# taz.de -- Saleh hat Spandau im Griff: Daniel Buchholz ohne Chance
       
       > Die Kreisdelegiertenkonferenz der SPD in Spandau folgt ihrem Chef. Bei
       > der Wahl für die Direktkandidatur setzt sich Salehs Kandidat Machulik
       > durch.
       
 (IMG) Bild: Der SPD-König von Spandau: Raed Saleh
       
       Berlin taz | Daniel Buchholz hat es nicht geschafft. Am Samstag wurde der
       umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus in
       Spandau abserviert. Bei der Wahl des Direktkandidaten für den Wahlreis 3,
       den Buchholz viermal in Folge gewonnen hatte, setzte sich sein Konkurrent,
       Ordnungsstadtrat Stephan Machulik, durch. Machulik, hinter dem der
       Kreisvorsitzende und SPD-Landes- und [1][Fraktionsschef Raed Saleh] steht,
       bekam 47 Stimmen, Buchholz nur 13. Zwei Delegierte enthielten sich.
       
       Buchholz wertete das Ergebnis als “erwartbar“, auch wenn die Nominierungen
       der örtlichen Basismitglieder, die sich zuvor für Buchholz ausgesprochen
       hatten, außer Acht gelassen worden seien. „Bis zum Ende der
       Legislaturperiode werde ich jedoch weiterhin mit voller Kraft im Parlament
       und Wahlkreis aktiv bleiben“, sagte Buchholz der taz.
       
       Kurz vor der Wahl am Samstag hatten sich zudem zahlreiche
       Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in einem Unterstützungsschreiben
       für den 52-Jährigen eingesetzt. Zu den Unterzeichnern gehörte auch Berlins
       [2][Finanzsenator Matthias Kollatz].
       
       All das konnte Saleh, der in Spandau die Fäden in der Hand hält, nicht
       umstimmen. Wohl zu Recht hatte Buchholz die Kandidatur von Machulik als
       „Rache“ für [3][einen Brief] gewertet, den 14 Mitglieder der SPD-Fraktion,
       darunter Buchholz selbst, im November 2017 an Saleh geschrieben hatten.
       Darin hatten sie ihm unter anderem vorgeworfen, seine eigenen Interessen
       über die der Fraktion zu stellen.
       
       ## „Schädlich für die SPD“
       
       Tatsächlich hätte sich Machulik für seine Kandidatur um ein Direktmandat
       auch einen anderen Wahlkreis aussuchen können. Zwei der fünf Wahlkreise
       waren vakant geworden. Doch Machulik entschied sich für den Wahlreis 3 von
       Daniel Buchholz. Sollte dieser nun, wie auch ganz Spandau, für die SPD
       verloren gehen, geht das sicher auch auf die Kappe des Kreisvorsitzenden
       und seines Personalpakets, das die Delegierten am Samstag durchgestimmt
       hatten.
       
       „Raed Saleh hatte die Chance, sich wie ein Landesvorsitzender zu verhalten,
       der an das Große und Ganze denkt“, kommentierte ein Funktionär des
       benachbarten Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf der taz. „Aber er
       musste beweisen, dass Daniel Buchholz wie von ihm versprochen ‚politisch
       tot‘ ist. Das ist schädlich für die SPD und demobilisiert!“
       
       Die Intrige gegen Buchholz hat auch außerhalb der SPD Reaktionen
       hervorgerufen. „Es wäre schade, denn so viele ökologisch und links tickende
       Menschen hat die SPD nicht“, twitterte der Linken-Abgeordnete und Aktivist
       für direkte Demokratie, Michael Efler vor der Abstimmung. Der
       CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici schrieb auf Facebook: „Als Kollege
       und Menschen schätze ich Daniel Buchholz sehr. Finde es schade, wie die SPD
       in Spandau mit ihm umgegangen ist.“
       
       Auch die Liste für die Bezirksverordnetenversammlung BVV hat die Spandauer
       SPD am Samstag abgestimmt. Der Vorschlag von Raed Saleh wurde von Platz 1
       bis 37 ohne Gegenkandidaturen durchgestimmt.
       
       14 Feb 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /SPD-Fraktionsschef-und-seine-Kritiker/!5746317
 (DIR) [2] /Rot-Rot-Gruen-streitet-um-Wohnungs-Posten/!5733899
 (DIR) [3] https://www.tagesspiegel.de/downloads/20558286/1/brief-an-raed-saleh.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
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