# taz.de -- +++ Corona News am 29. Juni +++: Gütersloh muss weiter stillhalten
       
       > Einschränkungen in Gütersloh werden um eine Woche verlängert. In
       > Warendorf laufen die Regelungen aus. Nachrichten zum Coronavirus im
       > Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Was kommt da noch auf Gütersloh zu?
       
       Den Live-Ticker bearbeitet [1][Anselm Denfeld].
       
       Remdesivir-Behandlung soll 2.340 Dollar kosten 
       
       15.46 Uhr: Der US-Biotechkonzern Gilead hat die Behandlungskosten für sein
       als Hoffnungsträger geltendes Medikament Remdesivir für Corona-Patienten
       festgelegt. Der Preis für eine fünftägige Behandlung mit dem Mittel, das
       Gilead ursprünglich zum Einsatz gegen Ebolainfektionen entwickelt hatte,
       soll in den USA und anderen Industrieländern 2.340 Dollar pro Patient
       betragen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Für Privatpatienten
       sollen es 3.120 Dollar sein.
       
       Der Preis war Gegenstand hitziger Debatten, seit die US-Gesundheitsbehörde
       FDA im Mai den Einsatz des Mittels in Notfällen bei Covid-19-Patienten
       genehmigt hatte. Experten hatten gefordert, Gilead dürfe die Pandemie nicht
       für Profit-Zwecke ausnutzen. Der nun festgelegte Preis liegt unter den
       5.080 Dollar, die die US-Forschungsgruppe für Arzneimittelpreise (ICER)
       empfohlen hat. Analysten gehen gleichwohl davon aus, dass Gilead mit
       Remdesivir in den nächsten Jahren Einnahmen in Milliardenhöhe erzielen
       könnte. Zuletzt [2][hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes
       Licht für einen bedingten Einsatz des Medikaments bei Covid-19-Patienten in
       der EU gegeben]. Die Europäische Kommission muss aber noch die Freigabe
       erteilen. (rtr)
       
       ## Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert
       
       15.27 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt
       das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche
       eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen
       Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der
       nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, CDU, am Montag in
       Düsseldorf sagte. (rtr)
       
       Lufthansa setzt mehr Flieger ein 
       
       15.15 Uhr: Die Lufthansa fährt ihren Flugbetrieb verstärkt hoch und will
       bis Ende Oktober mehr als 380 Flugzeuge einsetzen. „Damit ist wieder die
       Hälfte der Flotte [3][der Lufthansa Group] in der Luft“, erklärte der
       Konzern am Montag. Dies seien 200 Flugzeuge mehr als noch im Juni. „Nach
       und nach öffnen sich die Grenzen wieder. Die Nachfrage steigt, kurz- und
       auch langfristig“, sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. (rtr)
       
       BVB rechnet mit Verlust von 45 Millionen Euro 
       
       15.13 Uhr: Wie der an der Börse notierte Fußball-Bundesligist am Montag in
       einer Ad-Hoc-Mitteilung bekanntgab, wird für das Geschäftsjahr 2019/20 ein
       Verlust von rund 45 Millionen Euro erwartet. Im Vorjahr blieben noch rund
       17,4 Millionen Euro an Nettogewinn hängen. Allerdings steht der Ausblick
       „unter dem Vorbehalt werterhellender Tatsachen sowie möglicher weiterer
       Transfererträge“. Der mögliche Fehlbetrag sei auf die Auswirkungen der
       Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Vor allem [4][die Spiele ohne Zuschauer]
       kosteten Einnahmen. Dank der gute Ertragslage in den vergangenen
       Geschäftsjahren und eines zum 30. Juni 2019 vorhandenen
       Konzerneigenkapitals in Höhe von rund 355 Millionen Euro sieht sich der BVB
       jedoch gewappnet, die erwarteten Verluste zu tragen. (dpa)
       
