# taz.de -- Memes vom neuen Logo der CIA: Neue Armee für die CIA
       
       > Der US-Geheimdienst hat ein neues Logo, das an die Ästhetik von
       > Technolabels erinnert. Die Memes überschlagen sich seitdem.
       
 (IMG) Bild: Das neue CIA-Logo löste Spott und Häme auf Twitter aus
       
       Seit einigen Tagen tauchen in den Feeds dieser Welt Posts auf, die die
       schicke neue Website der CIA zeigen. Sie sind gewürzt mit ironischen
       Punchlines – und, zugegeben, recht witzig. Vor allem das neue Logo wurde
       Gegenstand von Memes – etwa mit dem alten Logo verglichen, mit Titeln wie
       „Before Berlin – After Berlin“. Andere schmunzelten sich auf Twitter
       Vergleiche zu wie „Die ganze Ästhetik schreit Silicon-Valley-Start-up mit
       10 Millionen Dollar Finanzierung und Dollar Umsatz“ – oder [1][entwarfen
       gleich eine Modekollektion].
       
       Dass besonders Musikmagazine darüber berichteten, liegt wohl nicht nur
       daran, dass viele Meme-Urheber*innen selbst kulturell aktiv sind.
       Sondern auch daran, dass das Logo in seiner schwarz-weißen Strenge an die
       Ästhetik des Detroiter Technolabels Underground Resistance erinnert.
       
       Dessen oft militante Symbolik war sowohl grafisch als auch musikalisch
       Programm. Gründer Jeff Mills und „Mad Mike“ Banks setzten den redundanten,
       körperversehrenden Bewegungen der Arbeit in einer der Autofabriken einen
       radikalen Sound entgegen, der jene Wiederholung und Entfremdung auf die
       Spitze treibt – und über den Umweg des [2][Dancefloors in Vergnügen]
       verwandelt.
       
       Popkulturelle Symbolik 
       
       Dass sich die CIA auf der Suche nach neuen Mitarbeiter*innen derart
       popkulturelle Symbolik aneignet, ist eigentlich gar nicht überraschend. So
       propagierte der Geheimdienst bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg das
       Konzept „soft power“. Statt Flugshows mit Kampfjets setzten sie auf die
       Organisation von Ausstellungen moderner Kunst und Konzerte mit
       US-amerikanischen Künstler*innen.
       
       Um damit nicht direkt in Verbindung gebracht zu werden, wurde 1950 in
       Berlin der Congress for Cultural Freedom gegründet. Ziel war es, nicht nur
       die westliche Politik, sondern auch den Lebensstil des Westens vor dem
       Erzfeind (Kommunismus und so) als überlegen darzustellen.
       
       Heute sind nicht nur die Freund-Feind-Bilder diffuser. Auch Währungen haben
       sich verschoben: Aufmerksamkeit ist heute fast so wertvoll wie Geld.
       [3][Vielleicht hat die CIA] einfach nur auf die in Zeiten viraler
       Informationsströme effektivste aller Maßnahmen gesetzt – und, statt viel
       Geld in die Hand zu nehmen, für die Kampagne auf eine allzeit bereite
       Postingarmee gesetzt, die stets fröhlich vor sich hin witzelt und dabei
       manchmal vergisst, dass sie gerade gute, aber unbezahlte PR leistet.
       
       8 Jan 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/bile_keurig/status/1346177958386552832
 (DIR) [2] /12-Dancefloor-Filme-in-der-Pandemie/!5730631
 (DIR) [3] /Ex-CIA-Mann-ueber-den-Fall-Assange/!5738040
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Philipp Rhensius
       
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