# taz.de -- Stadtteilspaziergang gegen Häuserverkauf: Der Miethai geht um
       
       > Gegen den Verkauf von 23 Häusern an die Deutsche Wohnen regt sich
       > Protest. Stadtteilspaziergang durch Kreuzberg. Nicht nur Betroffene waren
       > dabei.
       
 (IMG) Bild: Auf der Demonstration „Shut down Mietenwahnsinn – sicheres Zuhause für alle!“ vom 20. Juni 2020
       
       Berlin taz | „Mieteinander“ lautete die Parole auf einen großen
       Transparent, das an der Fassade des Hauses Maybachufer 6 angebracht ist.
       „Wir MieterInnen haben uns entschieden, gemeinsam dem Ausverkauf der Stadt
       entgegenzutreten“, erklärte ein Hausbewohner die Wortschöpfung. Er gehört
       zur [1][Initiative „23 Häuser sagen Nein“], die Mitte Juni bei einem
       Treffen am Mariannenplatz gegründet wurde. Darin haben sich BewohnerInnen
       der 23 Gebäude zusammengeschlossen, die kürzlich an die Deutsche Wohnen
       verkauft wurde – zwölf davon in Kreuzberg.
       
       Deren BewohnerInnen wollten sich am vergangenen Sonntagnachmittag besser
       kennenlernen. Daher mobilisierten sie unter dem Motto „Der Miethai zieht
       durch den Kiez“ zum Stadtteilspaziergang. Rund 150 Menschen hatten sich
       auch von Regenschauern nicht abschrecken lassen und zogen vom Maybachufer
       in den Wrangelkiez.
       
       Zwischendurch wurde vor den verschiedenen vom Verkauf betroffenen Häuser
       auf der Route Halt gemacht. Die BewohnerInnen hielten kurze Ansprachen, in
       denen sie die BewohnerInnen kurz vorstellten. Die vielen individuell
       gestalteten Transparenten an den Häuserwänden machten deutlich, dass die
       MieterInnenproteste in Kreuzberg nicht nachlassen werden.
       
       Der zuständige Bezirksbaustadtrat Florian Schmidt wurde aufgefordert, das
       Vorverkaufsrecht für die Häuser wahrzunehmen. Die BewohnerInnen der
       Naunynstraße haben 23 Ziffern an den Fenstern angebracht, für jedes der
       betroffenen Häuser eine.
       
       ## Sommer der Nachbarschaftsproteste
       
       Am Ende der Route im Wrangelkiez schwoll der Zug noch einmal an. Dort
       beteiligten sich auch NachbarInnen, die nicht in den vom Verkauf
       betroffenen Häusern wohnen. In kurzen Redebeiträgen wurde über die drohende
       Verdrängung weiterer MieterInnen und einer Pizzeria im Kiez informiert.
       
       Eine Rednerin lud zu einen Protestkonzert am 7. Juli ab 19 Uhr vor der
       Wrangelstraße 83 ein. Dort fürchten die BewohnerInnen nach dem Tod eines
       mieterInnenfreundlichen Eigentümers ebenfalls Verschlechterungen. In
       unmittelbarer Nähe befand sich der Gemüseladen, dessen Kündigung 2015 zur
       Gründung der Stadtteilinitiative Bizim Kiez und zu einem Sommer der
       Nachbarschaftsproteste geführt hatte. Daran will die Initiative „23 Häuser
       sagen Nein“ fünf Jahre später anknüpfen.
       
       Das könnte gelingen. Für ihre Forderung nach Kommunalisierung der Häuser
       hat sie am Sonntag in Kreuzberg viel Zustimmung gefunden.
       
       29 Jun 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.facebook.com/23haeuser/posts/108775107548394
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Nowak
       
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