       Fluggesellschaft SAS kündigt 1600 Mitarbeiter:innen 
       
       14.35 Uhr: Knapp 1.600 Mitarbeiter:innen der skandinavischen
       Fluggesellschaft SAS in Dänemark hatten am Montag laut einem Agenturbericht
       ihre Kündigung im Postkasten. Dabei handele es sich hauptsächlich um
       Pilot:innen, Kabinenpersonal und Mitarbeiter:innen in den
       Flughafenterminals, berichtete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. Die
       Airline bestätigte ihr die Zahlen. SAS hat im Zuge der Coronakrise starke
       Einbußen verzeichnen müssen und bereits im April angekündigt, ihre
       Personalstärke um bis zu 5.000 Stellen nahezu halbieren zu wollen.
       Betroffen sind neben den dänischen auch die schwedischen und norwegischen
       Mitarbeiter. (dpa)
       
       24 positive Tests in der amerikanischen Fußball-Liga 
       
       14.32 Uhr: Seit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs der Mannschaften
       [5][der ersten US-Fußball-Liga] sind 24 Spieler und Betreuer positiv auf
       das Coronavirus getestet worden. Insgesamt 18 infizierte Spieler der Major
       League Soccer (MLS) und sechs Betreuer habe man seit Beginn der Testserien
       Anfang Juni ermitteln können, teilte die Liga-Organisation am Montag mit.
       668 Spieler wurden nach Angaben der MLS regelmäßig getestet. Die
       amerikanische Fußball-Liga setzt ihre Saison ab dem 8. Juli mit einem
       Turnier in Florida mit allen 26 Mannschaften fort. Vor der Reise nach
       Orlando haben alle Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Club- und
       Ligamitarbeiter zwei weitere Tests in einem 24-Stunden-Abstand und einem
       Abstand von etwa 72 Stunden nach Anreise zu absolvieren, teilte die MLS
       mit. (dpa)
       
       Riexinger: Konjunkturpaket hat „soziale Schieflage“ 
       
       14.31 Uhr: Linken-Chef Bernd Riexinger hat den vom Bundestag beschlossenen
       Konjunkturmaßnahmen eine „eindeutige soziale Schieflage“ bescheinigt. Als
       ein Beispiel führte Riexinger am Montag an, dass für Erwerbslose „nichts
       dabei“ sei. Es wäre „dringend geboten gewesen, die Hartz-IV-Sätze zu
       erhöhen“, da im Zuge der Coronakrise mehr Menschen arbeitslos würden und in
       Hartz IV abzurutschen drohten. Zudem sei für Pflegekräfte im
       Konjunkturpaket „im Kern nichts vorgesehen“.
       
       „Wie wurden Pflegekräfte im Bundestag, in der ganzen Gesellschaft
       beklatscht“, sagte Riexinger in Berlin. „Passiert ist jetzt nichts.“ Es
       gebe weder eine klare Ansage, dass jetzt mehr Pflegekräfte eingestellt
       würden, noch bekämen die Krankenhausbeschäftigten „auch nur einen Cent
       mehr“. Der Bundestag hatte zuvor das Paket zur Stärkung der Konjunktur in
       der Corona-Krise gebilligt. (afp)
       
       ## Höchstwert: Iran meldet 162 Todesfälle binnen eines Tages
       
       14.31 Uhr: Der Iran meldete am Montag einen Tagesrekord bei der Zahl der
       Corona-Opfer: 162 Infizierte seien in vergangenen 24 Stunden gestorben,
       erklärte das Gesundheitsministerium in Teheran. Der bisherige
       Tageshöchststand von 158 Corona-Toten war Anfang April registriert worden.
       (rtr)
       
       Elf Spuckattacken gegen NRW-Polizist:innen seit Februar 
       
       14.11 Uhr: Vom 1. Februar bis Ende Mai ist es in NRW elf mal zu
       Spuckattacken [6][gegen Polizist:innenen] gekommen. Acht Mal behaupteten
       die Täter selbst, sie hätten Corona. Zwei Mal ist die Polizei sich sicher,
       obwohl die Beschuldigten nichts sagten. Bei einer Tat lagen keine Aussagen
       oder Hinweise auf eine Infektion vor. Ob sich ein Beamter tatsächlich
       angesteckt hat, weiß das Innenministerium nicht, wie aus der Antwort auf
       eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag hervor geht. Demnach hatte es sogar
       einen Internetaufruf zu Spuckattacken gegen Polizist:innen gegeben. Dabei
       „lag die Zielrichtung konkret darin, Polizeibeamte mit dem Coronavirus
       anzustecken“, so das Ministerium. (dpa)
       
