# taz.de -- Unterwegs im ÖPNV: Gratis in Bus und Bahn
       
       > Die Linkspartei fordert ein kostenloses Nahverkehrs-Ticket für
       > SchülerInnen. Ab 2025 sollen alle Personen umsonst fahren können.
       
 (IMG) Bild: Ab 2025 kostenloses Bus- und Bahnfahren für alle: Das ist die Forderung der Linkspartei
       
       Berlin taz | Linkspartei-Chef Bernd Riexinger fordert die sofortige
       Einführung eines bundesweiten kostenlosen SchülerInnen-Tickets für den
       öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Das soll nur der erste Schritt
       sein, um innerhalb der kommenden fünf Jahre in ganz Deutschland die
       kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen einzuführen, heißt es in einem
       Positionspapier, das der geschäftsführende Parteivorstand der Linken an
       diesem Montag verabschieden soll.
       
       Im rot-rot-grün regierten Berlin gibt es seit dem 1. August ein kostenloses
       ÖPNV-Ticket für alle SchülerInnen. Berlin gehört zu den ärmsten
       Bundesländern in Deutschland. „Wenn die Berliner das können, können es
       alle“, sagte Riexinger, Co-Chef der Linkspartei, der taz.
       
       Die Kosten für einen kostenlosen ÖPNV seien überschaubar, ergänzte
       Riexinger. Sie liegen nach Berechnungen der Linkspartei bei etwa 18
       Milliarden Euro im Jahr. Nach Riexingers Vorstellungen kann der kostenlose
       ÖPNV gegenfinanziert werden durch die Streichung der Subventionen für die
       Dieseltechnologie, was 8 Milliarden Euro bringen würde.
       
       Je 4 weitere Milliarden sollen aus den laufenden Haushaltsüberschüssen
       sowie einer fünfjährigen Sonderabgabe der Autoindustrie kommen. Hinzu
       kommen Einspareffekte, weil Tickets nicht mehr verkauft und kontrolliert
       werden müssen. Das Personal soll nicht abgebaut, sondern an anderer Stelle
       eingesetzt werden, etwa bei der Betreuung von Fahrgästen.
       
       „Es ist schnelles Handeln gefragt“, sagte Riexinger. Geld in den ÖPNV zu
       stecken sei billiger als die Folgen der Klimakrise mildern zu müssen. Der
       Umbau müsse sozial gerecht erfolgen, sagte er. Sein Konzept sieht vor, dass
       bis zum Jahr 2022 alle Personen bis zu 18 Jahren sowie SchülerInnen,
       Auszubildende, RentnerInnen und BezieherInnen von Hartz IV kostenlos mit
       öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können. Die damit verbundenen
       Einnahmeausfälle von 2 Milliarden Euro soll der Bund übernehmen. In 15
       Städten mit besonders starker Feinstaub- und CO2-Belastung sollen umgehend
       Modellprojekte fürs Gratisfahren aufgelegt werden.
       
       Außerdem soll der Bund 10 Milliarden Euro in Sofortmaßnahmen für den Ausbau
       der Angebote und die Infrastruktur investieren. Bis 2025 sollen dem Konzept
       zufolge Kommunen eine ÖPNV-Abgabe von BürgerInnen erheben können, die
       anders als SchülerInnen oder RentnerInnen noch nicht umsonst fahren dürfen.
       Sie darf aber nicht mehr als 60 Euro im Jahr betragen. Die Differenz zu den
       tatsächlichen Kosten soll zu 90 Prozent der Bund tragen. Ab 2025 soll in
       ganz Deutschland der ÖPNV kostenlos sein.
       
       12 Aug 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Tickets
 (DIR) Öffentlicher Nahverkehr
 (DIR) S-Bahn Berlin
 (DIR) U-Bahn Berlin
 (DIR) Grüne Berlin
 (DIR) Öffentlicher Nahverkehr
 (DIR) Verkehr
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Sperrung der Berliner Bahngleise: Kein RE, kein Problem
       
       Seit Dienstag fährt in Berlin kein RE mehr zwischen Hauptbahnhof und
       Zoologischem Garten. Einzige Ausweichmöglichkeit ist die S-Bahn.
       
 (DIR) Grüne fordern Pflicht-Ticket: Das große Touristen-Melken
       
       Diese Idee ist nicht zu Ende gedacht: Berlin braucht keine zusätzliche
       Abgabe für Tourist*innen, sondern eine Verbesserung des bestehenden
       Angebots.
       
 (DIR) Grüne Vorschläge zur Verkehrspolitik: Paywall für TouristInnen
       
       Die City soll Nullemissionszone werden, hat die grüne Fraktion beschlossen.
       Besonders umstritten: eine Touristen-Abgabe für Bus und Bahn.
       
 (DIR) Berliner 365-Euro-Jahresticket: Für einen Euro quer durch die Stadt
       
       Ein BVG-Jahresticket für 365 Euro soll öffentliche Verkehrsmittel
       attraktiver machen. Aber genügt der Preisnachlass als Anreiz?
       
 (DIR) Mobilitätsforscherin über Parkplätze: „Parken ist kein Grundrecht“
       
       Autos rauben zuviel Platz, sagt Anne Klein-Hitpaß vom Thinktank
       Agora-Verkehrswende. Daher müssten wir den öffentlichen Verkehr mit neuen
       Angeboten ergänzen.