# taz.de -- Bundesgeschäftsführer der Linkspartei: Schindler tritt wieder an
       
       > Auch unter neuer Parteispitze will Jörg Schindler Bundesgeschäftsführer
       > bleiben. Schatzmeister Harald Wolf kandidiert ebenfalls wieder.
       
 (IMG) Bild: Jörg Schindler will Bundesgeschäftsführer der Linkspartei bleiben
       
       Berlin taz | Die Vorsitzenden treten ab, der Bundesgeschäftsführer der
       Linkspartei will bleiben. An diesem Freitag hat Jörg Schindler seine
       erneute Kandidatur für das Amt des obersten Parteimanagers angekündigt.
       „Gemeinsames Handeln der Parteiführung ist notwendig und Kontinuität
       erforderlich, wenn wir neue Parteivorsitzende wählen“, begründet der
       48-Jährige in einer schriftlichen Erklärung, die der taz vorliegt, seine
       Entscheidung. Im Karl-Liebknecht-Haus seien unter seiner Führung bereits
       die Vorbereitungen zum Bundestagswahlkampf 2021 angelaufen. „Das möchte ich
       fortführen.“
       
       Auf dem für Ende Oktober in Erfurt geplanten Parteitag wird die gesamte
       Führungsriege der Linkspartei neu gewählt. Die bisherigen Vorsitzenden
       [1][Katja Kipping] und [2][Bernd Riexinger], die acht Jahre an der Spitze
       standen, werden nicht wieder antreten. Bisher haben [3][Janine Wissler] und
       [4][Susanne Hennig-Wellsow], die Landtagsfraktionsvorsitzenden in Hessen
       und Thüringen angekündigt, in ihre Fußstapfen treten zu wollen. Im Amt
       bleiben möchte Bundesschatzmeister Harald Wolf, wie er am Freitag via
       Twitter mitteilte. Ob es Gegenkandidaturen geben wird, ist noch offen. Das
       gilt auch für Schindler.
       
       Der im sächsischen Borna geborene Schindler ist seit zwei Jahren
       Bundesgeschäftsführer und damit Leiter der Berliner Parteizentrale.
       Unterstützt von Kipping und Riexinger hatte er sich [5][auf dem Leipziger
       Parteitag 2018] knapp gegen den früheren Bundestagsabgeordneten Frank
       Tempel durchgesetzt. In der Flügelarithmetik der Linkspartei könnte man den
       gelernten Rechtsanwalt, der dem Landesverband Sachsen-Anhalt angehört, wohl
       als Zentristen bezeichnen.
       
       In seinem Schreiben an die Parteigremien beschwört Schindler den
       Zusammenhalt der Partei. „Es ist extrem wichtig, dass wir uns nicht
       gegeneinander ausspielen lassen“, schreibt er. „Lasst uns nicht uns selbst,
       sondern nur unseren politischen Gegnern im Weg stehen.“ Was der Linkspartei
       „gelegentlich“ noch fehle, sei „die Haltung, dass wir auch gewinnen wollen
       – und uns zutrauen, gewinnen zu können“. Schindler plädiert für einen
       „rebellischen Optimismus“, um „mit Widerborstigkeit und Zuversicht“ andere
       mitzureißen.
       
       Inhaltlich sieht der Fachanwalt für Arbeitsrecht die Partei gut
       aufgestellt. „Ob beim Kampf für einen Mietendeckel, einen entgeltfreien
       ÖPNV oder gegen Rassismus, ob in Opposition oder in einer Regierung: Wir
       sind der fortschrittliche, systemkritische Teil.“ Auch mache es ihn
       „stolz“, dass die Linkspartei bislang „zu jedem Kriegseinsatz der
       Bundeswehr im Ausland und zu jeder Asylrechtsverschärfung immer laut und
       deutlich Nein gesagt“ hat.
       
       Und so soll es nach Schindlers Vorstellungen auch bleiben: „Beim Kampf um
       Frieden gibt es für uns keine Kompromisse, beim Kampf um Humanität
       ebenfalls nicht.“ Als anzustrebendes Ziel benennt er einen „demokratischen
       Sozialismus mit einem sozial-ökologischen Systemwechsel in einer
       entwaffneten Welt“.
       
       Neben Schindler will auch Harald Wolf auf seinem Posten bleiben. Der
       frühere Berliner Wirtschaftssenator gehört seit November 2017 der engeren
       Parteiführung an, zunächst als kommissarischer Bundesgeschäftsführer, seit
       dem Parteitag im Juni 2018 dann als Bundesschatzmeister.
       
       „Ich kandidiere wieder als Bundesschatzmeister und will mich weiter für
       eine starke Linke einsetzen, die mit klarem linkem Profil für einen
       sozial-ökologischen Politikwechsel und neue linke Mehrheiten kämpft“,
       teilte der 64-Jährige am späten Freitagnachmittag [6][per Twitter] mit.
       
       11 Sep 2020
       
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 (DIR) [6] https://twitter.com/HaraldWolf20/status/1304437308217847808?s=20
       
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