzung, um mit
       vertretbarem Aufwand Produkte nicht nur im Laden, sondern auch online zu
       verkaufen. Und da müssen wir hin: dass kleine Läden auch online selbst
       verkaufen können, Zielgruppen über ihren Standort hinaus erschließen, und
       nicht auf Plattformen wie Amazon angewiesen sind.
       
       Natürlich ist es trotzdem ein Problem, [2][wenn ein Cyberangriff
       Versorgungsinfrastruktur lahmlegt.] Aber der Punkt ist hier weniger die
       Digitalisierung der Systeme an sich, sondern das Wie: Die Betroffenen haben
       auf einen zentralen, externen Dienstleister gesetzt, der per se schon ein
       attraktiveres Angriffsziel ist als eine einzelne Supermarktkette. Und der,
       so scheint es, bei der IT-Sicherheit noch Verbesserungspotenzial hat.
       
       Um einen echten Wandel zu schaffen, muss sich bei sämtlichen Akteur:innen,
       politischen wie wirtschaftlichen, eine Erkenntnis durchsetzen:
       IT-Sicherheit ist keine Kür, sondern Pflicht.
       
       6 Jul 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/cyberangriff-unternehmen-weltweit-103.html
 (DIR) [2] https://www.tagesschau.de/ausland/schweden-hackerangriff-101.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Svenja Bergt
       
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       In dieser neuen Kolumne geht es um Digitalisierung und Hypes, in
       Deutschland und weltweit. Und da fangen wir doch gleich mal mit Lösegeld
       an.