# taz.de -- Monika Maron bei Hoffmann und Campe: In eine Richtung gehen
       
       > Die Autorin Monika Maron hat einen neuen Verlag. Statt bei Fischer werden
       > ihre Bücher nun bei Hoffmann und Campe erscheinen.
       
 (IMG) Bild: Die Schriftstellerin Monika Maron schreibt jetzt für Hoffmann und Campe
       
       Kühl lässt sich konstatieren: Der Kapitalismus funktioniert. Trennt sich
       ein Verlag von einer Autorin, ist ein anderer Verlag zur Stelle – wenn die
       Höhe der zu erwartenden Auflagen stimmt. So geschehen jetzt bei Monika
       Maron. Statt bei Fischer werden ihre Bücher nun bei Hoffmann und Campe
       erscheinen. Gleich noch im Dezember eine neue Erzählung mit dem Titel
       „Bonnie Propeller“, gefolgt vom Essayband „Was ist eigentlich los?“ im
       April. Das ist der Band, den [1][Fischer nicht mehr drucken mochte], weil
       Maron auch im Umfeld des Dresdner Buchhauses Loschwitz unterwegs ist, das
       wiederum mit dem neurechten Verlag Antaios zusammenarbeitet.
       
       Lassen wir Heine aus dem Spiel, auf dessen „freiheitlichen Geist“ sich
       Maron in der Pressemitteilung zum Verlagswechsel beruft; denn der in der
       Tat freiheitsliebende Heine, Hoffmann-und-Campe-Autor seit 1826, hätte
       zumindest mit den letzten Büchern Marons seine Probleme gehabt. Egal.
       
       Interessanter ist festzuhalten, dass nun auf einer womöglich sinnvollen,
       auf jeden Fall sachlichen Ebene diskutiert werden kann. Es geht eben
       keineswegs um Zensur und auch nicht um Cancel-Kultur, sondern letzten Endes
       um verlegerische Richtungsentscheidungen.
       
       Im Frühjahr wird bei Fischer zum Beispiel das Romandebüt von Sharon Dodua
       Otoo erscheinen – was sich als Öffnung hin zur diversen Realität der
       Gesellschaft lesen lässt. Und wäre es nicht schlicht verwirrend, wenn
       daneben mit Maron eine Autorin stünde, die völkischem Denken keine Absage
       erteilt? Nun aber kann man sich als Leser*in entscheiden: Öffnung bei
       Fischer, Ressentiments gegen Offenheit bei Hoffmann und Campe.
       
       Bei allem Verständnis für einen beherzten verlegerischen Spagat dann und
       wann: Beides nebeneinander zu verlegen hätte schlicht auch bedeutet, die
       Bücher gar nicht ernst zu nehmen.
       
       9 Nov 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Monika-Maron-und-der-Fischer-Verlag/!5723122
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dirk Knipphals
       
       ## TAGS
       
 (DIR) deutsche Literatur
 (DIR) Literatur
 (DIR) Neue Rechte
 (DIR) Kulturszene
 (DIR) Literatur
 (DIR) deutsche Literatur
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Monika Maron und der Fischer-Verlag: Rettung gibt es nur im Exil
       
       Marons Romane wurden lange süffisant durchgewunken. Der aktuelle fantasiert
       von Erlösung vor einer angeblichen politisch korrekten Meinungsmasse.
       
 (DIR) Monika Maron und der S. Fischer Verlag: Die nötigen Konsequenzen
       
       Der Verlag S. Fischer wird heftig kritisiert, weil er sich von seiner
       langjährigen Autorin Monika Maron trennt. Dabei sind die Gründe
       nachvollziehbar.
       
 (DIR) Neuer Roman von Monika Maron: Der arme Artur!
       
       Monika Marons Neuveröffentlichung „Artur Lanz“ gilt dem Thema des Helden.
       Der ist in unseren postheroischen Zeiten längst verschwunden.