       Corona-Krankenhaus mit 10.000 Betten aus Karton in Indien 
       
       14.10 Uhr: 10.000 Betten aus Karton sollen Indien helfen, mit den rasch
       zunehmenden Infektionen zurechtzukommen. Sie stehen in einem ungenutzten
       Gebäude einer religiösen Sekte in der Hauptstadt Neu Delhi – dem Epizentrum
       Indiens. Von der zuständigen Behörde hieß es, dass man sie schnell aufbauen
       könne und dass sie jeweils umgerechnet 14 Euro kosteten. Um mehr Platz für
       Kranke bereitzustellen, stattet Indien auch Züge, Hotels und Stadien mit
       Betten aus. Kürzlich sagte der Regierungschef von Neu Delhi, Arvind
       Kejriwal, dass die Todeszahlen Anfang Juni wegen eines Mangels an
       Krankenhausbetten und Testmöglichkeiten in der Hauptstadt gestiegen seien.
       Inzwischen sei die Lage besser, aber es sei unklar, wie lange das so
       bleibe. Auch Krematorien in der Hauptstadt rüsten auf und bauen mehr Öfen,
       berichteten lokale Medien.
       
       Indien ist auf Platz vier der am meisten von Corona betroffenen Länder der
       Welt – nach Russland, Brasilien und den USA. Inzwischen gibt es dort mehr
       als eine halbe Million Corona-Fälle, und mehr als 16.000 Menschen mit dem
       Virus sind gestorben. (dpa)
       
       Niedrige Mehrwertsteuer ermuntert kaum zum Konsumieren 
       
       13.56 Uhr: Die Mehrheit der Bürger fühlt sich nach einer Umfrage durch die
       Mehrwertsteuersenkung nicht ermuntert, mehr Geld auszugeben. Entsprechend
       äußerten sich in der am Montag veröffentlichten Befragung des
       Yougov-Instituts 57 Prozent. 24 Prozent gaben an, sich dazu ermuntert zu
       fühlen. 19 Prozent machten keine Angabe. Zweck der Mehrwertsteuersenkung
       ist es, den Konsum anzukurbeln und damit die in der Corona-Krise leidende
       Wirtschaft. (dpa)
       
       Gericht bestätigt Einschränkungen im Kreis Gütersloh 
       
       13.26 Uhr: [7][Der derzeit eingeschränkt geltende Lockdown im Kreis
       Gütersloh] ist rechtmäßig. Das hat das Oberverwaltungsgericht des Landes
       Nordrhein-Westfalen am Montag in Münster entschieden. Ein Bewohner der
       Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hatte die Überprüfung einer Landesverordnung
       verlangt. Die Regionalverordnung ist nach dem Corona-Ausbruch in einem
       Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Kraft getreten
       und gilt im ganzen Kreisgebiet bis zum 30. Juni.Der Antragsteller
       kritisiert, dass auch Städte wie sein Wohnort und Versmold, Borgholz oder
       Halle in Westfalen betroffen sind, obwohl es dort keine oder kaum
       Infizierte gibt. Diese Ansicht teilt das OVG nicht. Wegen der Vielzahl der
       positiven Corona-Tests unter Mitarbeitern im Schlachtbetrieb bei Tönnies
       bestehe eine hinreichend konkrete Gefahr des Überspringens auf die übrige
       Bevölkerung. Das Land habe daher seinen Ermessensspielraum mit
       Schutzmaßnahmen für den gesamten Kreis nicht überschritten.(dpa)
       
       Tennis-Damenchefin über US Open: „Geradezu absurd“ 
       
       12.44 Uhr: Die deutsche Damen-Tennischefin Barbara Rittner ist nach den
       Vorfällen bei der umstrittenen Adria-Tour noch nicht davon überzeugt, dass
       die US Open im September wie geplant stattfinden. „Ich glaube, alle
       Spielerinnen und alle Spieler beäugen jetzt genau, was passiert, und
       [8][die Adria-Tour war natürlich eine absolute Katastrophe]“, sagte die
       47-Jährige am Sonntagabend im NDR.
       
