# taz.de -- Twitter, Bier und Zeitumstellung: Nena macht mütend
       
       > Tweets sind käuflich, trotz Corona trinken wir weniger und Nena ist echt
       > gaga. 5 Dinge, die wir diese Woche gelernt haben.
       
 (IMG) Bild: Zeitumstellung bedeutet ein Stunde weniger Schlaf
       
       1 Tweets sind käuflich 
       
       Vor 15 Jahren schrieb Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey den allerersten
       Tweet: „[1][Just setting up my twttr“]. Anfang der Woche wurde er für 2,9
       Millionen Euro als „Non-Fungible Token“ (NFT – in etwa „nicht austauschbare
       Wertmarke“) versteigert. NFTs werden für virtuelle Güter verwendet, den
       Besitzern „gehört“ dann die Originaldatei, die jedoch kopiert und von allen
       angesehen werden kann. Kompliziert, absurd und echt future. Kürzlich wurde
       auch ein [2][digitales Kunstwerk] von Beeple für [3][69 Millionen Dollar
       bei Christie’s versteigert.] Ein US-Journalist verkaufte am Donnerstag
       seine Kolumne für 530.000 Dollar.
       
       2 Niemand trinkt gern allein 
       
       Ob NFT-Käufer bei ihren Geboten besoffen waren, ist nicht überliefert. Man
       nimmt ja gemeinhin an, dass die Pandemie zu mehr Alkoholkonsum geführt hat.
       Ist aber nicht so. [4][Laut Statistischem Bundesamt] hat er 2020 insgesamt
       abgenommen. Die Deutschen tranken nur noch 86,9 Liter Bier pro Kopf, 5
       Liter weniger als 2019. Was normalerweise in Kneipen und Restaurants durch
       der Gäste Kehlen fließt, lässt sich auf der heimischen Couch eben kaum
       ausgleichen.
       
       3 Nena ist echt gaga 
       
       Dass Nena auch nüchtern nicht ganz knusper ist, vermuten interessierte
       Beobachter schon länger. Im Oktober 2020 schwurbelte sie bereits [5][von
       Licht und Liebe und Panikmache] und ließ uns noch etwas im Dunkeln tappen,
       wes Geistes Kind sie ist. Jetzt wird klar: Sie ist Team Xavier. Bei
       Instagram bedankte sie sich Anfang der Woche für die Demo gegen die
       Coronamaßnahmen in Kassel und postete den neuen Song von Xavier Naidoo
       voller irrer Verschwörungsmythen.
       
       4 Neue Wörter braucht das Land 
       
       Worauf wir uns wohl alle einigen können: Wir sind mütend. Also müde und
       wütend. Die Ärztin Carola Holzner hat den Begriff kürzlich in einem langen
       Facebook-Post geprägt, mehrere Zehntausend Menschen teilten den Beitrag.
       Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache hat im [6][Neologismenwörterbuch]
       mehr als 1.200 Wörter aufgelistet, die während der Pandemie entstanden
       sind.
       
       Die SZ inspierte das gar [7][zu einem Text] voller Coronaneologismen. Zur
       allgemeinen Erheiterung seien hier ein paar aufgelistet: pandemüde,
       Coronoia, Mask-Have, pandemiese Gefühle, unausgerastet, Langeeile,
       sehnsuchend, Niesscham, Coronarkose und Corostern.
       
       5 Es wird Zeit 
       
       Mütend macht auch die Debatte über die Abschaffung der Zeitumstellung. Get
       over it, und nicht vergessen: In der Nacht zum Sonntag wird die Uhr um eine
       Stunde vorgestellt.
       
       27 Mar 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/jack/status/20?s=20
 (DIR) [2] /Auktion-bei-Christies/!5757562
 (DIR) [3] https://onlineonly.christies.com/s/beeple-first-5000-days/beeple-b-1981-1/112924
 (DIR) [4] https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/Verbrauchsteuern/Tabellen/alkoholische-getraenke.html
 (DIR) [5] /Querdenker-und-Egoismus/!5735907
 (DIR) [6] https://www.owid.de/docs/neo/listen/corona.jsp#
 (DIR) [7] https://www.sueddeutsche.de/panorama/muetend-corona-sprache-woerter-1.5245814
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Paul Wrusch
       
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