# taz.de -- Weltgrößter Freihandelspakt in Asien: China first!
       
       > China schließt mit den Staaten Asiens das weltweit größte
       > Handelsabkommen. Zuvor hatten sich die USA aus dem asiatischen Raum
       > zurückgezogen.
       
 (IMG) Bild: And the winner is... Feierliche Vertragsuntereichnung in Singapur
       
       China hat in den letzten 30 Jahren von der Globalisierung profitiert wie
       kein anderes Land und wird dies mit dem [1][am Wochenende vereinbarten
       asiatischen Freihandelsabkommen RCEP] (Regionale umfassende
       Wirtschaftspartnerschaft) weiter tun. Während die USA sich unter Donald
       Trump von China wirtschaftlich zu entkoppeln versuchen, setzt Peking im
       Handelskrieg mit den USA den Weg der Globalisierung, des Freihandels und
       des Multilateralismus fort, aber unter seinem eigenen, zunehmend stärkeren
       Einfluss. Erleichtert wurde dies durch Trumps Rückzug der USA aus Asien. Zu
       dessen ersten Amtshandlungen 2017 gehörte [2][der Ausstieg aus dem von
       seinem Vorgänger geschmiedeten Transpazifischen Freihandelspakt (TPP)]. Bei
       dem sollte China auf Wunsch Washingtons außen vor bleiben, stattdessen
       verabschiedeten sich unter Trump die USA von ihren Partnern in Asien.
       
       Doch während Washington seitdem kaum nennenswerte Handelsvereinbarungen mit
       asiatischen Ländern abschloss, haben jetzt am Wochenende 15 asiatische
       Staaten mit RCEP den größten Freihandelspakt der Welt geschlossen – ohne
       die USA. Der Pakt klammert zwar wichtige Bereiche wie Umwelt,
       Landwirtschaft, Arbeitnehmerrechte und Subventionen für Staatsbetriebe aus.
       Trotzdem dürfte China der größter Nutznießer dieses Abkommens sein.
       [3][Peking hat das von Washington hinterlassene Vakuum nicht nur gefüllt],
       sondern dabei auch noch US-freundliche Staaten wie Japan, Australien oder
       Vietnam eingebunden. Dabei haben diese viele Gründe für den eigenen Argwohn
       gegenüber dem auftrumpfenden China. Aber Tokio, Canberra und Hanoi sehen
       keine Alternative und hoffen ihrerseits, Peking durch das Abkommen
       einzubinden. Nur Indien ist aus den Verhandlungen ausgestiegen.
       
       Die USA haben unter Trump an Einfluss und Anziehungkraft in Asien wie auch
       dem Rest der Welt verloren, China hat trotz seiner Imageprobleme geschickt
       an Macht gewonnen. Unter Präsident Joe Biden wird Washingtons Rethorik
       vielleicht professioneller, substanziell sich aber nichts ändern, solange
       er keine eigenen Angebote macht.
       
       15 Nov 2020
       
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