       Die US Open sollen am 31. August in New York beginnen, das besonders hart
       vom Coronavirus betroffen war. „Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass
       das Turnier an einen anderen Ort verlegt wird“, sagte Rittner. „Es ist für
       mich ein ganz komisches Gefühl, dort hinzureisen ein paar Wochen später und
       so zu tun, als sei nichts und ein Tennisturnier zu spielen. Das finde ich
       geradezu absurd.“ (dpa)
       
       ## Bundestag beschließt Steuer-Senkung und Familienbonus
       
       12.31 Uhr: Der Bundestag hat das Konjunkturpaket zur Stärkung der
       Konjunktur in der Corona-Krise gebilligt. Die Maßnahmen, deren Herzstück
       die Absenkung der Mehrwertsteuer im zweien Halbjahr 2020 ist, wurde am
       Montag in einer Sondersitzung des Parlaments mit den Stimmen von Union und
       SPD beschlossen. FDP und AfD stimmten mit Nein, Linke und Grüne enthielten
       sich. Die Mehrwertsteuer wird nach einem Beschluss des Bundestags für ein
       halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt.Außerdem sollen Familien zum
       Anschub der Konjunktur einen Bonus von 300 Euro pro Kind bekommen. Damit
       die Änderungen in Kraft treten können, bedarf es am Nachmittag noch der
       Zustimmung des Bundesrats. (dpa)
       
       Höchste Zahl an Neuinfektionen in Tschechien seit April 
       
       12.10 Uhr: Tschechien hat die höchste tägliche Zahl an Neuinfektionen seit
       Anfang April registriert. Am Sonntag wurden 305 bestätigte Erkrankungsfälle
       gemeldet, während es am Samstag noch 260 gewesen waren. Nach Einschätzung
       von Gesundheitsminister Adam Vojtech handelt es sich nicht um eine zweite
       Welle. Grund für den sprunghaften Anstieg sei ein lokaler Infektionsherd in
       der Industrieregion Mährisch-Schlesien, sagte der 33-Jährige am Montag.
       Dort finden derzeit Reihenuntersuchungen unter Bergleuten des staatlichen
       Steinkohleförderers OKD statt.Während die Maßnahmen im Rest des Landes
       weiter gelockert werden, kommt es in der östlichen Region zu
       Verschärfungen. Unter anderem sind dort bis auf Widerruf nur Versammlungen
       von bis zu 100 Menschen zulässig. (dpa)
       
       Steinmeier: Demokratie hat sich in Coronakrise bewährt 
       
       12.05 Uhr: In der Pandemie hat sich nach Einschätzung von Bundespräsident
       Frank-Walter Steinmeier die Stärke der Demokratie und die Schwäche
       autoritärer Systeme bewiesen. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Unsere
       Demokratie kann auf existenzielle Bedrohungen reagieren, und zwar schnell,
       entschieden und kraftvoll“, sagte Steinmeier am Montag in Berlin. „Wir sind
       gemeinsam in der Lage, in kürzester Zeit umzusteuern, gewohnte Pfade zu
       verlassen und auch unter Ungewissheitsbedingungen zu entscheiden, notfalls
       Irrtümer einzuräumen und zu korrigieren.“
       
       Bei einem Forum zum Thema „Testfall Corona – Wie geht es unserer
       Demokratie“ erinnerte Steinmeier daran, dass es zuletzt in vielen Teilen
       der Welt, auch in Europa, eine „[9][Faszination des Autoritären]“ gegeben
       habe. Es sei aber unübersehbar, dass im Kampf gegen die Pandemie weder
       markige Sprüche noch Kraftmeierei, weder Demagogie noch Selbstüberschätzung
       helfen, sagte der Bundespräsident.
       
