# taz.de -- „Spiegel“ nach Relotius-Affäre: Schöne neue Jobs
       
       > Der „Spiegel“ zieht Konsequenzen aus der Relotius-Affäre: Ullrich
       > Fichtner wird nicht Chefredakteur, Matthias Geyer kein Blattmacher.
       
 (IMG) Bild: Sucht schon wieder einen neuen Chefredakteur: Der Spiegel-Verlag
       
       Nach der [1][Relotius-Affäre] zieht der Spiegel personelle Konsequenzen:
       Ullrich Fichtner wird nicht, wie geplant, neuer Chefredakteur. Matthias
       Geyer wird nicht Blattmacher und gibt zudem auf eigenen Wunsch die Leitung
       des Gesellschaftsressorts ab. Das teilte der Spiegel am Mittwoch mit.
       
       Fichtner wird stattdessen Reporter mit besonderen Aufgaben. Er soll
       Titelgeschichten konzipieren und verfassen und im Auftrag der Chefredaktion
       große Projekte vorantreiben. Matthias Geyer wird Redakteur für besondere
       Aufgaben. Er soll sich im Auftrag von Blattmachern und Chefredaktion
       insbesondere um die Textqualität kümmern.
       
       Die beiden Männer gelten als Förderer von Claas Relotius, der im Dezember
       nach wochenlangen Anschuldigungen zugegeben hatte, in seinen Texten gelogen
       sowie Protagonisten und Szenen erfunden zu haben. Sie hatten ihre neuen
       Jobs [2][daraufhin nicht angetreten]. Der Spiegel setzte eine Kommission
       ein, die die Relotius-Affäre aufarbeiten sollte. Vor zwei Wochen hatte sie
       ihren Zwischenbericht vorgelegt.
       
       „Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls
       Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer
       keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft“, teilt der Spiegel
       nun mit. Gleichwohl übernähmen die beiden Verantwortung, „um jegliche
       Zweifel an der Integrität des SPIEGEL auszuräumen“, zitiert die Meldung
       Steffen Klusmann, den Chefredakteur des Spiegel.
       
       ## Überraschung in der Redaktion
       
       In der Redaktion wurden die Personalentscheidungen teilweise mit
       Überraschung aufgenommen. Zwar hatten nach Bekanntwerden der
       Relotius-Affäre einige im Haus gefordert, dass Fichtner und Geyer nicht wie
       geplant ab Januar befördert werden dürften. Allerdings galt vor allem
       Fichtner als wichtige Figur in der sich neu formierenden Chefredaktion, da
       er, als langjähriger Reporter des Blattes, Korrespondent und Ressortleiter,
       in dem dreiköpfigen Team derjenige ist, der das Blatt am besten kennt.
       
       Wer die vakanten Posten einnehmen wird, ist noch unklar. Darüber soll in
       den kommenden Wochen entschieden werden. Das Gesellschaftsressort wird bis
       auf Weiteres von der stellvertretenden Ressortleiterin Özlem Gezer geführt.
       
       20 Mar 2019
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anne Fromm
       
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