# taz.de -- Neuer Stufenplan des Berliner Senats: Berlin bleibt auf Lockdown-Kurs
       
       > Der Senat diskutiert über einen Coronastufenplan. Dieser sieht
       > Lockerungen aber erst ab einer Inzidenz von 35 vor.
       
 (IMG) Bild: Bisher dürfen nur Erst- bis Drittklässler in die Schule. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern
       
       Berlin taz | Nach der jüngsten Sitzung des rot-rot-grünen Senats am
       Dienstag deutet viel darauf hin, dass der bis zum 7. März befristete
       Coronalockdown verlängert wird. Die beiden Vizeregierungschefs Klaus
       Lederer (Linkspartei) und Ramona Pop (Grüne) machten nach dem Treffen vor
       Journalisten klar, dass es zwar einen Entwurf für stufenweise Öffnungen
       gibt. Der Senat orientiere sich aber dennoch weiter an einem Inzidenzwert
       von 35, von dem Berlin mit aktuell 57,2 deutlich entfernt ist.
       
       „Zurzeit ist der lineare Weg zur Inzidenz 35 nicht erkennbar“, sagte Pop.
       Bis vergangene Woche war der Wert, der sich auf Neuinfektionen binnen 7
       Tagen pro 100.000 Einwohner bezieht, binnen einem Monat von rund 200 auf um
       die 50 gesunken. Seither steigt er wieder leicht.
       
       Zwar sprach keins der beiden Senatsmitglieder ausdrücklich davon, den
       Lockdown fortsetzen zu wollen. „Wir schauen uns dann die Zahlen an und
       warten die Ministerpräsidentenberatung ab“, sagte etwa Pop ausweichend auf
       die Frage nach einer Verlängerung des Lockdowns. Die Länderchefs haben sich
       für den 3. März zu einer erneuten Sitzung mit der Bundeskanzlerin
       verabredet. Lederer wandte sich aber ausdrücklich gegen Öffnungsvorstöße
       aus einzelnen Bundesländern: „Ich wundere mich, wenn einige schon wieder
       Ankündigungen machen. Wir werden das nicht tun.“
       
       Beide bestätigten, dass der Senat einen Stufenplan für Öffnungen diskutiert
       hat. Lederer betonte aber, dass alles Bisherige nur einen Zwischenstand der
       Überlegungen abbilde. Überhaupt fiel die Wortwahl der beiden Politiker
       vorsichtig aus. Laut Pop waren sich die Senatsglieder „in der
       Gesamtbewertung“ einig, dass der Stufenplan ein gangbarer Weg sei. Den
       Überlegungen in der Senatskanzei kommt auch deshalb besondere Bedeutung zu,
       weil Berlin den Vorsitz bei den Ministerpräsidentenrunden führt.
       
       ## Steht die Schulöffnung wieder auf der Kippe?
       
       Neben den bereits auf Bundesebene verabredeten [1][Lockerungen in den
       Schulen] und für Friseure sieht der Berliner Plan bei Werten zwischen 35
       und 50 nur eine Änderung vor: dass Kinder bis zwölf Jahre in festen Gruppen
       draußen Sport treiben können. Das war in Berlin im vor Weihnachten
       vereinbarten Lockdown bereits möglich, wurde aber bei einer Verschärfung
       gestrichen. In die andere Richtung denkend baut der Senat dem Vernehmen
       nach vor, falls der Inzidenzwert wieder über 100 steigt: Dann soll der seit
       Wochenbeginn teilweise wieder mögliche Kita- und Schulbesuch erneut auf der
       Kippe stehen.
       
       23 Feb 2021
       
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