       Berlin: Mehr jüngere Menschen infizieren sich mit Corona 
       
       11.26 Uhr: Unter den Neuinfizierten in Berlin steigt der Anteil jüngerer
       Menschen. Das gab Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag bekannt.
       „Bei den Neuinfizierten beobachten wir, dass im Durchschnitt weniger Ältere
       betroffen sind, stärker im Bereich Altersgruppe Kinder und deren Eltern,
       aber auch Jugendliche“, sagte die SPD-Politikerin. Der Altersdurchschnitt
       der Neuinfizierten liegt nach ihren Angaben aktuell bei etwa 40 Jahren,
       dieser Wert sinke bereits seit einiger Zeit. Im Bundesdurschnitt sind
       Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, laut Kalayci 49 Jahre
       alt.
       
       Kalayci machte deutlich, dass sich die Lage in Berlin nach einem starken
       Anstieg der Neuinfektionen in zwei Häuserkomplexen in Neukölln und
       Friedrichshain-Kreuzberg inzwischen wieder etwas positiver darstelle.
       Zuletzt sei die Zahl neuer Infektionen wieder moderat zurückgegangen. Am
       Sonntag war die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin gegenüber dem
       Vortag um acht auf 8.175 gestiegen. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus
       starben bisher 213 Menschen. (dpa)
       
       Testzentrum am Frankfurter Flughafen eröffnet 
       
       11.23 Uhr: Am Frankfurter Flughafen ist „Walk-in“-Corona-Testzentrum
       eröffnet worden. Passagiere, die von Deutschlands größtem Flughafen
       abfliegen oder dort landen, könnten dort ab sofort einen Schnelltest
       machen, teilte das Diagnostikunternehmen Centogene am Montag mit. Den
       Angaben zufolge ist es die erste derartige Einrichtung in Deutschland. Der
       Test kann in einem Proben-Entnahmezentrum in unmittelbarere Nähe des
       Hauptterminals des Flughafens entweder am Vortag oder aber am Tag des
       Abflugs gemacht werden. (rtr)
       
       Jugendaktivist:innen fordern Nein zum Konjunkturpaket 
       
       11.13 Uhr: Jugendaktivist:innen sehen ihre Zukunft und die kommender
       Generationen durch [10][das Corona-Konjunkturpaket] bedroht. Der Sprecher
       des Jugendrats der Generationen Stiftung, Elia Mula, forderte am Montag den
       Bundestag auf, die für „falsche Investitionen“ vorgesehenen
       Milliardenhilfen nicht zu verabschieden und stattdessen einen
       Generationenrettungsschirm aufzuspannen. Es müsse dringend [11][mehr Geld
       in soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit fließen], betonte er.
       „Sonst ist es leider zu spät.“ Konkret kritisierte er die Kaufprämie für
       E-Autos, die nur für kurzfristigen Profit sorge, und den „viel zu späten“
       Kohleausstieg, mit dem es unmöglich sei, die Klimaziele einzuhalten.
       Bundestag und Bundesrat befassen sich in dieser Woche mit dem
       Konjunkturpaket zur Abmilderung der Coronakrise. Am Montag standen bei
       Sondersitzungen beider Häuser unter anderem die zeitweise Reduzierung der
       Mehrwertsteuer sowie ein Kinderbonus auf der Tagesordnung.
       
       Spahn kritisiert Pläne für Massentests in Bayern 
       
       10.53 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn distanziert sich von
       anlasslosen Corona-Massentests, wie sie die bayerische Landesregierung
       plant. „Testen, testen, testen – aber gezielt“, das sei die mit dem
       Robert-Koch-Institut entwickelte nationale Teststrategie, schrieb der
       CDU-Politiker am Montag auf Twitter. Zuvor hatte die bayerische
       Gesundheitsministerin Melanie Huml, CSU, eine „Corona-Testoffensive“
       angekündigt. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah
       angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome
       testen zu lassen.“ Die Kosten wolle der Freistaat übernehmen, soweit sie
       nicht von Krankenkassen getragen werden. Spahn verwies darauf, dass es
       präventives Testen im Pflegebereich oder anderen Teilen des
       Gesundheitswesens sowie bei lokalen Ausbrüchen [12][wie im
       nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh] geben müsse. „Einfach nur viel
       testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht
       zielführend“, kritisierte er jedoch. (rtr)
       
