# taz.de -- Geberkonferenz für den Jemen: Verlogener geht es kaum
       
       > Mit Saudi-Arabien tritt bei der Konferenz für den Jemen ein Kriegsakteur
       > als Mitveranstalter und Geldgeber auf.
       
 (IMG) Bild: Bewaffnete Sicherheitsleute in Sanaa im Jemen
       
       Das Koordinationsbüro der UNO für humanitäre Hilfe (OCHA) veranstaltet eine
       Geberkonferenz zur Finanzierung der Versorgung für die Überlebenden des
       Jemenkriegs – gemeinsam mit [1][Saudi-Arabien], einem Hauptakteur in diesem
       Krieg. Das unterstreicht die Ambiguität der vor 70 Jahren gegründeten
       Weltorganisation auf zynische Weise. „Wir, die Völker der Vereinten
       Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des
       Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über
       die Menschheit gebracht hat“ – an diesem politischen Kernauftrag,
       formuliert in ihrer Gründungscharta vom Juni 1945, ist die UNO gescheitert.
       
       Denn viele ihrer Mitgliedstaaten halten Krieg immer noch für ein legitimes
       Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen. Die humanitäre Versorgung der
       Überlebenden dieser Kriege wurde daher zur zentralen Aufgabe, die
       inzwischen nicht nur die größten personellen und logistischen Ressourcen
       des UN-Systems sowie finanziellen Mittel der Mitgliedstaaten beansprucht.
       
       Doch im Fall [2][Jemen] fehlen diese Gelder, weil die USA sowie Frankreich,
       Großbritannien und Deutschland gar nichts oder viel zu wenig beitragen.
       Just jene vier Mitglieder der westlichen Wertegemeinschaft, die
       Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrein und
       andere Länder, die an der von Riad geführten Allianz im Jemenkrieg
       beteiligt sind, am stärksten mit Waffen und militärischer Ausbildung
       unterstützen. Mit einem Bruchteil der Summe, die das Regime in Riad in den
       letzten Jahren für [3][Waffenkäufe im Westen] ausgegeben hat, konnte es
       sich zum größten Spender für die humanitäre Jemenhilfe profilieren, womit
       OCHA wiederum die gemeinsame Einladung zur aktuellen Geberkonferenz zu
       rechtfertigen suchte.
       
       Verlogener geht es kaum. Selbst wenn die angestrebte Summe von 2,4
       Milliarden US-Dollar zusammenkommen sollte: Viel wichtiger wäre ein
       Waffenembargo gegen alle Kriegsakteure. Doch ein entsprechender
       Resolutionsantrag Russlands im UN-Sicherheitsrat wurde von den Westmächten
       abgelehnt.
       
       3 Jun 2020
       
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