# taz.de -- Langsamer Klimaschutz: EU bremst Green Deal
       
       > Wegen Corona will Brüssel 2020 nur wichtigste Klima-Entscheidungen
       > treffen. Neue Regeln zu Biotreibstoff und Verbraucherinfo sollen
       > verschoben werden.
       
 (IMG) Bild: Ob grüne Mobilität weiterhin Vorrang hat ist noch unklar
       
       Berlin taz | Die Europäische Union (EU) will in der Coronakrise den
       Zeitplan für ihre Klimaziele im Rahmen des „Green Deal“ strecken. Die
       EU-Kommission überlegt, Teile des umfangreichen Pakets erst nach 2020
       umzusetzen, etwa die Regeln zur Landwirtschaft, der Offshore-Windenergie,
       zur Anpassung an den Klimawandel oder zur Artenvielfalt. Ein entsprechendes
       Arbeitspapier der Kommission hatte die Webseite „Euractiv“ veröffentlicht.
       
       Die Kommission räumte auf Anfrage ein, sie überprüfe derzeit ihr
       „Arbeitsprogramm für 2020“. Weil die [1][UN-Klimakonferenz, die im November
       in Glasgow] stattfinden sollte, bereits verschoben wurde, ist der Druck für
       Entscheidungen bis zu diesem Treffen nun gesunken.
       
       Laut dem EU-Dokument will die Brüsseler Behörde wegen der [2][Arbeitslast
       zur Bekämpfung der Coronakrise] ihre Vorhaben für 2020 entzerren. Nicht
       angetastet werden demnach die Erhöhung der Klimaziele für 2030, eine neue
       Strategie für nachhaltige Finanzen und ein großes Programm zur
       energetischen Sanierung von Gebäuden. Auf jeden Fall verschoben werden
       sollen dagegen Programme zur Unterstützung von Bio-Treibstoffen für
       Flugzeuge und Schiffe, für Verbraucherinformation und für bessere Anpassung
       an den Klimawandel.
       
       ## Unklarheit etwa bei Agrarpolitik
       
       Bei anderen Themen ist laut Liste unklar, ob sie verzögert werden. Dazu
       gehören etwa die Verbindung der Klimaziele mit der EU-Agrarpolitik („Farm
       to Fork“), mit der Digitalisierung im Energiesektor, dem Ausbau der
       Offshore-Windkraft, einem neuen Umwelt- und Chemikalienprogramm der EU,
       einer neuen Mobilitätsstrategie und einer Neuformulierung der Politik zur
       Artenvielfalt.
       
       In der EU wird derzeit um ein Programm gerungen, [3][wie die Wirtschaft
       nach der Coronakrise wieder angekurbelt werden soll]. Kommissionschefin
       Ursula von der Leyen sagte, Investitionen in erneuerbare Energien,
       Innovationen, sauberen Verkehr und nachhaltige Lebensmittel „werden eine
       noch größere Rolle spielen als bisher.“
       
       Für Oldag Caspar von Germanwatch zeigt das Papier eine „nachvollziehbare
       Auswahl“, welche Aufgaben vorrangig seien. Besonders wichtig seien ein
       höheres Klimaziel und dass die Konzepte für grüne Mobilität und
       Offshore-Wind noch 2020 vorgelegt würden.
       
       16 Apr 2020
       
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