# taz.de -- Rumgeeier trotz steigender Coronazahlen: Surfen auf der dritten Welle
       
       > Berlin zieht keine Notbremse zu Ostern trotz steigender Infektionszahlen.
       > Das Hin und Her der Regierungen macht nur noch ratlos.
       
 (IMG) Bild: Die Regierungspolitik in Sachen dritte Welle (Symbolbild)
       
       Wenn im Lexikon ein Bild von Rumeiern stehen würde, es wäre ein Gruppenfoto
       der Ministerpräsidentenkonferenz, die zusammen mit der Kanzlerin nach
       zwölfstündigen Nachtsessions irgendwelche fragwürdigen Maßnahmen
       beschließt, diese dann wieder zurücknimmt und dann irgendwie auch nicht
       mehr so recht weiterweiß.
       
       Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entschuldigt sich, Berlins Regierender
       Bürgermeister [1][Michael Müller (SPD) auch]. Wie es nun angesichts der
       dritten Welle weitergeht, weiß keiner so genau. Was jetzt eigentlich Phase
       ist bei der elendigen Seuche, können unsere Regierungen offenbar nicht so
       richtig sagen.
       
       Klar ist nur, dass wir über die Feiertage Rumgeeiere bekommen, und zwar
       nicht von der Sorte, die wir uns zu Ostern wünschen würden. Denn trotz
       stetig steigender Infektionszahlen, nicht mehr abnehmender Todesfälle, um
       sich greifender Mutationsvarianten dieses elendigen Virus, die länger und
       stärker ansteckend und tödlicher zu sein scheinen, tut die Politik so, als
       wäre nichts.
       
       Die von Berlin unlängst beschlossene Notbremse, nach der die Lockerungen
       von Anfang März wieder zurückgefahren werden sollten, falls der
       Inzidenzwert an mehreren aufeinander folgenden Tagen in der Hauptstadt über
       100 liegen sollte, [2][wird einfach nicht gezogen] (er liegt seit Dienstag
       deutlich über 100).
       
       Stattdessen darf man mittlerweile wieder nach Malle fliegen und eimerweise
       Sangria saufen. Oder wie es [3][Titanic-Autor und Screenshots-Sänger Dax
       Werner] schön auf den Punkte brachte: „Jedenfalls schön zu sehen, dass wir
       es mit monatelangem Verzicht nun einigen Hunderten ermöglichen, nach
       Mallorca zu fliegen. Es war nicht umsonst.“
       
       Die Büros bleiben offen, alles Private ist eingeschränkt. Gleichzeitig
       machen sich CDUler mit Maskendeals die Taschen voll und Impfbemühungen
       stocken. Man weiß gar nicht mehr, was man sagen soll, wenn man sich dieses
       riesige Problemknäuel anschaut.
       
       Vielleicht tut es an dieser Stelle einfach noch ein Zitat. Diesmal vom
       Ministerpräsidenten Bodo Ramelow aus Thüringen, dem Bundesland mit den
       höchsten Inzidenzzahlen derzeit. Der twitterte live aus der
       Ministerpräsidentenkonferenz. Und zwar das einzig Sinnvolle, was sich zu
       der Gesamtlage derzeit sagen lässt:
       „ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ.“
       
       27 Mar 2021
       
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 (DIR) [1] /Corona-Debatte-im-Abgeordnetenhaus/!5757250
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 (DIR) [3] https://twitter.com/DaxWerner/status/1372509693776642048
       
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