# taz.de -- Nico Semsrott im EU-Parlament: Aufforderung an die Kandidatin
       
       > Der Abgeordnete von „Die Partei“ wollte im EU-Parlament wissen, wie
       > unabhängig von der Leyen wirklich ist. Er war dabei mit Werbebannern
       > beklebt.
       
 (IMG) Bild: Für mehr Transparenz: Nico Semsrott (Die Partei) im Europaparlament
       
       Straßburg afp | Der Komiker und frischgebackene EU-Abgeordnete Nico
       Semsrott hat bei der Debatte im Europaparlament mit Ursula von der Leyen
       mit einer plakativen Aktion für mehr Transparenz beim Einsatz von
       Unternehmensberatern geworben. Der Vertreter der Spaßpartei „Die Partei“
       meldete sich am Dienstagvormittag im Plenum zu Wort und forderte unter
       Berufung auf die Geschäftsordnung die „Offenlegung der finanziellen
       Interessen“ der Kandidatin für das Amt der Kommissionspräsidentin und eine
       Überprüfung, „ob ein Interessenkonflikt vorliegt“.
       
       Er habe auch schon einen Vorschlag, wie das aussehen könne, sagte Semsrott
       weiter, der wie immer eine Kapuze auf dem Kopf trug. Er zog darauf eine
       Stoffjacke aus. Der Kapuzenpullover darunter war übersät mit Aufklebern von
       Unternehmensberatungen wie KPMG, McKinsey oder PwC – offenbar in Anspielung
       um die Affäre im Bundesverteidigungsministerium unter Ressortchefin von der
       Leyen um externe Beraterverträge.
       
       „In einer gemäßigten Demokratie sollte man wenigstens so Werbebanner
       tragen, damit alle wissen, für wen man arbeitet“, [1][schrieb Semsrott zu
       der Aktion auf Twitter]. Parlamentspräsident David Sassoli stellte jedoch
       trocken fest, was Semsrott da von sich gegeben habe, sei kein
       Geschäftsordnungsantrag. „Deshalb machen wir weiter in der Liste der
       Redner.“
       
       Die Spaßpartei „Die Partei“ war 2004 von Mitarbeitern des Satiremagazins
       Titanic gegründet worden. Sie sicherte sich bei der Europawahl mit 2,4
       Prozent der Stimmen in Deutschland zwei Sitze im Europäischen Parlament.
       „Partei“-Chef Martin Sonneborn ist bereits seit 2014 im EU-Parlament.
       
       LESEN SIE AUCH: Nico Semsrott sitzt für Die Partei im Europaparlament. Er
       will Politik machen, ohne sich dem Betrieb anzupassen. Wer ist der Mann
       hinter der Kunstfigur? [2][Ein Porträt.]
       
       16 Jul 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/nicosemsrott/status/1151050267934281728
 (DIR) [2] /EU-Abgeordneter-Nico-Semsrott/!5608250/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Europäische Union
 (DIR) Schwerpunkt Europawahl
 (DIR) EU-Parlament
 (DIR) Ursula von der Leyen
 (DIR) Nico Semsrott
 (DIR) Die Partei
 (DIR) Die Partei
 (DIR) Nico Semsrott
 (DIR) europawahl Politik
 (DIR) europawahl Politik
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Aufnahmestopp für Männer bei der Partei: Witzchen gegen Sexismus
       
       Die Satirepartei Die Partei sieht sich intern mit Vorwürfen sexueller
       Belästigung konfrontiert. Die Reaktion ist vorhersehbar.
       
 (DIR) EU-Abgeordneter Nico Semsrott: Er meint das ernst
       
       Nico Semsrott sitzt für Die Partei im Europaparlament. Er will Politik
       machen, ohne sich dem Betrieb anzupassen. Wer ist der Mann hinter der
       Kunstfigur?
       
 (DIR) Wahlerfolg von Die Partei: So ernst, so politisch
       
       Die Partei hat ihre Sitze im EU-Parlament verdoppelt. Zur Wahl hat sie
       ihren konsequent satirischen Weg aufgegeben. Hat das geholfen? Und ist das
       gut?
       
 (DIR) „Die Partei“ bei der Europawahl: Ein Bombenerfolg
       
       Künftig könnte „Die Partei“ mit drei Abgeordneten im Parlament sitzen. Auch
       andere Kleinstparteien holen Mandate. 2024 wird das aber schwieriger.