# taz.de -- Neubau nach dem Mietendeckel: Nie mehr Großbaustelle?
       
       > Die Immobilienlobby klagt über den Mietendeckel in Berlin. Ihre Drohung,
       > jetzt werde nicht mehr gebaut, ist aber haltlos.
       
 (IMG) Bild: Einst die größte Baustelle Europas: der Potsdamer Platz in den 1990er Jahren
       
       Fahrpreissenkungen führen nicht zu mehr U-Bahn-Zügen. Die Erhöhung des
       Mindestlohns bringt nicht mehr Jobs. Und, aktueller Champion der
       Sinnlos-Sätze: Der [1][Mietendeckel] schafft keine neuen Wohnungen. Es ist
       nicht verwunderlich, dass sich diese nur formal richtige, aber ansonsten
       auf Verwirrung setzende Aussage in einem offenen Brief von 23 Verbänden und
       Einzelpersonen der Bau- und Wohnungswirtschaft an den Berliner Senat
       wiederfindet. „Der Neubau wird entgegen Ihrer Erwartungen im Senat nicht
       angekurbelt“, heißt es da.
       
       Nun soll der Mietendeckel gar keine neuen Wohnungen schaffen, [2][sondern
       die Exzesse am Wohnungsmarkt beenden]. Dass das Neubauvolumen deswegen
       abnehmen wird, ist ein gern bemühtes, aber wenig nachvollziehbares
       Argument. Es ist allein der Neubau, der von den strengen Mietbeschränkungen
       des Deckels ausgenommen wird. Nur hier lassen sich die nächsten Jahre noch
       dicke Profite erzielen. Davon abgesehen: Die großen Konzerne, ob Deutsche
       Wohnen oder Akelius, bauen schon bislang so gut wie keine Wohnungen.
       Stattdessen versuchen sie ihren Bestand zu vergolden.
       
       Dass die Genossenschaften wesentlich weniger bauen werden, wie Maren Kern
       vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen prophezeit, ist
       auch nicht nachvollziehbar. Der „atmende Deckel“, der ab übernächstem Jahr
       Mieterhöhungen von 1,3 Prozent ermöglicht, ist eine Konzession an deren
       Wirtschaftlichkeit.
       
       Insgesamt warten im Moment etwa 55.000 Wohnungen in der Stadt darauf,
       gebaut zu werden – ihre Genehmigungen sind schon erteilt. Die Angst der
       Handwerksinnungen, die den Brief mit unterschrieben haben, ist unbegründet
       – die Aufträge gehen so schnell nicht aus. Mit einer Ausnahme: Weil eine
       viel teurere Wiedervermietung nicht mehr drin ist, wird es wohl weniger
       [3][umfassende Luxussanierungen] geben. Das aber ist genau so gewollt.
       
       21 Oct 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mietendeckel/!t5567229/
 (DIR) [2] /Berliner-Mietendeckel-beschlossen/!5634640&s=Mietendeckel/
 (DIR) [3] /Mietenwatch-Studie/!5628555&s=Akelius/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Erik Peter
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Gentrifizierung in Berlin
 (DIR) Neubau
 (DIR) Mietendeckel
 (DIR) Immobilienlobby
 (DIR) Bauen
 (DIR) Luxussanierung
 (DIR) Schwerpunkt Rot-Rot-Grün in Berlin
 (DIR) R2G Berlin
 (DIR) Schwerpunkt Gentrifizierung in Berlin
 (DIR) Mietendeckel
 (DIR) Schwerpunkt Gentrifizierung in Berlin
 (DIR) Mietendeckel
 (DIR) Mietendeckel
 (DIR) Mietendeckel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Streit um Bauvorhaben in Treptow: Günstiger Neubau oder Spekulation
       
       Eine Genossenschaft will in Alt-Treptow bezahlbare Mietwohnungen bauen.
       Doch das Stadtplanungsamt verweigert die Genehmigung.
       
 (DIR) Protest gegen Luxussanierung: Bezahlbaren Wohnraum zerstört
       
       Ein Haus soll luxuriös ausgebaut werden. Die Baustelle geht Mietern
       gewaltig auf die Nerven – manche ziehen aus. Ein Fallbeispiel aus
       Prenzlauer Berg.
       
 (DIR) Mietendeckel in Berlin: Da geht noch mehr Revolution!
       
       Weißer Rauch über dem Roten Rathaus: Der Mietendeckel ist beschlossen. Was
       sind die nächsten Schritte ins schöne Leben? Wir haben mal fünf gesammelt.
       
 (DIR) Kommentar R2G nach dem Mietendeckel: Das wichtigste Gesetz seit langem
       
       Der Mietendeckel zeigt, dass eine nicht marktkonforme Politik möglich ist.
       Für R2G könnte das ein Aufbruchsignal sein. Könnte.
       
 (DIR) Berliner Wohnungspolitik: Senat beschließt Mietendeckel
       
       Am Freitag hatte sich der rot-rot-grüne Senat auf den Mietendeckel
       geeinigt, nun ist er auf den Weg gebracht. Der Mieterverein spricht von
       einer historischen Chance.
       
 (DIR) Pläne für „Mietendeckel“ in Berlin: Eingespartes Geld erst mal parken
       
       300.000 Haushalte in Berlin zahlen aus Sicht des Senats „Wuchermieten“.
       Doch Absenkungen gibt es aufgrund angekündigter Klagen nur unter Vorbehalt.
       
 (DIR) Mietendeckel in Berlin: Entmachtung der Börsianer
       
       Die Steigerung der Mieten in Berlin auf Eis zu legen, ist eine gute Idee.
       So lässt sich die Spekulation mit dem Wohnraum endlich stoppen.
       
 (DIR) Berlin beschließt Mietendeckel: Experiment für die Mieter
       
       Für Linken-Chef Riexinger ist der Berliner Mietendeckel ein „Signal“ an den
       Rest der Bundesrepublik. Andere Politiker und Verbände hingegen üben
       Kritik.
       
 (DIR) Berliner Mietendeckel: Der richtige Zoff kommt erst
       
       Die CDU kündigt Klage gegen „Wahnsinnsgesetz“ an. Der Druck auf
       Rot-Rot-Grün wird noch größer, schneller als bislang zu bauen.
       
 (DIR) Berliner Mietendeckel beschlossen: Revolution auf dem Wohnungsmarkt
       
       Fast wäre es zum Bruch der rot-rot-grünen Koalition gekommen. Nun aber
       steht eine Einigung, von der 1,5 Millionen Berliner Haushalte profitieren.