# taz.de -- Erneut Waffenfund in Niedersachsen: Ein fast legales Waffenlager
       
       > Ein mutmaßlicher Reichsbürger hat in Seevetal Waffen und Munition
       > gehortet – mit Genehmigung der Stadt.
       
 (IMG) Bild: Mehrere tausend Schuss Munition und 250 Schusswaffen fand die Polizei in Seevetal
       
       Hannover taz | Circa 250 Schusswaffen und mehrere Tausend Schuss Munition
       haben Polizeibeamte schon am 11. September bei einem 54-Jährigen in
       Seevetal (Kreis Harburg) sichergestellt. Anlass für die Durchsuchung waren
       Hinweise auf Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz und
       „Gefahrenabwehr“, hieß es aus dem Landeskriminalamt (LKA).
       
       „Aufgrund der Gesamtumstände müsse von einer rechten Gesinnung ausgegangen
       werden“, teilte die Polizei außerdem mit. Weitere Auskünfte verweigerte die
       Behörde mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen. Die Kreiszeitung
       Wochenblatt schreibt, der Mann sei Reichsbürger.
       
       In dieser Woche dann eine überraschende Wende: Offenbar kann der Mann nur
       für einen geringen Bruchteil der Waffen, die er da hortete, belangt werden.
       Für den größten Teil seiner Sammlung besaß er eine Genehmigung, wie die
       Staatsanwaltschaft dem NDR mitteilte.
       
       Die zuständige Gemeinde Seevetal, die diese Waffen auf der
       Waffenbesitzkarte des Mannes eingetragen haben muss, möchte keine
       Stellungnahme abgeben. Der Gesetzgeber sehe keine Obergrenze vor, sagt ein
       Sprecher nur. Die „Zuverlässigkeit“ des Betreffenden werde nun noch einmal
       überprüft.
       
       ## Zuverlässigkeit muss regelmäßig geprüft werden
       
       Normalerweise muss die Zuverlässigkeit und persönliche Eignung von
       Waffenbesitzern regelmäßig überprüft werden. Dazu sind auch Auskünfte von
       Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz einzuholen.
       
       [1][Waffenfunde bei Rechtsextremen häufen sich] in Niedersachsen. 65
       Durchsuchungen in der rechten Szene listete das Innenministerium allein
       zwischen März 2019 und Juni 2020 auf eine Anfrage der Grünen hin auf. Bei
       26 Durchsuchungen wurden Waffen oder Sprengstoffe gefunden.
       
       Die abgefragte Statistik erfasst noch nicht die Ermittlungen nach dem
       [2][Anschlag in Einbeck] oder jene im Zusammenhang mit dem
       Bundeswehr-Reservisten, bei dem Ende Juni eine sogenannte „Todesliste“
       gefunden wurde, die allein zu weiteren zehn Durchsuchungen führte. Nadine
       Conti
       
       19 Sep 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Anfrage-zu-Waffen--und-Sprengstofffunden/!5707291/
 (DIR) [2] /Rechter-Terror-in-Niedersachsen/!5692270&s=Einbeck/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nadine Conti
       
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