# taz.de -- taz-Recherche zu rechtem Netzwerk: Der rechtsextreme Offizier
> Maximilian T. ist Bundeswehrsoldat und er arbeitet für die AfD im
> Bundestag. Er hat mehr rechtsextreme Bezüge als bisher bekannt.
(IMG) Bild: Wer geht hier als MitarbeiterIn ein und aus? Bundestags-Gebäude in Berlin
Berlin taz | Der Bundeswehr-Offizier und AfD-Mitarbeiter im Bundestag
Maximilian T. hat mehr rechtsextreme Bezüge als bisher bekannt. Wie
Recherchen der taz am Wochenende ergeben, ist etwa sein Vater Thomas T.
seit Langem in der rechtsextremen Szene unterwegs. Mitte der Nullerjahre
war er als Reichsbürger aktiv, er trat unter anderem als „Inspekteur des
Deutschen Reiches“ auf.
„Die politische Hygiene würde es erfordern, dass Maximilian T. nicht im
Bundestag arbeitet“, kritisiert der Vorsitzende des Parlamentarischen
Kontrollgremiums im Bundestag Armin Schuster (CDU). „Dass er hier ein- und
ausgehen darf, ist geradezu entwürdigend für das Parlament“, sagte er der
taz.
Gegen Maximilian T. hatte die Bundesanwaltschaft wegen der „Vorbereitung
einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittelt, das Verfahren aber
vor einem Jahr eingestellt. Er galt als Komplize des Bundeswehrsoldaten
Franco A., dem vorgeworfen wird, dass er als syrischer Flüchtling getarnt
ein Attentat geplant hat. Noch während der laufenden Ermittlungen wurde
Maximilian T. Mitarbeiter des AfD-Verteidigungspolitikers Jan Nolte,
[1][bekam aber zunächst keinen Hausausweis für den Bundestag].
Nach einer internen Bewertung des Bundesamtes für Verfassungsschutz im
Innenausschuss wird Maximilian T. als Rechtsextremist eingestuft, bei dem
tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die
freiheitlich-demokratische Grundordnung vorliegen. Wie taz-Recherchen nun
zeigen, hat Maximilian T. Ermittlern ein Smartphone abgegeben, auf dem alle
persönlichen Daten gelöscht waren.
Maximilian T., der seit mindestens Anfang 2017 AfD-Mitglied ist, hat im
Landesverband Sachsen-Anhalt mittlerweile ein Parteiamt übernommen: Er
leitet den Landesfachausschuss „Außen- und Sicherheitspolitik,
Entwicklungshilfe und Außenwirtschaft“. Auch sein Vater bewegt sich in
diesem AfD-Landesverband und plant darüber hinaus den Aufbau einer
deutschen Siedlung im Kaliningrader Gebiet in Russland. Maximilians T.
Schwester lebt mit Franco A. zusammen.
Die Bundestagsverwaltung hat kein Mitspracherecht bei der Stellenbesetzung
der Fraktionen und Abgeordneten. Warum die Bundeswehr Maximilian T. die
Nebenbeschäftigung im Bundestag genehmigt hat, wollte das
Verteidigungsministerium auf taz-Anfrage nicht erläutern. Man äußere sich
nicht zu „Einzelpersonalangelegenheiten“, sagte ein Ministeriumssprecher.
Maximilian T. antwortete auf Fragen der taz nicht.
Die gesamte Recherche über Maximilian T. und seine Verbindungen lesen Sie
in der [2][taz am Wochenende vom 26./27. Oktober 2019].
25 Oct 2019
## LINKS
(DIR) [1] /Mitarbeiter-von-AfD-Abgeordnetem/!5554711
(DIR) [2] /Ausgabe-26/27-Oktober-2019/!169705/
## AUTOREN
(DIR) Christina Schmidt
(DIR) Sebastian Erb
## TAGS
(DIR) Junge Alternative (AfD)
(DIR) Franco A.
(DIR) Schwerpunkt AfD
(DIR) Schwerpunkt Hannibals Schattennetzwerk
(DIR) Bundestag
(DIR) Rechtsextremismus
(DIR) Verfassungsschutz
(DIR) Bundeswehr
(DIR) Schwerpunkt Hannibals Schattennetzwerk
(DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
(DIR) Schwerpunkt Hannibals Schattennetzwerk
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Gründer von rechtem Netzwerk: „Hannibal“ verlässt die Bundeswehr
Der Ex-KSK-Soldat André S. beendet seinen Dienst beim Bund Ende September.
Er entgeht damit einem Disziplinarverfahren.
(DIR) Gestohlene Bundeswehr-Munition: Erstes Urteil im Komplex Franco A.
Ein 27-Jähriger wurde in Gießen zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Er
hatte Munition für den Soldaten Franco A. verwahrt.
(DIR) Rechter Terror in Deutschland: Auf der Feindesliste
Mitglieder der Preppergruppe Nordkreuz sollen geplant haben, politische
Gegner zu töten. Was tut der Staat gegen rechten Terror?