# taz.de -- Rechtsradikale in der Familie: Gaulands Antifaschisten
       
       > Teile der Familie des Ehrenvorsitzenden der AfD haben mit ihm gebrochen.
       > Daran könnte sich mancher ein Beispiel nehmen. Weihnachten steht an.
       
 (IMG) Bild: Nur Alexander Gauland, ganz allein
       
       Alexander Gauland, der ehemalige Vorsitzende der AfD, hat es nicht immer
       leicht. Der Politiker, der für seine [1][fragwürdigen Aussagen] über die
       nationalsozialistische Vergangenheit berüchtigt ist und noch immer die
       Fraktion der Rechtsradikalen führt, hat in einem [2][Interview mit dem
       Focus am vergangenen Wochenende] über Privates gesprochen: über
       Depressionen am Ende seines Studiums und während einer Scheidung, über
       einen Herzinfarkt und den Pillenkoffer, den er immer mit sich führt.
       
       Auch über seine Familie hat der Mann, der jüngst zum Ehrenvorsitzenden der
       AfD gewählt wurde, etwas zu sagen. Der Focus wollte wissen, ob es manchmal
       einsam macht, sich für die AfD einzusetzen, und ob es Streitigkeiten im
       Privaten gab.
       
       Gauland erklärte: „Ein Teil meiner Familie hat völlig mit mir gebrochen.
       Fast die ganze Verwandtschaft meiner Frau lehnt die AfD völlig ab. Wir sind
       oft dort gewesen und haben oft gemeinsam gefeiert. Das Haus wird nicht mehr
       betreten. Das ist alles weg und tot.“ Auf die Frage, was der Vorwurf der
       Familie an ihn sei, antwortet Gauland: „Dass die AfD eine offensichtlich
       rechtsradikale Partei ist. Also kein Vorwurf an mich persönlich.“
       
       Dass das familiäre Gefüge durch rechtsradikale Positionen beeinträchtigt
       werden kann, ist lang bekannt. Man denke nur etwa an Daniela Kickl, die
       ihrem Cousin, dem FPÖ-Strategen Herbert Kickl, in Buchlänge erklärt hat,
       dass sie ihn nicht leiden kann.
       
       ## Man ächtet das Pack
       
       Trotzdem machen sich nicht selten liberale, progressive oder linke Menschen
       Sorge um das Wiedersehen mit der Sippe zum Weihnachtsfest. Immer öfter gibt
       es Stammesangehörige, die um rechtsradikale Thesen im Kerzenschein nicht
       verlegen sind. Wenn liberale Gegenrede schon bei den letzten
       Weihnachtsfesten gescheitert ist, wird es Zeit für eine härtere Gangart.
       
       Man könnte sich ein Beispiel an der im besten Sinne antifaschistischen
       Verwandtschaft von Gauland nehmen. Rechtsradikale besucht man nicht, auch
       nicht zu Weihnachten, auch nicht, wenn Teile der DNA identisch sind.
       
       Man meidet das Pack, ächtet es und signalisiert ihm: Wenn ihr Menschenhass
       in euch tragt, verbreitet oder legitimiert, seid ihr einsam und allein.
       [3][Von ihren Tränen darf man sich nicht erpressen lassen.] Selbst dann
       nicht, wenn sie im Focus vergossen werden.
       
       4 Dec 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kommentar-Gaulands-Vogelschiss/!5507575
 (DIR) [2] https://www.focus.de/politik/deutschland/rueckzug-von-der-parteispitze-afd-chef-alexander-gauland-im-interview_id_11402031.html
 (DIR) [3] https://twitter.com/harryliebs/status/1201970589914849281
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Alexander Nabert
       
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