# taz.de -- CSU-Minister klagt über Lage in Moria: „Eine Schande mitten in Europa“
       
       > Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert, nicht nur einigen
       > Kindern, sondern allen Menschen in den Flüchtlingslagern in Griechenland
       > zu helfen.
       
 (IMG) Bild: Hilfe für ein paar Hundert: Flüchtlinge, die am Sonntag aufs griechische Festland übersiedeln durften
       
       Berlin dpa Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die überfüllten
       Flüchtlingslager in Griechenland als Schande bezeichnet und Hilfe für die
       Menschen gefordert. „Wir müssen allen Menschen in den Lagern helfen. Ich
       empfinde es als Schande, welche Zustände mitten in Europa akzeptiert
       werden“, sagte Müller der Rheinischen Post.
       
       Mit Blick auf [1][die Aufnahme der ersten 47 der rund 350 von Deutschland]
       akzeptierten Kinder aus den Flüchtlingslagern sagte er: „Mit der
       Evakuierung der Kinder ist das Problem ja nicht gelöst.“ Er habe das Lager
       Moria auf der Insel Lesbos besucht und selbst gesehen, „[2][wie 20.000
       Menschen zusammengepfercht in einem Lager leben,] das für 3.000 geplant
       war“. Nötig seien kleinere Einheiten mit menschenwürdigen Bedingungen nach
       UN-Standards.
       
       Insgesamt hatten sich zehn EU-Staaten bereiterklärt, zusammen rund 1.600
       Kinder und Jugendliche aus den überfüllten Flüchtlingslagern auf den
       Ägäis-Inseln aufzunehmen. Am Sonntag hatte die griechische Regierung wegen
       der Corona-Epidemie einige Hundert Flüchtlinge von den Inseln aufs Festland
       verlegen lassen.
       
       Müllers Parteikollege, Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte nach langem
       Zögern Anfang April die Evakuierung von zunächst bis zu 50 Kindern erlaubt.
       Einzelne Bundesländer hatte bereit erklärt, [3][deutlich mehr aufzunehmen].
       
       Die 47 Minderjährigen, darunter vier Mädchen, waren schließlich am 18.
       April angekommen und zunächst für eine zweiwöchige Corona-Quarantäne
       untergebracht worden. Sie werden nun auf die Bundesländer verteilt.
       
       So lies der Berliner Senat am Montag acht Afghanen im Alter von 8 bis 14
       Jahren aus Niedersachsen abholen, wo sie in Quarantäne waren. „Diese
       Hilfsaktion darf nur der Anfang sein“, hob Jugendsenatorin Sandra Scheeres
       (SPD) hervor. „Berlin ist bereit, sofort deutlich mehr Kinder aufzunehmen.“
       
       5 May 2020
       
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