# taz.de -- Landesparteitag der AfD Berlin abgesagt: Alles im Eimer
       
       > Wegen mangelnden Brandschutzes muss die AfD ihren Parteitag am 7. und 8.
       > November absagen. Am Veranstaltungsort will sie aber festhalten.
       
 (IMG) Bild: Aufbewahrungsbehältnis für politische Positionspapiere der AfD
       
       berlin taz | Der am 7. und 8. November geplante Parteitag der AfD Berlin
       ist endgültig abgesagt. Das bestätigte nun auch die [1][AfD Berlin] der taz
       telefonisch. Diesmal scheiterte der Parteitag nicht am großen Gegenprotest
       oder der Weigerung von Vermieter:innen, die AfD zu beherbergen, sondern an
       nicht eingehaltenen Brandschutzauflagen einer Eventlocation in Kaulsdorf.
       Die lassen sich offenbar nicht so schnell beheben. Die AfD Berlin will
       trotz der Probleme am Veranstaltungsort festhalten, wie Sprecher Ronald
       Gläser der taz am Dienstag sagte, – und dort „am liebsten noch in diesem
       Jahr“ ihren seit über einem Jahr überfälligen Parteitag abhalten.
       
       Die erneute Absage ist ein Rückschlag für die AfD. Die rechtsradikale
       Partei muss dringend einen neuen Vorstand wählen. Derzeit gibt es nur einen
       vom Landesschiedsgericht eingesetzten Notvorstand um den
       [2][Europa-Abgeordneten Nicolaus Fest]. Auch das Schiedsgericht muss neu
       gewählt werden und ist derzeit nur ein Provisorium, das seinerseits als
       Behelf durch das Bundesschiedsgericht eingesetzt wurde. Für den Vorstand
       will dennoch der für reaktionäre und rassistische Thesen bekannte Fest
       kandidieren.
       
       Ebenso muss die Partei sich für das Wahljahr 2021 aufstellen. Einzige
       bislang bekannte Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl 2021 ist
       dies des ehemaligen Vorstands und Berliner [3][Fraktionsvorsitzenden Georg
       Pazderski] – wobei der Bundeswehr-Oberst im Ruhestand nicht zuletzt
       aufgrund seines höchst umstrittenen und autoritären Führungsstils
       innerparteilich stark umstritten ist.
       
       Die nach über einjähriger Suche gefundene Gastgeberin Tatjana G. wollte
       trotz [4][konfettischmeißender Demonstrant:innen] die AfD beherbergen. Auch
       sonst scheint sie eher wenig Berührungängste mit der rechten Partei zu
       haben: Sie lieferte ihr offenbar sogar unverpixeltes Material aus
       Überwachungskameras, das postwendend auf dem [5][Twitteraccount der AfD
       Berlin] und beim rechten Medium Russia Today landete.
       
       ## Betreiberin Tatjana G. äußert sich nicht
       
       Weniger verbindlich schien G. es allerdings mit dem Brandschutz zu nehmen:
       Ihre Eventlocation La Fiesta wurde vor kurzem umgebaut, die Nutzung ist
       allerdings aufgrund [6][brandschutzrechtlicher Bedenken nicht genehmigt],
       wie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf Ende Oktober kurzfristig vor dem
       eigentlichen Parteitagstermin bestätigte. G. hatte trotz der Mängel bereits
       Feiern ausgerichtet, die AfD wusste davon nichts, weshalb sie den Parteitag
       erneut absagen musste. Die Betreiberin wollte sich auf taz-Anfrage nicht
       äußern.
       
       Der Notvorstand Nicolaus Fest hatte nach dem kurzfristig abgesagten
       Parteitag vorsorglich seinen Rücktritt angeboten. Allerdings will wohl
       niemand in der Partei seinen Job machen. Seine wichtigste Aufgabe dürfte es
       weiter sein, einen Parteitag zu organisieren.
       
       Digital will die AfD ihren Parteitag nicht abhalten, wie sie der taz sagte.
       Vor allem seien Wahlen so schwer abzuhalten: „Wie soll das online gehen? Da
       fehlen uns die Erfahrungen“, sagte Gläser. Wenn es deswegen zu Fehlern etwa
       bei der Kandidatenaufstellung komme, riskiere man die Zulassung durch den
       Landeswahlleiter, so der AfD-Sprecher.
       
       Das Bündnis „Kein Raum der AfD“ feierte [7][auf Twitter] die erneute Absage
       des Parteitags: „Der völlig unfähige Haufen Rechtsradikaler, der sich in
       Berlin AfD nennt, hat auch im fünften Versuch, einen Landesparteitag zu
       organisieren, auf ganzer Linie verkackt.“ Das Bündnis will [8][am
       Donnerstag um 16.30] Uhr trotzdem im Kaskelkiez protestieren – um den Druck
       auf die Vermieterin aufrecht zu halten und ein wenig zu feiern, dass der
       Parteitag zunächst mal platzt.
       
       3 Nov 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schwerpunkt-AfD-in-Berlin/!t5299773
 (DIR) [2] /Nicolaus-Fest-wird-Notvorsitzender/!5656531
 (DIR) [3] /Pazderski-kandidiert-fuer-die-AfD-Berlin/!5698506
 (DIR) [4] /Protest-gegen-AfD-Parteitag/!5717563
 (DIR) [5] https://twitter.com/AfDBerlin/status/1316052773792874497?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1316052773792874497%7Ctwgr%5Eshare_3&ref_url=https%3A%2F%2Fjungefreiheit.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2F2020%2Flinksextremisten-afd%2F
 (DIR) [6] /AfD-Berlin-sagt-Parteitag-ab/!5720490
 (DIR) [7] https://twitter.com/noafdberlin/status/1323298357411020803
 (DIR) [8] https://www.antifa-berlin.info/news/1754-update-zum-geplanten-afd-landesparteitag-am-7-und-8-november
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gareth Joswig
       
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