# taz.de -- Ausgleich für höhere Kosten in Berlin: 150 Euro obendrauf
       
       > Der rot-rot-grüne Senat beschließt eine Hauptstadtzulage samt Jobticket
       > für 124.000 Landesbeschäftigte – zum Ärger anderer Bundesländer.
       
 (IMG) Bild: Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) auf dem Weg zur Pressekonferenz nach der Senatssitzung
       
       124.000 Beschäftigte im Landesdienst sollen ab November 150 Euro mehr im
       Monat verdienen. Der rot-rot-grüne Senat hat diese sogenannte
       Hauptstadtzulage am Dienstag gegen den Protest anderer Bundesländern auf
       den Weg gebracht. Sie soll helfen, gestiegene Lebenshaltungskosten
       auszugleichen, und geht an alle Mitarbeiter, die nicht mehr als rund 5.000
       Euro verdienen – was etwa 90 Prozent der Belegschaft entspricht. Obergrenze
       ist die Einkommensstufe A13/E13. Die daraus für den Landeshaushalt
       entstehenden Kosten schätzte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) auf
       jährlich 240 Millionen Euro. Kollatz will die Zulage zwar unterstützt
       haben, verhehlte vor Journalisten aber nicht seine Befürchtung vor einem
       Bruch mit den anderen Ländern: „Ein Ausschluss aus der Tarifgemeinschaft
       wäre Mist.“
       
       Auf die anfangs auch Ballungsraumzulage genannte Zusatzzahlung hatten sich
       die drei Regierungspartner SPD, Linkspartei und Grüne bei den
       Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr geeinigt. Die Frage der
       Umsetzbarkeit hatte bislang aber verhindert, dass das Geld auch wirklich
       floss. Andere Bundesländer betrachteten das Vorhaben als Alleingang, das
       der Tarifsolidarität der Länder als Arbeitgeber entgegensteht. Gerade vor
       dem Hintergrund der Coronakrise hielten sie es für den falschen Weg,
       dringend nötiges Geld auf diese Weise zu binden.
       
       Kollatz konnte die Bedenken zwar nachvollziehen – „die Argumente sind ja
       nicht aus der Luft gegriffen“. Er verwies jedoch darauf, dass es in München
       und seinem Umkreis eine solche Ballungsraumzulage schon seit Jahren gibt.
       Sie liegt nach seinen Zahlen mit 135 Euro leicht unter Berliner Niveau,
       kann bei zwei Kindern aber auf über 200 Euro steigen. Ein Rauswurf aus der
       Tarifgemeinschaft habe zwar vorerst keine praktischen Konsequenzen, sorge
       aber beim Thema Tarifverträge für Zersplitterung.
       
       ## Zusätzlich auch ein Jobticket
       
       Zu der Zulage gehört auch ein für die Mitarbeiter kostenfreies Jobticket.
       Wer es nicht möchte, kann sich den Gegenwert auszahlen lassen, muss dieses
       Geld dann aber anders als das Ticket versteuern. Kollatz mochte nicht
       versprechen, dass die 150 Euro – wer Teilzeit arbeitet, erhält einen
       anteiligen Betrag – im November schon bei allen auf dem Konto sind, ging
       aber davon aus, dass das bis Jahresende passiert.
       
       Die Hauptstadtzulage ist nicht zu verwechseln mit der Coronaprämie, die der
       Senat im Mai für rund 25.000 Landesbedienstete beschlossen hatte, die durch
       die Coronakrise besonders gefordert waren. Die beiden Zahlungen kamen in
       Verbindung, weil im Gespräch war, den auch „Heldenprämie“ genannten Bonus
       aus dem für November und Dezember vorgesehen Betrag für die Zulage zu
       finanzieren.
       
       8 Sep 2020
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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