# taz.de -- Neuer Bürgermeister in Madrid: Die Stadt wird rechtspopulistischer
       
       > Mit Hilfe der ultrarechten Vox stellen die Konservativen den
       > Bürgermeister von Madrid. Ein Bündnis, das der populistischen Partei
       > Macht gibt.
       
 (IMG) Bild: Ohne die Ultrarechten wäre er nicht an der Macht: José Luis Martínez-Almeida von der Volkspartei
       
       Madrid dpa | Die rechtspopulistische Partei Vox hat im Rathaus von Madrid
       fortan entscheidenden Einfluss. Der konservative Politiker José Luis
       Martínez-Almeida wurde am Samstag mit entscheidender Unterstützung der
       äußerst umstrittenen Rechtsaußenpartei zum neuen Bürgermeister der
       spanischen Hauptstadt gewählt. Bei der Abstimmung erhielt Martínez-Almeida
       die Stimmen der 15 Vertreter seiner Volkspartei (PP) sowie elf Stimmen der
       liberalen Ciudadanos und die vier von Vox. Die drei Parteien hatten erst am
       Freitagabend ein Abkommen vereinbart.
       
       Die Vizechefin der spanischen Zentralregierung, Carmen Calvo, bezeichnete
       das Abkommen als „sehr bedauerlich“. „So etwas würde in Paris, London oder
       Berlin niemals passieren“, sagte die Politikerin der sozialdemokratisch
       orientierten Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) vor Journalisten. In
       Madrid hätten nun „die Ultrarechten“ entscheidend das Sagen.
       
       Nur mit Hilfe von Vox konnten die Konservativen die bisherige Amtsinhaberin
       Manuela Carmena vom Linksbündnis „Más Madrid“ (Mehr Madrid) ablösen. Bei
       den Kommunalwahlen in Spanien hatte die Ex-Richterin in Madrid zwar die
       meisten Stimmen erhalten. Im Stadtrat hatte sie seitdem aber nicht mehr
       genug Sitze für eine absolute Mehrheit mit anderen linken Parteien.
       
       Wie die Beteiligung von Vox an der Stadtregierung genau aussehen soll,
       blieb vorerst unbekannt. Das solle in den nächsten 20 Tagen besprochen
       werde, sagte der Madrider Parteichef Javier Ortega Smith.
       
       Nach den Wahlen vom 26. Mai wurden am Samstag in Spanien in knapp 8.100
       Kommunen die neuen Bürgermeister gewählt. In vier der acht größten Städten
       Spaniens – neben Madrid auch in Saragossa, Málaga und Murcia – regiert die
       PP dank Abkommen mit Vox und Ciudadanos.
       
       15 Jun 2019
       
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