# taz.de -- US-Truppen in Europa: Eine Warnung an Trump
       
       > Polens Staatschef Andrzej Duda wirbt im Weißen Haus um US-Soldaten. Trump
       > schade mit solchen Plänen der Nato und den USA, warnen dessen
       > Parteifreunde.
       
 (IMG) Bild: Polens Präsident Andrzej Duda war schon einmal auf Trump-Besuch
       
       Der Besuch von Polens Präsident Andrzej Duda bei US-Präsident Donald Trump
       im Weißen Haus sei ein Treffen von Politikern in Not, kommentiert sehr
       treffend die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza. Beide müssen sich demnächst
       den WählerInnen ihrer Länder stellen – [1][und um den Sieg bangen].
       
       Polens Regierung möchte sich als guter Partner der USA in der Abwehr des
       Putin’schen Machtstrebens präsentieren, Trump gewährt Duda die Ehre, als
       erster ausländischer Staatschef seit Ausbruch der Coronapandemie im Weißen
       Haus empfangen zu werden.
       
       Polen möchte sich vor allem positiv vom Nachbarland Deutschland absetzen,
       das in Trumps Augen seine Nato-Pflichten undankbar vernachlässige, sich
       aber von US-Truppen beschützen lasse.
       
       Deshalb will Trump Deutschland mit einem [2][teilweisen Truppenabzug]
       bestrafen. Außer der verbalen Androhung ist bisher nichts Genaues über
       diesen Schritt bekannt. Aber wie bei vielen Bauchentscheidungen des
       US-Präsidenten in der letzten Zeit bekommt Trump Gegenwind aus dem eigenen
       Lager: Sechs republikanische Abgeordnete des Auswärtigen Ausschusses im
       Repräsentantenhaus haben Trump in einem Brief gewarnt, dass ein größerer
       Truppenabzug aus Deutschland die nationale Sicherheit der USA gefährde.
       Putin werde zu Recht an der Einigkeit und der Abwehrbereitschaft der Nato
       zweifeln, wenn Trump versuche, Nato-Verbündete gegeneinander auszuspielen.
       
       Trump sollte diese Warnung ernst nehmen. Die von ihm losgetretene Debatte
       über US-Truppen in Europa ist ein weiteres Glied in einer Kette von
       undurchdachten außenpolitischen Schritten des Präsidenten. Regelmäßig
       sorgen sie selbst in seinem inneren Beraterkreis für Kopfschütteln und
       hektische Bemühungen um Schadensbegrenzung – sein früherer
       Sicherheitsberater John Bolton hat dies gerade in seinem Buch belegt. Da
       ist es auch nur folgerichtig, dass Angela Merkel ihre Zeit nicht mit einem
       transatlantischen Trip [3][zu dem von Trump anberaumten G7-Gipfel] in
       Washington verschwenden will.
       
       24 Jun 2020
       
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