# taz.de -- Virus-Infektionsrisiko für Kinder: Schulen keine Corona-Hotspots
       
       > Die bundesweit größte Studie nach der Wiedereröffnung von Schulen ergibt:
       > Die Dynamik der Virusverbreitung wurde offenbar überschätzt.
       
 (IMG) Bild: Nach den Ferien wird es wieder voller im Klassenraum: Ein Schule in Osnabrück
       
       Dresden afp/reuters | Schulen haben sich nach der Wiedereröffnung nicht zu
       [1][Corona-Hotspots] entwickelt. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag in
       Dresden veröffentlichte Studie der Technischen Universität Dresden und des
       Universitätsklinikums. Von insgesamt 2.045 untersuchten Blutproben von
       Schülern und Lehrern wurden nur in zwölf Fällen zweifelsfrei Antikörper
       gegen das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen.
       
       Damit liege der Immunisierungsgrad „deutlich unter einem Prozent“. Eine
       symptomfreie Infektion habe damit bei den untersuchten Schülern und Lehrern
       „bislang noch seltener stattgefunden hat, als wir vermutet hatten“,
       erklärte Studienleiter Reinhard Berner.
       
       Auch die Dynamik der Virusverbreitung sei offenbar überschätzt worden.
       Während es in 24 Familien von Studienteilnehmern mindestens einen
       bestätigten Corona-Fall gegeben habe, ließen sich nur bei einem Probanden
       Antikörper nachweisen. Viele Schulkinder hätten trotz eines Infektionsfalls
       im eigenen Haushalt [2][selbst keine Infektion durchgemacht]. Auch dass
       vier von fünf Schülern über ihre Klasse und ihre Familie hinaus regelmäßig
       Kontakte hatten, habe offenbar nicht zu einer weiteren Verbreitung des
       Virus geführt.
       
       Es handelt sich den Angaben zufolge um die bisher bundesweit größte Studie
       nach der Wiedereröffnung von Schulen nach dem Lockdown. Die Befragungen
       werden fortgesetzt. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) kündigte
       nach den Sommerferien die Aufnahme des Regelbetriebs an den Schulen an.
       
       Mindestabstand gilt nächstes Schuljahr in Sachsen nicht mehr 
       
       „Schulschließungen werden nur die Ultima Ratio sein“, erklärte Piwarz in
       Dresden. Die Schulen müssten sich dennoch auf zeitlich begrenzte lokale
       oder regionale Schließungen mit vorübergehenden Lernzeiten für die Schüler
       zuhause einstellen. Die Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern
       gilt im kommenden Schuljahr für Schulen und schulische Veranstaltungen in
       Sachsen nicht mehr. Schulleitungen können festlegen, wann eine
       Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist.
       
       Studienleiter Berner erklärte, die Zwischenergebnisse der Studie gäben
       wichtige Hinweise auch für andere Bundesländer. Man könne daraus ableiten,
       dass es in einer Region mit geringen Infektionszahlen keine
       explosionsartige Ausbreitung in Schulen gebe. Berner vermutete, dass Kinder
       und Jugendliche beim Husten weniger Tröpfchen ausstießen. Zudem seien
       Menschen mit mildem Krankheitsverlauf offenbar weniger ansteckend. Dies ist
       bei Kindern häufig der Fall.
       
       Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) stellte geringe Infektionsraten in
       einer Untersuchung unter 12.000 Blutspendern fest. Nur etwa 1,3 Prozent
       hätten Antikörper gebildet. Damit deutet sich aber auch an, dass sich keine
       hohe Immunität in Deutschland in den vergangenen Monaten ausgebildet hat.
       
       13 Jul 2020
       
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