       Wimbledon 2021 nicht gegen Pandemie versicherbar 
       
       10.21 Uhr: Das weltberühmte Rasen-Tennisturnier in Wimbledon wird sich
       trotz der Coronakrise im kommenden Jahr nicht für einen Pandemiefall
       versichern können. Das berichtete die britische Tageszeitung The Telegraph
       unter Berufung auf Aussagen des Turnier-Organisators Richard Lewis. Das
       Grand-Slam-Turnier in London, das am kommenden Montag begonnen hätte, habe
       in diesem Jahr kaum finanziellen Schaden genommen, da die Veranstaltung mit
       einer siebenstelligen Summe gegen übertragbare Krankheiten versichert
       wurde. Das gleiche Verfahren sei jedoch im nächsten Sommer [13][aufgrund
       der aktuellen Lage] unmöglich, erklärte Lewis. Übertragbare Krankheiten
       seien derzeit nicht versicherbar. (dpa)
       
       ## Nur rund 6.700 Neuansteckungen – für Russland ein Erfolg
       
       9.44 Uhr: In Russland melden die Behörden 6.719 festgestellte
       Neuinfektionen. Das ist der geringste tägliche Zuwachs seit dem 29. April.
       Insgesamt liegt die Zahl der ermittelten Ansteckungen nun bei 641.156. Die
       Zahl der Todesfälle steigt in den vergangenen 24 Stunden um 93 auf 9.166.
       (rtr)
       
       Grüne und SPD wollen Abschaffung von Riesenschlachthöfen 
       
       9.38 Uhr: Nach den Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen haben die Grünen eine
       völlige Umstellung der Fleischerzeugung in Deutschland gefordert. „Die
       großen Schlachthöfe müssen zugemacht werden. Wir müssen das
       dezentralisieren“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am
       Sonntagabend in der Internetsendung „Bild Live“. Es gehe jetzt um eine
       andere Politik und andere Rahmenbedingungen in der Fleischindustrie.
       
       SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil äußerte sich in der Sendung ähnlich.
       „Ich glaube, [14][das ganze System] ist zu groß geworden an dieser Stelle“,
       sagte Klingbeil. Ihm gehe es darum, dass die Landwirte gegenüber den
       Schlachthöfen gestärkt würden. „Und ich persönlich bin der Meinung: Wir
       brauchen kleinere Schlachthöfe. Wenn Tiere durch halb Europa gefahren
       werden, dann sieht man, dass das System nicht mehr gesund ist.“ (afp)
       
       ## EU will Länder nach Corona-Situation einstufen
       
       9.10 Uhr: Die EU legt nach spanischen Angaben bis spätestens Dienstag eine
       Liste der Covid-19-sicheren Länder vor. Die Liste werde 15 Staaten
       umfassen, in die man nach epidemiologischen Kriterien sicher reisen könne,
       sagt die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez Laya dem Hörfunksender
       Cadena SER. Die Pandemie lasse im größten Teil Europas nach. (rtr)
       
       Fleisch-Freunde unter sich: Hoeneß unterstützt Tönnies 
       
       8.37 Uhr: [15][Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß] hat Schalkes
       Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies gegen Kritik im Zuge des massiven
       Corona-Ausbruchs in dessen Fleischbetrieb verteidigt. Der 68 Jahre alte
       Hoeneß sagte in der Sendung Blickpunkt Sport des Bayerischen Fernsehens er
       stehe Tönnies (64), dem er schon lange freundschaftlich verbunden ist, bei.
       „Ich muss ehrlich sagen: Wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen.
       Das tut er ja.“, sagte Hoeneß. „Aber dass man dann alles, was er so
       geleistet hat, was er für eine große Firma aufgebaut hat, jetzt plötzlich
       in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein.“
       
