# taz.de -- Brände im Amazonas-Regenwald: Bolsonaro versucht’s in Hollywood
       
       > Brasiliens Präsident wirft dem Schauspieler Leonardo DiCaprio vor,
       > Waldbrände finanziert zu haben. Bolsonaro lügt, gewinnt aber trotzdem.
       
 (IMG) Bild: Zielt auf Hollywood: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro
       
       Erst vor wenigen Wochen hat die brasilianische Tageszeitung Folha de S.
       Paulo [1][ein neues Tool] verkündet: den „Bolsonômetro“. Mit dem
       Bolsonometer werden alle vom rechtsextremen brasilianischen Präsidenten
       Jair Bolsonaro gestreuten Desinformationen erfasst und eingeordnet. Das
       bisherige Ergebnis: Im Durchschnitt alle vier Tage verbreitet Bolsonaro
       gezielt eine Desinformation.
       
       Mit seiner letzten Lüge zielt Bolsonaro nun bis nach Hollywood: Am Freitag
       warf er dem Schauspieler und Klimaaktivisten Leonardo DiCaprio vor,
       Umweltgruppen finanziell unterstützt zu haben, die im Gegenzug in den
       vergangenen Monaten [2][Brände im Amazonas-Regenwald] gelegt hätten.
       DiCaprios Ziel sei gewesen, Spenden zu generieren. Der Sohn des Präsidenten
       wurde auf Twitter konkreter: „Leonardo DiCaprio hat 300.000 Dollar an eine
       NGO gespendet, die im Amazonasgebiet Feuer gelegt hat“, so der Abgeordnete.
       
       Beweisen können die Bolsonaros das natürlich nicht. Belegbar ist indes,
       dass Bolsonaro Schutzmaßnahmen für den Regenwald [3][eingeschränkt hat] und
       dass unter seiner Regierung so große Teile des Regenwaldes abgeholzt werden
       wie nie zuvor. Am Sonntag hat DiCaprio [4][per Instagram] die Vorwürfe
       zurückgewiesen: „Obwohl sie es verdient hätten, unterstützt zu werden,
       haben wir die attackierten Organisationen nicht gesponsert.“
       
       Sicher kann man auch Leonardo [5][DiCaprios Klimaaktivismus] kritisieren,
       wenn man möchte, aber immerhin erreicht der Klimakumpel DiCaprio mit
       Bildern von Baby-Ottern und Greta Thunberg auf Instagram 38 Millionen
       Menschen.
       
       Trotzdem gewinnt am Ende Bolsonaro. Über seine Lügen wird berichtet und
       gelacht, während der Hintergrund der Lügen, nun ja, in den Hintergrund
       tritt: Mit seiner Behauptung greift Bolsonaro auf den Fall der freiwilligen
       Feuerwehrbrigade Alter do Chão zurück.
       
       Diese unterstützt im brasilianischen Norden die Feuerwehr beim Kampf gegen
       Waldbrände. Vergangene Woche wurden vier Mitglieder der Brigade
       festgenommen. Auch ihnen wurde vorgeworfen, Wälder in Brand zu setzen, um
       Aufmerksamkeit zu generieren. Die Aktivist*innen sind zwar wieder frei,
       aber: Bolsonaro bedient sich hier strategisch des immer gleichen Narrativs
       von den selbstgelegten Bränden. Und aus Umfragen in der Vergangenheit
       wissen wir: Seine Anhänger*innen sind bereit, ihm so ziemlich alles zu
       glauben.
       
       2 Dec 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www1.folha.uol.com.br/poder/2019/11/bolsonaro-da-1-declaracao-falsa-ou-imprecisa-a-cada-4-dias-veja-o-bolsonometro.shtml
 (DIR) [2] /Noch-mehr-Feuer-in-Brasilien/!5639571
 (DIR) [3] /Amazonas-in-Flammen/!5620096
 (DIR) [4] https://www.instagram.com/p/B5fsQ_vFUN3/
 (DIR) [5] /Prominenter-Umweltschuetzer/!5611190
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simon Sales Prado
       
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