# taz.de -- Deutscher Atommüll in Russland: Gronau grüßt nach Osten
       
       > 600 Tonnen abgereichertes Uran aus Nordrhein-Westfalen sind in der
       > russischen Stadt Nowouralsk angekommen. Kritiker werden eingeschüchtert.
       
 (IMG) Bild: Deutscher Atommüll trifft in Nowouralsk ein
       
       Kiew taz | Am Samstagmorgen um 4 Uhr 20 Ortszeit sind in der russischen
       Stadt Nowouralsk (zu Sowjetzeiten Swerdlowsk-44) am Ural 600 Tonnen
       [1][abgereichertes Uran aus Gronau] angekommen. Der Zug war von bewaffneter
       Polizei und einer Einheit des Inlandsgeheimdienstes FSB bewacht worden.
       Dies berichtet der Nowouralsker [2][Umweltschützer Viktor Kasakow] der taz.
       
       Kasakow ist es gelungen, Foto- [3][und Videoaufnahmen] des eintreffenden
       Zuges zu machen. Dabei wurde er vorübergehend vom FSB festgenommen und nach
       zwei Stunden wieder freigelassen. Einen großen Teil seiner Video- und
       Photoaufnahmen haben die Beamten beschlagnahmt. „Es ist mir jedoch
       gelungen, einige Photos und ein Video auf einem anderen Datenträger
       aufzunehmen“, sagte Kasakow.
       
       Er habe eigens am Bahnhof auf den Zug gewartet, berichtet Kasakow der taz,
       um „das verbrecherische Vorhaben von Rosatom und den städtischen Behörden
       und aller weiterer Beteiligten zu dokumentieren“. Insgesamt, so Kasakow,
       rechne man in Nowouralsk mit 12.000 Tonnen Uranhexafluorid der Firma Urenco
       bis 2022. „Ein schönes Weihnachtsgeschenk der Deutschen an die Russen“,
       kommentiert Valeri Bulatow von der Umweltgruppe „Ecodefense“ den Vorgang.
       
       Die Lieferungen aus Gronau in Nordrhein-Westfalen sind inzwischen eines der
       meistdiskutierten Themen in der Stadt Nowouralsk. Dies geht aus einer
       Reportage hervor, die die in Jekaterinburg angesiedelte russische
       Nachrichtenagentur „newdaynews.ru“ diese Tage in Nowouralsk drehte. Mehrere
       Personen [4][äußern in der Sendung] ihre Besorgnis angesichts der
       gesundheitlichen Gefahren, die von dem deutschen Atommüll ausgehen könnten.
       
       Während die deutsche und die russische Atomindustrie beim Transport von
       Uranhexafluorid von Gronau nach Russland eng zusammenarbeiten, werden
       Gegner der Transporte als „ausländische Agenten“ kriminalisiert. In St.
       Petersburg wurde Greenpeace-Aktivist Raschid Alimow vor wenigen Tagen nach
       einer Protestaktion vor dem Bahnhof kurzzeitig festgenommen. Vor einer
       Woche waren in Nowouralsk drei Aktivisten zur Polizei vorgeladen worden,
       weil sie Mahnwachen gegen den deutschen Atommüll organisiert hatten.
       
       28 Dec 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Atomtransporte-nach-Russland/!5648446
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 (DIR) [4] https://newdaynews.ru/ekb/680080.html
       
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 (DIR) Bernhard Clasen
       
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