# taz.de -- Protest gegen AfD-Parteitag: „Nie wieder Faschismus“
       
       > Rund 20.000 Bürger protestierten am Samstag in Braunschweig gegen die
       > AfD. Die Polizei erschwerte die Gegenkundgebung.
       
 (IMG) Bild: Sportlicher Protest gegen die AfD in Braunschweig
       
       Braunschweig taz | In Braunschweig gingen am Samstag über 20.000 Menschen
       gegen die AfD auf die Straße. Am Mittag begründete der Sprecher des
       Braunschweiger [1][Bündnisses gegen Rechts], Sebastian Wertmüller, vor den
       Schloss-Arkaden den Protest gegen den AfD-Bundesparteitag, auf dem die
       Partei [2][eine neue Parteispitze gewählt] hat.
       
       „Manche meinten, einen Parteitag müsste man hinnehmen.“ Wer das meinte,
       müsste sich fragen, was dieses Hinnehmen für all die Menschen bedeute,
       gegen die diese Partei hetze. „Das“, schloss Wertmüller unter großem
       Applaus, „müssen wir nicht hinnehmen, die AfD ist eine Gefahr für die
       Demokratie.“
       
       Auch Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) fand klare Worte
       gegen die selbsternannte „bürgerliche“ Partei: „Die AfD überschreite immer
       wieder rote Linien. Dagegen müssten sich die Bürger klar bekennen.“ Und der
       Holocaustüberlebende Sally Perel, bekannt als „Hitlerjunge Salomon“,
       forderte die Bürger auf, der AfD entgegenzutreten und „nie wieder
       Faschismus und Krieg“ zuzulassen.
       
       Bereits am frühen Vormittag hatten Demonstrant*innen mehrere Wege zu dem
       Tagungsort der AfD, der Volkswagen Halle am Europlatz, blockiert. Ganz
       friedlich standen oder saßen sie auf dem Lessingplatz, der Theodor-Heuss-
       und Frankfurter Straße. „Crash the Party“, „AfD stoppen“ oder „Albtraum für
       die Demokratie“ konnte auf Transparenten, Aufkleber oder Plakaten gelesen
       werden. Der öffentliche Nahverkehr zum Tagungsort am Rande der Innenstadt
       kam zum Erliegen.
       
       ## Buh-Rufe für Delegierte
       
       Die Bundestagsfraktionsspitze der AfD, Alexander Gauland und Alice Weidel,
       konnte durch einen Polizeifahrzeugkonvoi ungehindert die Halle erreichen,
       die durch mehrere Gitterabsperrungen und hohe Sichtschutz abgeschottet war.
       Viele der rund 600 AfD-Delegiert*innen mussten aber unter Buh-Rufen zu dem
       Gebäude laufen und trafen verspätet ein.
       
       Dass die Gegenkundgebung in der Größe zustande kam, war nicht
       selbstverständlich. Zwar unterstützten etwa 160 Initiativen, Gewerkschaften
       und Organisation den Protest. Doch die Auflagen der Stadt waren hoch. Grund
       dafür war die [3][Gefahrenprognose der Polizei], die unter anderen
       befürchtete, die Demonstranten könnten eine große Bühne auseinandernehmen,
       um mit dem Material AfD-Delegierte und Polizei bewerfen zu können.
       
       Das Anti-AfD-Bündnis hatte noch versucht, die Auflagen vor Gericht
       entschärfen zu lassen, doch ohne Erfolg: Sowohl das Verwaltungsgericht
       Braunschweig als auch das Oberlandesgericht Lüneburg folgten der
       Gefahrenanalyse der Polizei.
       
       Eine Konsequenz davon: Die Ladefläche eines kleinen Lastwagens musste als
       Bühne für die Gegenveranstaltung genügen. Eine weitere Konsequenz: Der Ort,
       an dem Demonstrationszug startete, war für die Zahl der Demonstrant*innen
       viel zu klein.
       
       ## Gefahrenanalyse der Polizei unbegründet
       
       Die Situation war vorübergehend angespannt, als die Polizei die
       Eingliederung der Demonstration des Künsterler*innenblocks verhinderte und
       behelmte Beamte den „Schwarzen Block“ umstellten. Nach der langen
       Gefahrenprognose fiel die Abschlusspresseerklärung der Polizei jedoch knapp
       aus: „Der vielseitige Protest (…) bei zahlreichen Versammlungsaktionen
       weitgehend friedlich.“
       
       Von diesem Samstag wird vor allem in Erinnerung bleiben, dass sich die
       Braunschweiger Zivilgesellschaft friedlich und geschlossen gegen die AfD
       stellte. Nur die CDU wollte den Protest nicht unterstützen.
       
       1 Dec 2019
       
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