       Tönnies steht als Firmenchef und als Boss des Fußball-Bundesligisten FC
       Schalke 04 aktuell massiv unter Druck. Im Stammwerk des
       Tönnies-Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh hatten sich weit über 1.000
       Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an
       den [16][Arbeitsbedingungen im Unternehmen von Tönnies]. Uli Hoeneß, Sohn
       eines Metzgers, hat in seinem Leben selbst eine Wurstfabrik aufgebaut.
       (dpa)
       
       ## IWF hält Schuldenschnitte für möglich
       
       8.08 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt sich angesichts der
       Pandemie auf neue Schuldenkrisen ein. Ärmere Länder würden „mehr
       Schuldenstundungen brauchen, [17][in einigen Fällen vielleicht auch
       Schuldenschnitte]“, sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath dem
       Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Um den wachsenden Schuldenstand
       Deutschlands sorge sie sich nicht. Im Streit über das geplante
       750-Milliarden-Hilfspaket der EU plädiert sie dafür, den Krisenländern
       nicht nur Kredite, sondern auch direkte Transfers zukommen zu lassen. „Es
       ist wichtig, dass ein erheblicher Teil des Pakets aus Zuschüssen besteht
       statt aus Krediten, sonst fördert es die wirtschaftliche Erholung nicht.“
       (rtr)
       
       7-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh noch deutlich über 50 
       
       7.48 Uhr: Unmittelbar vor der Entscheidung über eine Verlängerung des
       regionalen Lockdowns liegt im Kreis Gütersloh die Kennziffer der
       Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen innerhalb der vergangenen sieben
       Tage noch deutlich über der Marke von 50. Das geht aus den am Montag
       veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach
       setzte sich nach sehr hohen Werten durch den Ausbruch beim
       Fleischverarbeiter Tönnies der Abwärtstrend bei der sogenannten Sieben
       Tage-Inzidenz fort. Laut den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh
       nun 112,6 solche Fälle innerhalb der vergangenen sieben Tage nach zuvor
       132,9 am Sonntag und 164,2 am Samstag. Am Dienstag hatte dieser Wert noch
       270,2 betragen. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls [18][viele
       Tönnies-Mitarbeiter wohnen], war die wichtige Kennziffer für die
       Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag auf 47,9 gefallen. (dpa)
       
       Seoul erwägt wieder strengere Corona-Maßnahmen 
       
       7.24 Uhr Die Behörden in Südkoreas Hauptstadt erwägen strengere Maßnahmen
       gegen das neue Coronavirus. Die Regierung sei bereit, stärkere
       Einschränkungsmaßnahmen in Seoul durchzusetzen, wenn der Ausbruch noch
       größer werde, kündigte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am
       Sonntagnachmittag an. Das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention
       berichtete am Montag, es seien 42 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2
       registriert worden. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf 12.757, 282
       Menschen starben mit dem Virus. 24 der neuen Infektionen sind dem Zentrum
       zufolge in Seoul und Umgebung registriert worden. Mindestens zwölf Fälle
       stünden in Verbindung mit Einreisen aus dem Ausland.
       
       Die strengsten Maßnahmen würden in Kraft treten, wenn sich die Zahl der
       Infektionen mehr als zwei Mal innerhalb einer Woche verdoppelte, sagte
       Gesundheitsminister Park. Konkret nannte er etwa das Verbot von Treffen von
       mehr als zehn Menschen, die Schließung von Schulen und das Pausieren von
       professionellen Sportveranstaltungen sowie Auflagen für nicht
       lebensnotwendige Geschäfte. (dpa)
       
       ## Achter Impfstoffkandidat in China für Tests zugelassen
       
       6.55 Uhr: Chinas Militär hat grünes Licht erhalten für die Nutzung eines
       Covid-19-Impfstoffkandidaten. Das teilt die Firma Cansino Biologics mit,
       die gemeinsam mit der Forschungseinheit der Armee für die Entwicklung
       verantwortlich ist. Klinische Studien hätten gezeigt, dass der
       Impfstoffkandidat Ad5-nCoV sicher und in gewissem Umfang effizient sei.
       Ad5-nCoV ist einer von acht Impfstoffkandidaten, die von chinesischen
       Firmen entwickelt und die für Tests an Menschen zugelassen wurden. (rtr)
       
