# taz.de -- Tempolimit auf Autobahnen: Reine Verzögerungstaktik
       
       > Eine langwierige Erstellung von Studien verzögert die Einführung eines
       > Tempolimits auf Autobahnen immer weiter. Das kostet Menschen ihr Leben.
       
 (IMG) Bild: Rasen, bis die Sonne untergeht: Nur die Deutschen haben noch kein Tempolimit
       
       Die [1][Diskussion über das Tempolimit] erinnert fatal an das
       jahrzehntelange Gebaren der Tabakindustrie. Auch die Zigarettenhersteller
       haben hartnäckig behauptet, es sei überhaupt nicht erwiesen, dass Rauchen
       gesundheitschädlich sei. Aus heutige Sicht erscheint es bizarr, dass die
       TabakproduzentInnen damit so lange durchkamen. Kein Mensch würde heute
       öffentlich in Frage stellen, dass Rauchen krank macht – einfach, weil
       niemand sich dem einsetzenden Gespött aussetzen wollen würde. Denn es ist
       eine Gewissheit, dass Rauchen nicht nur die Gesundheit der Abhängigen
       selbst, sondern auch die der unfreiwillig Mitrauchenden gefährdet.
       
       Wie beim Rasen auf der Autobahn. Längst haben Gesellschaft und
       GesetzgeberInnen Konsequenzen aus den Gefahren des Qualmens gezogen. Das
       steht beim Heizen über die Autobahn noch aus. Leider.
       
       Die Unfallforscher der Versicherungsfirmen fordern einen großangelegten
       Praxistest, ob ein Tempolimit zu mehr Sicherheit führt. Andere – darunter
       auch BefürworterInnen – fordern ebenfalls Studien. Das klingt harmlos –
       kann man mal machen, schadet ja nicht. Denn eine langwierige Beauftragung
       und Erstellung von Studien verzögert die nötige Einführung eines
       Tempolimits auf deutschen Autobahnen immer weiter. Diese Verzögerung kostet
       Menschen das Leben und lässt die Sicherheitsaspekte eines Tempolimits als
       offene Frage erscheinen. Doch das ist keine offene Frage. Aus guten Gründen
       haben von wenigen Ausnahmen abgesehen alle [2][Länder der Welt] ein
       Tempolimit auf Autobahnen eingeführt.
       
       Es ist es keineswegs nur der gesunde Menschenverstand, der einer und einem
       sagt, dass höhere Geschwindigkeiten gefährlicher sind als niedrigere. Das
       sagen auch die Erfahrungen mit Tempobegrenzungen in Städten und auf
       Landstraßen. Nach deren Einführung vor vielen Jahren sind die Zahlen der
       Unfalltoten extrem gesunken. Es gibt durchaus Studien, Tests und
       Untersuchungen zum Unfallgeschehen mit hohen Geschwindigkeiten auf
       Autobahnen. Nach der Einführung eines Tempolimits auf einem Abschnitt der
       A24 in Brandenburg zum Beispiel halbierte sich die Zahl der Verkehrstoten
       in einem Vergleichszeitraum von jeweils sechs Jahren von 38 auf 19
       Personen.
       
       Die [3][GegnerInnen des Tempolimits] wollen solche Untersuchungen nicht
       akzeptieren. Man sollte ihnen nicht den Gefallen tun und sie damit
       durchkommen lassen.
       
       31 Dec 2019
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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