       ## RKI: Die aktuellen Zahlen aus Deutschland
       
       4.55 Uhr: Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 262
       auf 193.761, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die
       Zahl der Todesfälle steigt um vier auf 8.961. (rtr)
       
       ## Australien verzeichnet wieder mehr Fälle
       
       4.22 Uhr: Australien verzeichnet den größten Anstieg neuer Fälle seit etwa
       zwei Monaten. Der Bundesstaat Victoria gibt 75 neue Infektionen in den
       vergangenen 24 Stunden bekannt. Zwar fehlen zunächst Zahlen aus mehreren
       anderen Landesteilen. Der Anstieg ist jedoch schon jetzt der größte in
       Australien seit dem 11. April. Victoria erwägt nun die Wiedereinführung von
       Beschränkungen wie ein Abstandsgebot, sagen Gesundheitsbehörden. Die
       Maßnahmen waren ab Mai gelockert worden. (rtr)
       
       Peking testet acht Millionen Menschen auf Coronavirus 
       
       3.34 Uhr: Infolge des neuen Coronavirus-Ausbruchs in Peking hat die
       chinesische Hauptstadt millionenfach Coronatests durchgeführt. Wie die
       Lokalbehörden mitteilten, wurden bis Sonntag 8,3 Millionen Proben gesammelt
       und 7,7 Millionen Tests in der 20-Millionen-Metropole abgeschlossen. Als
       Reaktion auf [19][den Ausbruch auf einem Pekinger Großmarkt] hatten die
       Behörden vor zwei Wochen die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen,
       womit die chinesische Stadt teilweise abgeriegelt wurde. Wer Peking
       verlassen will, muss einen negativen Coronatest vorweisen und darf nicht in
       einem der Risikogebiete leben. Seit dem neuen Ausbruch wurden über 300
       Infektionen in Peking festgestellt. (dpa)
       
       ## Kalifornien nimmt Lockerungen zurück
       
       3.21 Uhr: Angesichts weiter steigender Infektionszahlen nimmt Kalifornien
       einige Lockerungen zurück. Gouverneur Gavin Newsom ordnete für sieben
       Landkreise – darunter Los Angeles – die Schließung von Bars an. Dies gelten
       in den USA als häufige Infektionsherde. [20][Am Freitag schlossen Texas und
       Florida gleich alle Bars]. Kalifornien ist mit fast 40 Millionen Einwohnern
       – grob halb so viele wie Deutschland – der bevölkerungsreichste
       US-Bundesstaat. (rtr)
       
       ## Brasilien: wieder unter 1.000 Todesfälle binnen 24 Stunden
       
       0.50 Uhr: In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in
       den vergangenen 24 Stunden 30.476 neue Infektionen und 552 weitere
       Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,34 Millionen
       bekannte Fälle und 57.622 Todesfälle. (rtr)
       
       ## Über 500.000 Todesfälle weltweit
       
       0.10 Uhr: Nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters hat die weltweite Zahl
       der bekannten Todesfälle durch die Pandemie die Schwelle von 500.000
       überschritten. Demnach sterben gegenwärtig mehr als 4.700 Menschen pro Tag
       an Covid-19, wie aus den Daten vom 01. bis zum 27. Juni hervorgeht. (rtr)
       
       ## Arizona meldet Höchstwert bei Neuansteckungen
       
       0.00 Uhr: Der US-Bundesstaat Arizona verzeichnet einen starken Anstieg bei
       den bestätigten Neuinfektionen. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle habe sich
       binnen einem Tag um 3.857 erhöht, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Es
       handle sich um den größten Tagesanstieg seit Beginn der Pandemie. (rtr)
       
       [21][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [22][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       29 Jun 2020
       
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